Header Image

Kategorie: Zum Projekt

Über das Weblog und das Projekt

das Buckelholz-Projekt im Bilde

Am Freitag und Samstag hatte ich die Möglichkeit, an einem „Graphic Facilitation“-Workshop bei Mischa Altmann und Melinda Varfi teilzunehmen. Graphic Facilitation ist eine Methode zur visuellen Begleitung von Lernprozessen bzw. zum graphischen Festhalten von Gruppenergebnissen oder Abläufen. Ich habe viel von Mischa und Melinda gelernt und mir viel von meinen lieben Kurskolleg_innen abschauen können, viel Spaß gehabt, viel gezeichnet und zum Abschluss ein Bild zu meinem Ausstellungsprojekt „Das Wort für Welt ist Wald“ gemacht. Das Bild zeigt Inhalte und Eckdaten der Ausstellung und die nötigen Schritte bis zur Realisierung. Übrigens: „Forst“ fehlt, weil mir die Motorsäge fürs erste einfach zu schwer zu zeichnen war, aber meine Kollegin Andrea hat mir eine schöne gezeichnet, die ich nachmachen kann – jetzt heißt’s üben, üben, üben! 😉

buckelholz-graphicfacilitation
Das Wort für Welt ist Wald. Wald, Forst und Holz in der Buckligen Welt, Monika Bargmann, November 2015, CC-BY-NC-ND-SA
 
übermorgen: Projektpräsentationen :-)

Am Donnerstag präsentieren wir unsere Abschlussprojekte 🙂 Aus der Einladung: „Das Ministerium für ein lebenswertes Österreich (BMLFUW) lädt gemeinsam mit der Forstlichen Ausbildungsstätte Ort am Donnerstag, 26. März 2015, zur Abschlussveranstaltung des 4. Zertifikatslehrganges Forst+Kultur mit Projektpräsentation und Festakt“.
einladung

Programm

08:50 Uhr Begrüßung: Wolfgang Jirikowski – FAST Ort des BFW

09.00 – 09.20 Uhr Das Wort für Welt ist Wald. Konzeption einer Wanderausstellung über Wald, Forst und Holz in der Buckligen Welt – Monika Bargmann

09.20 – 09.40 Uhr Faszination Holz- und Kunsthandwerk – Karin Bilek

09.40 – 10.00 Uhr Die Landschaftsgestaltung im Raum Mödling – Isabelle Heiny

Pause

10.20 – 10.40 Uhr Unser Köhlerhaus – Theresia Hochecker

10.40 – 11.00 Uhr Korbflechterei – Wilhelm Lutz

11.00– 11.20 Uhr Alter Raum – Neues Leben, schrittweise Neubelebung eines historischen Stallgebäudes mit neuer Nutzung als Kulturraum – Ferdinand Paul Nagele

11.20 – 11.40 Uhr Roseggers Nachbarn im Traibach – Rafaela Rothwangl

Mittagspause 14.00 – 14.20 Uhr

Hainburger Pioniere: Spezialisten im Holz & Wald – eine Erinnerung – Norbert Scholz

14.20 – 14.40 Uhr Der Wald erzählt, märchenhafte Lebensgeschichten. Wie der Wald die Menschen zu mehr Wohlbefinden führte. Wie die Steine und das Holz dem Maler zu Hilfe kamen. – Andrea Seer

14.40 – 15.00 Uhr Die Geschichte eines Waldes – Pferdeeisenbahn, drittes Reich, CIA – Gustav Steinhuber

Pause

15.20 – 15.40 Uhr Holzkohle und ihre Verwendung – Gertrud Wieser

15.40 – 16.00 Uhr Geführte Radwanderungen im Semmeringgebiet – Christian Wiesinger

16.00 – 16.20 Uhr Hollerblütenfest auf der Prandegg – Eva Maria Zehetner-Wellik

16.20 – 16.40 Uhr Gstatterboden im Gesäuse — von der Talalm der Innerberger Hauptgewerkschaft zum modernen forstlichen Dienstleistungszentrum im Nationalpark Gesäuse – Martin Zorn

17.00 Uhr Konferenz der Kommission

18.00 Uhr Festakt mit Zertifikatsüberreichung, gemütlicher Ausklang

 
Lebensspuren in Wald und Forst

Zu meiner Freude habe ich vor kurzem erfahren, dass ich die Rahmen des Bucklige-Welt-weiten Projekts „Erlebbare Zeitgeschichte im Land der tausend Hügel“ gesammelten Lebenserinnerungen und Photos für meine Ausstellung verwenden darf.

Cover des Buches Lebensspuren II Was steckt hinter diesem Projekt? „Das Zeitzeugenprojekt ‚Erlebbare Zeitgeschichte im Land der tausend Hügel‘ blickt inzwischen auf zehn Jahre intensiver Aktivitäten zurück. Durch das Engagement zahlreicher Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, unter Mitwirkung der Gemeinden, Schulen und zahlreicher Institutionen der Region sowie von zwei Universitäten ist ein regelrechter Schatz an Quellen zusammengetragen worden: Annähernd 350 ältere Menschen aus der Region wurden interviewt, zahlreiche lebensgeschichtliche Erinnerungstexte wurden geschrieben und knapp 3000 Fotos gesammelt. Mit dieser einzigartigen Sammlung wird die Alltagsgeschichte der Region im 20. Jahrhundert ausführlich dokumentiert“ (Quelle: Folder zum Projekt). Die gesammelten Texte und Bilder werden in der „Dokumentation lebensgeschichtlicher Aufzeichnungen“ am Institut für Wirtschafts- und Sozialgeschichte der Universität Wien verwahrt, wo ich sehr freundlich und entgegenkommend betreut wurde.
Mittlerweile sind im Kirchschlager Verlag Mayrhofer drei Regionsbücher unter dem Reihentitel „Lebensspuren“ erschienen, in denen die Geschichte der Buckligen Welt und ihrer BewohnerInnen unter verschiedenen Gesichtspunkten beleuchtet wird und in denen ein großer Teil der erwähnten Bilder abgedruckt ist. Herausgeber sind Johann Hagenhofer und Gert Dressel. Für mich erweist sich besonders der Band II, „Arbeit und Freizeit im Land der tausend Hügel„, interessant.

„Wir sind dann im Winter Holzschlagen gegangen. Da haben wir Faserholz und das Zeug verladen und zum Bahnhof geführt. Da ist es umgegangen, da sind die Holzhändler dort’n gestanden, wie wir das Holz eingeladen haben, am Waggon ist der mit der Brieftasche da gewesen und hat uns das Geld gegeben. Und man ist mit’m Geld heimgefahren. Das war ganz selbstverständlich. Nur haben wir damals auch nicht gewusst, dass das eh schön ist. Heute, wenn man Holz hat, muss man froh sein, wenn es einer nimmt, um den Preis braucht man gar nicht fragen, und wann man das Geld kriegt, auch nicht“.

Quelle des Zitats: Zeitzeugenprojekt „Erlebbare Zeitgeschichte im Land der 1000 Hügel“, Interview von Tina Gneist und Ria Mössner [Hauptschule Wiesmath] mit dem Landwirt Franz Mössner, am 15. Februar 2006

Im Oktober 2014 habe ich an der Buchpräsentation des dritten Bandes, „Krieg und Verfolgung“, in der Landwirtschaftlichen Fachschule Warth teilgenommen. Ich hatte mir ehrlich gesagt einen Abend à la „Politiker sprechen endlos, dann kommt ein bisschen was zum Buch, dann ist der Buchkauf eröffnet“ vorgestellt. Hier war das ganz anders, und so sind die fast drei Stunden (!) wie im Flug gegangen. Dass an dem Projekt so viele Schülerinnen und Schüler aus der Region mitgemacht haben, finde ich von vornherein schon eine großartige Idee – so bringt man die Generationen zusammen! Bei der Buchpräsentation führten einige dieser jungen Leute auf der Bühne Gespräche mit Zeitzeuginnen und Zeitzeugen bzw. lasen lebensgeschichtliche Texte vor. Dabei hat mir gefallen, dass nicht eine neue „Heldengeschichte“ geschrieben wurde, sondern Verfolgung und Vertreibung, z.B. der jüdischen Bevölkerung, deutlich gemacht wurden. Sogenannte „Russenkinder„, also Kinder von sowjetischen Besatzungssoldaten, berichteten über die oft jahrzehnte lang dauernde Suche nach ihren Vätern bzw. deren Familien – sehr bewegend. Die Musikstücke bezogen sich auf die jeweils behandelten Bevölkerungsgruppen, z.B. die Roma.

Der Preis von 29,90 Euro pro Band ist angesichts der hochwertigen und ansprechenden Machart und der vielen Abbildungen wirklich nicht hoch und konnte wahrscheinlich dank der Sponsorinnen und Sponsoren erreicht werden.

 
Von Arbeitsbedingungen bis Zimmerei

Ich habe die geplante Ausstellung nun in zwölf Themenbereiche gegliedert:

1) Einleitung – Wald in der Region: Waldfläche, Waldanteil an den Flächen der einzelnen Gemeinden, Waldtypen, Betriebsarten, Funktionen des Waldes, Anzahl der Forstbetriebe, Waldfläche nach Eigentumsarten
2) Hof-, Flur-, Siedlungsnamen mit Bezug zu Wald und Forst
3) Arbeitsbedingungen: Veränderung der Arbeitsweisen; Lebens- und Arbeitsbedingungen der Holzknechte, Forstarbeiterinnen, IndustriearbeiterInnen; Unfallhäufigkeit
4) Jagd, essbarer Wald
5) Forstwirtschaft
6) Holztransport: Pferderückung, Aspangbahn, Wechselbahn, Seilbahn, Waldbahnen, LKW, Traktor…
7) Sägeindustrie
8) Papierindustrie
9) Holz als Werk- und Baustoff: Zimmerei, Tischlerei, Holzbau…
10) Holz als Werkstoff im Alltag: was war früher aus Holz, was heute aus Kunststoff ist
11) (nahezu) ausgestorbene Berufe: Lohgerberei, Köhlerei, Wagnerei…
12) Wald und Mensch: Schönheit des Waldes, Wirkung auf den Menschen, literarische, religiöse und mystische Wahrnehmung

 
Visitenkarten gekommen :-)
visitenkarten von vistaprint
Bild und Design: Vistaprint

letzte Woche sind die Visitenkarten von Vistaprint gekommen, die ich mir für das Projekt habe machen lassen (oben Vorderseite, unten Rückseite). Das grün-weiße Baumdesign habe ich aus dem vorhandenen Angebot ausgewählt und nicht selbst entworfen.

Jetzt muss ich mir noch überlegen, ob ich die nur bei persönlichen Gesprächen verteile oder auch an verschiedenen Orten auflegen soll…