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Monat: Dezember 2017

Die Heilkraft der Bäume. Holz-Pionier Erwin Thoma im Radiokulturhaus

Johannes Kaup spricht am 11. Jänner 2018 im Radiokulturhaus mit dem Forstwirt und Holzbaupionier Erwin Thoma zum Thema „Die Heilkraft der Bäume – und wie die Wissenschaft sie entschlüsselt“. Die Veranstaltung wird auf der Ö1-Website als MP3-Livestream übertragen. Eintritt zur Veranstaltung: 17 EUR (mit ORF RadioKulturhaus-Karte -50%, Ö1-Club-Karte -10%). Aus der Ankündigung:

Baumkronen, von unten photographiert„Dass Bäume eine Heilkraft auf den Menschen haben, lässt sich heute wissenschaftlich nachweisen. Die ETH Zürich brachte Klarheit in die kontroversen Debatten über ‚Mondholz‚ und die Medizinische Fakultät der Universität Graz [Anm. Joanneum Research?] wies nach, dass das Leben in Holzräumen nicht nur unser Immunsystem, sondern auch unser Herz stärkt. Die interdisziplinär forschende Bionik (auch Biomimetik) beschäftigt sich mit Erfindungen der Pflanzen- und Tierwelt und dem Übertragen von Phänomenen der Natur auf die Technik – denn die Natur entwickelt im Anpassungsprozess an wechselnde und oft schwierige klimatische Umweltbedingungen immer wieder neue und sich verbessernde Lösungen. Warum und wie trägt Holz zu besserer Gesundheit und sogar längerem Leben bei? Wie findet man heute Holz, das chemisch unbehandelt und langlebig ist? Warum hat ‚Mondholz‘ einzigartige Qualitäten für dauerhafte Holzkonstruktionen? Wie kann der Werkstoff Holz zu einem Beispiel für eine Kreislaufwirtschaft werden, für eine energieautarke Industrie, für erneuerbare Energien, für mehr Lebensqualität und Lebensfreude?“

Erwin Thoma: Bäume als Weggefährten

Bemooste Baumwurzel, Laub, in Viechtau„Ing. Dr. Erwin Thoma (…) beschäftigte sich als Förster in den Wäldern des Tiroler Karwendelgebirges jahrelang mit den Geheimnissen der Bäume und dem alten Wissen über Holz. Dieses Wissen brachte er in seine später gegründete Holzbaufirma ein, um Häuser zu errichten, die zu 100 Prozent aus Holz sind und nicht chemisch behandelt werden. Sein Weltpatent und seine Neuentwicklungen werden derzeit an mehreren europäischen Universitäten untersucht. Für seine Vollholzbauten wurde Thoma mehrfach international ausgezeichnet und er erhielt die bislang einzige ‚Cradle to Cradle‘-Gold-Zertifizierung für Baumaterial. Mit seiner Frau und seinen drei Kindern lebt Erwin Thoma heute in Goldegg. Er beschreibt Bäume wie Weggefährten und gibt sein Wissen in Vorträgen und zahlreichen Bücher weiter. Zuletzt erschienen sind ‚Die geheime Sprache der Bäume‚ sowie ‚Holzwunder‚“.

Quelle: radiokulturhaus.orf.at/artikel/466327.


 
Su Blackwell: Papierskulpturen

Die britische Künstlerin Su Blackwell arbeitet vor allem mit Papier: „Paper has been used for communication since its invention; either between humans or in an attempt to communicate with the spirit world. Su employs this delicate, accessible medium and uses irreversible, destructive processes to reflect on the precariousness of the world we inhabit and the fragility of our life, dreams and ambitions“. Ein Schwerpunkt ihrer Papierskulpturen liegt auf Märchen und Natur.

Bemerkenswert finde ich die Serie „Literary Houses“, z.B. Brontë Parsonage. Gemeinsam mit Wendy Jones hat sie das Buch „Fairytale Princess: Seven Classic Stories from the Enchanted Forest“ veröffentlicht. Mehr auf www.sublackwell.co.uk.


 
Pressespiegel 2017/12 – vom Troadkastenhaus zum Krippenbauer

Ute Woltron: „Teilen im Garten„. In: Die Presse, 22. Dezember 2017, S. 15 – Erinnerungen an die Weihnachtsgeschichte „Der kleine Tannenbaum“.

Lisbeth Legat: „Hausgeschichte: Experiment Troadkasten 4.0„. In: Die Presse, 8. Dezember 2017, S. I1 – „Am Ortsrand von Tamsweg hat Architekt Herwig Zöhrer als Bauherr seine Vision eines smarten, nur mit Produkten aus der Region erbauten Hauses verwirklicht“ – er nennt es „Smart Wood-Haus“.

Sonja Plank-Wiesbauer: „Krippenbauer seit fast 20 Jahren: ‚Das Basteln ist wie eine Therapie‘„. In: Tips, Bucklige Welt, 50. Woche 2017, S. 6 – Portrait des Hochwolkersdorfer Krippenbauers Andi Wally, der sich in seiner Pension einen langgehegten Wunsch erfüllte und die Ausbildung zum Krippenbaumeister machte.

Stefanie Bispring: „Sevilla: Der Wunschzettel am Pomeranzenbaum„. In: Die Presse, 5. Dezember 2017 – spanischer Brauch

Manfred Wolf (Text) / Volker Weihbold (Photos): „Hüter der Stille. Der Winter hat Einzug gehalten im Nationalpark Kalkalpen – und mit ihm eine unsagbare Ruhe. Diese Zeit hat für Nationalpark-Ranger Michael und seine Frau Erni Kirchweger einen ganz besonderen Zauber. Manfred Wolf hat sie besucht„. In: Oberösterreichische Nachrichten, 2. Dezember 2017 – Bildreportage über das Leben in einem Forsthaus

Wojciech Czaja: „In den Hallen der Rims und Burzenschrauben“. In: Der Standard, 1. Dezember 2017, S. 20 (online leicht abgeändert unter dem Titel „Wie aus Rims und Burzenschrauben Steinway-Flügel entstehen“ nachzulesen) – Beschreibung des Klavierbaus im Hause Steinway in Hamburg


 
Produkttest: Fichtenspitzen-Apfel-Aufstrich

Fichtenspitzen -Apfel-Aufstrich aus Großsölk. Farbphotographie des offenen Glases.Ich kaufe bei Ausflügen sehr gerne regionale Produkte. Chutneys und Marmeladen haben es mir besonders angetan, und so habe ich, die ich nie süß frühstücke, eine große Auswahl an fruchtigen Aufstrichen zuhause. Die löffle ich einfach bei süßem Gusto statt Schokolade zu essen 😉

Naturpark-Spezialitäten

Die österreichischen Naturparks haben für diese Produkte eine eigene Marke kreiert: die Österreichischen Naturpark-Spezialitäten. Diese steht für „kulinarische Besonderheiten“ und „die Vielfalt der Lebensräume, die durch diese Form der Bewirtschaftung erhalten bleiben“. Die Hauptkriterien sind erstens, dass die Produkte im Naturpark erzeugt werden, und zweitens, dass sie zur Erhaltung der Kulturlandschaft im Naturpark beitragen. Das wird u.a. durch Streuobstbau, Wildsammlung von Kräutern, biologischem Anbau, Jagd, Teichwirtschaft mit naturnahen Haltungs- und Fütterungsmethoden, Haltung alter Nutztierrassen, Anbau von früher heimischen Spezialkulturen, Weidehaltung und Alpung erreicht.

Süßer Apfel, herbe Fichte

Bei einem Ausflug in die Sölktäler im August 2016 habe ich im Naturparkhaus ordentlich eingemarktet, unter anderem ein Apfelgelee mit Fichtenspitzen. Und diese verkoste ich heute.

Name: Brotaufstrich Fichtenspitzen-Apfel
HerstellerIn: J. Ruetz e.U. (angegebene Website ruetz.eu funktioniert gerade nicht)
gekauft: im Naturparkhaus im Schloss Großsölk
Zutaten: 60% Fichtenspitzenansatz, 40% Äpfel, Zucker, Zitronensaft, Geliermittel Pektin
Preis: 200g-Glas

Kommentar: Beim Öffnen entdeckt man gleich ein Fichtenwipferl, das sieht nett aus. Der Duft ist angenehm süßlich-harzig. Einen Touch „medizinisch“ kann man aber nicht leugnen. Etwas weniger Zucker wäre gut, aber der leicht herbe Fichtengeschmack rundet die apfelige Süße gut ab. Eine gute Kombination. Ich würde das Gelee eher zu Semmel und Brot als zu Striezel empfehlen.

Außerdem sehr empfehlenswert, wenn auch ohne Waldzutat: das Marillen-Curry-Chutney!


 
Gentechnik für den perfekten Christbaum

Was ist nötig, um den perfekten Christbaum zu finden? Zuallererst – Geduld.

Gary Chastagner has spent every fall since 1978 running reconnaissance at Christmas tree plantations, pop-up retail lots, and big-box stores across the country. At each stop, the plant pathologist scours the inventory, finding the best-looking tree in the whole place. Then he takes photos, interrogates salespeople, and snips away small branches, which he weighs with a portable scale before airfreighting them back to Puyallup, for testing at his Washington State University lab.

Der US-amerikanische Biologe Gary Chastagner arbeitet als Phytopathologe am Department of Plant Pathology der Washington State University und hat seinen Forschungsschwerpunkt auf Christbäume gelegt. Er ist Co-Autor von Artikeln wie „Effect of two fire retardants on postharvest drying and flammability of Douglas-fir and Fraser fir Christmas trees“ und „Effectiveness of I-V watering devices in maintaining postharvest freshness and quality of cut Christmas trees„. Außerdem hat er unter anderem den „President’s Appreciation Award“ der Pacific Northwest Christmas Tree Association gewonnen. 🎄

Weiterlesen

Megan Molteni: „Using Genetics to Make a More Perfect Christmas Tree„. In: Wired, 21. Dezember 2017


 
Gertrude Hermes: Through the windscreen (1929)

Bäume und Masten durch die Windschutzscheibe im Scheinwerferkegel – das zeigt der Holzstich „Through the windscreen“ der britischen Künstlerin Gertrude Hermes. Gefunden habe ich dieses wunderbare Bild auf dem sehr empfehlenswerten Twitter-Account „Women’s art“ von PL Henderson.


 
FAST Pichl: Lernen, wie man Kohle macht

Die Forstliche Ausbildungsstätte Pichl bietet im Mai nächsten Jahres einen Kurs zum Bau eines Kohlemeilers an.

Das Verkohlen von Holz ist ein uraltes Handwerk, das in Mitteleuropa nur noch bei historischen Festen und Veranstaltungen als alte Tradition vorgeführt wird. Es gibt zwei unterschiedliche Verfahren, Holzkohle zu erzeugen: zum einen im Kohlemeiler und zum anderen – seltener – im Kohlwerk. In diesem Kurs erlernen Sie das traditionelle Handwerk eines Köhlers von der Errichtung eines Kohlwerks bis hin zur Ernte der Holzkohle. Beim zweiten Teil wird das Kohlwerk geöffnet, und die TeilnehmerInnen können „ihre“ gewonnene Kohle mit nach Hause nehmen!“

Organisatorisches
  • Dieser Kurs ist ein Wahlmodul D der WaldpädagogInnenausbildung.
  • Zeit: 9. bis 12. Mai 2018
  • Ort: St. Jakob im Walde
  • Kosten 150 € gefördert (Mitglieder der Landwirtschaftskammer Steiermark) / 280 € nicht gefördert
  • Informationen und Anmeldung.
Köhlerei als immaterielles Kulturerbe
Außergewöhnliche Bruchform von Kohle.

Die Köhlerei wurde übrigens im Jahr 2011 als immaterielles Kulturerbe der UNESCO anerkannt. Auf deren Website kann man lesen: „Traditionell hat sich das Köhlergewerbe vor allem in jenen Regionen entwickelt, wo durch die Montanindustrie erhöhter Bedarf an Holzkohle bestand. Die österreichischen Köhlereien sind über das ganze Bundesgebiet verstreut, wobei das niederösterreichische Rohr im Gebirge mit derzeit sechs Köhlereibetrieben ein regionales Zentrum der österreichischen Köhlerei bildet. Das Köhlereigewerbe ist üblicherweise im bäuerlichen Umfeld angesiedelt, wobei es sich um ein Nebengewerbe handelt. Das Wissen wird praktisch erworben und von Generation zu Generation weitergegeben. Die Technik der Köhlerei ist zwar seit ihren Ursprüngen die gleiche geblieben, aber in der heutigen Zeit wird das Handwerk durch moderne technische Hilfsmittel unterstützt. Heute wird die durch die Köhlerei erzeugte Holzkohle insbesondere beim Grillen eingesetzt“.

Der Ankündigungstext des Kurses stimmt übrigens nicht ganz: Es sind zwar nur mehr sehr wenige, aber es gibt durchaus noch KöhlerInnen – auch in Österreich – und sogar einen Europäischen Köhlerverein! Zwei der noch Aktiven sind Kurskolleginnen von mir. Also, wer erstklassige Grillkohle aus heimischer Erzeugung beziehen will, wendet sich an Köhlerei Wieser, Rohr im Gebirge, Köhlerei Hochecker, Michelbach, oder die anderen Mitglieder im Verein! Und wer das Wissen um dieses traditionsreiche Handwerk bewahren will, besucht den Kurs.


 
Wald und Forst im neuen Regierungsprogramm

Das Regierungsprogramm 2017-2022 der ÖVP-FPÖ-Koalition enthält in den Abschnitten „Umwelt“ und „Landwirtschaft und ländlicher Raum“ einige Punkte zum Thema Wald und Forstwirtschaft. Im Bereich „Energie“ kommen erneuerbare Energien und Biomasse vor, aber z.B. Hackschnitzel werden nicht dezidiert angeführt. Einfluss werden sicher auch andere Punkte haben, bei denen Wald und Forst nicht explizit angeführt werden. Es empfiehlt sich, auch jeweils die einführenden Texte zu den jeweiligen Kapiteln zu lesen. Die „Reduktion des Schilderwaldes“ im Straßenverkehr sei zum Schluss auch noch erwähnt 😉

Umwelt
  • Forcierter Schutz vor Naturgefahren: Ausbau des Hochwasserschutzes und Verstärkung der nachhaltigen Schutzwaldbewirtschaftung (Naturverjüngung des Waldes); Bündelung der Kompetenzen und des Managements zum Schutz vor Naturgefahren (Wildbach- und Lawinenverbauung, Bundeswasserbauverwaltung und Via Donau)
  • Umsetzung der Waldstrategie
  • Schaffung geeigneter Rahmenbedingungen für öffentliche Gebäude zur Umstellung der Wärmeversorgung auf erneuerbare Energien (einschließlich Fernwärme)
  • Einsatz von heimischen Baustoffen (z.B. Holz) im öffentlichen Raum forcieren
Landwirtschaft und ländlicher Raum
  • Die Bundesregierung bekennt sich zu einer multifunktionalen, wettbewerbsfähigen und flächendeckenden Land- und Forstwirtschaft auf Basis einer ökosozialen Agrarpolitik.
  • Exportinitiativen für Agrarprodukte, Lebensmittel, Zuchtvieh, Forst– und Umwelttechnologie
  • Umsetzung der österreichischen Waldstrategie 2020 und Stärkung der aktiven, multi-funktionalen nachhaltigen Waldbewirtschaftung forcieren
  • Österreich als Forstland positionieren
  • Unterstützung der nachhaltigen Nutzung (klimafitter Wald) und Multifunktionalität der heimischen Wälder durch Sicherstellung der Schutz-, Erholungs-, Wirtschafts- und Wohlfahrtsfunktion
  • Ausarbeitung einer österreichischen Sektorstrategie für die Forstwirtschaft, um bei den Querschnittsmaterien bessere Synergien zu schaffen
  • Schutz der Eigentumsrechte gewährleisten
  • Öffnung der Forststraßen im Wald für Mountainbikes nur auf vertraglicher Basis
  • Ausweitung des Versicherungsschutzes in der Land- und Forstwirtschaft, um Klimawandel, Seuchen und Wetterextreme besser abzudecken

 
Kreiselblätterpilz und Tramete: Neue Pilzarten in Bayern nachgewiesen

Die Pilzarten im österreichisch-deutsch-tschechischen Dreiländereck werden im Rahmen des EU-Interreg-Projekts „Funga des Böhmerwalds“ genau erforscht und kartiert. Das Gebiet umfasst auch die Nationalparks Bayerischer Wald und Šumava (Böhmerwald). Für den bayerischen Nationalpark konnte heuer eine erfolgreiche Bilanz gezogen werden:

Farbphotographie eines grünlichen Pilzes
Die Böhmische Tramete wurde 2017 erstmals in Bayern nachgewiesen (Peter Karasch / Nationalpark Bayerischer Wald)

„Insgesamt wurden heuer sechs Pilzarten erstmals in Bayern nachgewiesen. Zwei davon wurden zuvor in ganz Deutschland noch nicht gesichtet. ‚Das zeigt, welch hohe ökologische Qualität der Nationalpark aufweist‘, resümieren die Nationalparkmykologen Claus Bässler und Peter Karasch. So konnte etwa nahe Altschönau die äußerst seltene Böhmische Tramete (Fibroporia bohemica) nachgewiesen werden – erstmals im Freistaat. Diese Art benötigt alte, von Forstnutzung ungestörte Habitate als Lebensraum. Auch die Wiederbeweidung des Ruckowitzschachtens nahe Zwieslerwaldhaus hat positive Effekte. So wurde dort der bislang nur aus Skandinavien bekannte Helmling (Mycena pasvikensis) erstmals in der Bundesrepublik entdeckt. Auch der in Deutschland als echte Rarität geltende Gelber Kreiselblätterpilz (Stereopsis vitellina) wurde erstmals im Nationalpark gefunden. Der dottergelbe Moosbewohner wurde zuletzt 1975 in Franken gesichtet“, heißt es in der Presseaussendung des Nationalparks.

Die angrenzenden Teile des Wald- und des Mühlviertels sind an sich nicht Teil des Projektantrags, werden aber von assoziierten Partner_innen aus Österreich miterforscht. Außerdem werden zahlreiche ehrenamtliche Pilzinteressierte aus lokalen Vereinen im Rahmen von „Citizen Science“ eingebunden.

Projektpartner_innen
  • Nationalparkverwaltung Bayerischer Wald
  • Nationalparkverwaltung Šumava
  • Biologiezentrum Linz mit der angegliederten Mykologischen Arbeitsgemeinschaft
  • Universität Regensburg, Lehrstuhl für Ökologie und Naturschutzbiologie
  • Deutsche Gesellschaft für Mykologie
  • Österreichische Mykologische Gesellschaft
Quellen

 
Trockenstress und Waldbrand: Klima im Sommer 2015
Farbphotographie, Detailaufnahme eines Walds im goldgelben Sonnenlicht
Matthias Ripp: Bathing in sunlight (2015), CC-BY

Trockenstress stellt vermutlich die für den Wald und sein Wachstum schwerwiegendste Folgeerscheinung der globalen Erwärmung dar. Im Sommer 2015 gab es in Österreich einen Vorgeschmack. Wie die Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) berichtet, war 2015 das zweitwärmste Jahr der 248-jährigen Messgeschichte, in den hochalpinen Regionen sogar überhaupt das wärmste. Außerdem wurde eines der zwanzig trockensten Jahre (seit Beginn der flächendeckenden Niederschlagsaufzeichnung im Jahr 1858) verzeichnet. In Teilen Oberösterreichs und Niederösterreichs gab es bis zu 22 und 40 Prozent weniger Niederschlag als im langjährigen Mittel. Die höchste Lufttemperatur wurde am 19. Juli in Krems mit 38,3°C gemessen, es gab eine außergewöhnliche Zahl an extrem heißen Tagen.

Die Meteorologen Alexander Orlik und Rainer Kaltenberger schilderten die Auswirkungen auf den Wald so:

Die Auswirkungen von Hitze und Trockenheit in Österreich waren signifikant. Während etwa Tourismus, Freibäder und Brauereien über Rekordumsätze jubelten, musste die Feuerwehr alleine in Niederösterreich in den Sommermonaten insgesamt 470 Wald- und Wiesenbrände löschen, was einen Rekord in ihrer Einsatzgeschichte darstellte. Hitze und Trockenheit setzten insbesondere Kiefer- und Fichtenbeständen zu, in den kommenden Monaten wird regional eine Borkenkäferplage befürchtet. Durch Trockenstress warfen viele Laubbäume bereits Mitte August ihre Blätter ab, insbesondere innerstädtisch gepflanzte Flachwurzler waren davon betroffen.

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