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Kategorie: Forst & Kultur

Tagungsbericht: Kollektive Weiden und Wälder

Auf der geschichtswissenschaftlichen Plattform h/soz/kult ist ein Bericht über die Tagung „Kollektive Weiden und Wälder – Ökonomie, Partizipation, Nachhaltigkeit“ von Ines Brändli erschienen. Neben Vortragenden aus Frankreich, Italien, Slowenien und der Schweiz war auch eine Österreicherin vertreten:

Einen Einblick in die Kollektivbewirtschaftung des Waldes im österreichischen Kärnten bot die Historikerin und diplomierte Forstwirtin ELISABETH JOHANN (St. Margareten) mit ihrem Vortrag zum gemeinschaftlichen Eigentum im Gebiet des heutigen Nationalparks Hohe Tauern.

Die Beiträge sollen nächstes Jahr im Jahrbuch „Histoire des Alpes – Storia delle Alpi – Geschichte der Alpen“ erscheinen.


 
Georgia O’Keeffe malt Herbstlaub

Georgia O’Keeffe (1887-1986) ist eine der bekanntesten Malerinnen des 20. Jahrhunderts. O’Keeffe ist unter anderem für ihre reduzierten und farbenprächtigen Bilder von Blumen, Blättern und Steinen bekannt. Sie durchlief aber in ihrem langen Leben aber verschiedene künstlerische Phasen. Im Kunstforum Wien fand letztes Jahr eine große Ausstellung statt. Im Text zur Ausstellung heißt es: „O’Keeffes monumentale Blumenbilder der 1920er-Jahre, die, unter dem Einfluss der Schriften Sigmund Freuds, stark sexualisierende Interpretationen hervorriefen, zählen zu ihren populärsten Sujets. Formale Spezifika wie der scharfe Fokus, die Ausschnitthaftigkeit und das Close-up führen O’Keeffes innovative Übersetzung fotografischer Strategien in die Malerei vor Augen“.


 
James Brunt: flüchtige Kunst in der Natur

Der britische Künstler James Brunt studierte bildende Kunst an der Byam Shaw School of Art in London. Seine Kunstwerke sind der Land Art bzw. Naturkunst zuzuordnen und oft nur wenige Stunden sichtbar. Er verwendet Steine, Blätter, Zweige und arrangiert sie zu Mustern und Formen, zum Beispiel zu Spiralen. Dabei folgt er einem selbst definierten Ethikkodex, zum Beispiel entfernt er Steine nie aus ihrer Umgebung, gestaltet seine Kunstwerke in Wäldern ausschließlich auf bestehenden Wegen und fragt in sensiblen Gebieten vorher um Erlaubnis.

Mehr im Artikel „Artist Arranges Natural Objects Into Ephemeral Patterns and Designs“ und auf James Brunts Website.


 
Christina Bothwell: Reh in Keramik und Gussglas

„Nature is the main source of inspiration for my work, and helps me to maintain an awareness of the interconnectedness that exists among all of life“. Die US-amerikanische Künstlerin Christina Bothwell studierte Malerei an der Pennsylvania Academy of the Fine Arts und wandte sich dann der Keramik und dem Gussglas zu. In ihrer Arbeit kombiniert sie diese beiden Materialien. Mehr zur Künstlerin auf christinabothwell.com.

Rehe und einzelne Elemente wie Geweihe kommen in ihrem Werk immer wieder vor. Hier ein Beispiel:


 

 
Wolfgang Jirikowski in Pension

Dipl.-Ing. Dr. Wolfgang Jirikowski leitete seit 2006 die Forstliche Ausbildungsstätte (FAST) Ort. Mit der Eröffnung des neuen Forstlichen Forschungs- und Bildungszentrums in Traunkirchen am letzten Wochenende findet seine Karriere einen krönenden Abschluss, er wird mit Ende September in Pension gehen. Auf der Website des Waldverbandes lässt Florian Hader Jirikowskis Leben und Werk Revue passieren.

Mein persönlicher Bezug zu Wolfgang Jirikowski ist u.a. der Forst+Kultur-Lehrgang, den ich in Ort absolviert habe. Der liebe Herr Direktor hat nicht nur diesen Lehrgang an seiner Ausbildungsstätte ermöglicht und begleitet, sondern uns auch in spannenden Vorträgen forstliche Geräte und deren Entwicklung nähergebracht.


 
Forstgeschichtliche Tagung „European forests – our cultural heritage“ in Kärnten

Die internationale forstgeschichtliche Tagung „European forests – our cultural heritage“ findet von 4. bis 7. Dezember 2018 in St. Georgen am Längsee (Kärnten) statt. Ziel der Tagung:

The aim of the European Cultural Heritage Year 2018 is to share our common cultural heritage and its potential for identification, participation on and development of European cultural, social, economic and other values. The cultural heritage of the forests and in the forests tackles the multiple interrelationships between forests, forest management and the human society, which have changed in the course of history. It is not only confined to demonstrating historical developments, but contributes also considerably to a better understanding of the present situation of forests and the development of the cultural landscape, and provides valuable input for forest conservation and management policies.

The EU-Action Plan 2006 acknowledged cultural landscapes, traditional practise and other cultural values of forests as some of the ways of achieving local and regional sustainable development. Landscape values are also included in the new Common Agricultural Policy (CAP) and the European Landscape Convention. Cultural landscapes are considered to be a development factor. These potentials have only partly been investigated till now.

However, there is an increasing demand by forest owners related to new markets and additional income beside forestry and an increasing interest of tourisms in the utilization of forest areas and beautiful sceneries. At present numerous initiatives, collections and museums exist; however, they are often not adequately linked. Thus, a new approach for co-operation of forest and woodland history including traditional knowledge and forest and tourist enterprises is aimed and an increasing need to deepen the knowledge related to the forest related cultural heritage should be fulfilled.

Von Lettland bis Spanien

Einige Beiträge, die ich besonders interessant finde (eigentlich könnte ich jeden einzelnen anführen):

  • Mārtiņš Lūkins: Ancient forest mapping and recognition: case study from Latvia
  • Tanya Bakhmetyeva: Seeing the Nation for the Trees: The Cultural Heritage of Białowieża Forest and the Debate on Polish National Identity
  • Triin Kusmin: Presenting and Interpreting Cultural Heritage in the Visitor Management of Estonian State Forest
  • Péter Szabó: Non-timber Forest Uses in Preindustrial Central Europe
  • Elisabeth Johann: The forgotten heritage: Sustainable Forest Management and the Safeguarding of the Forestry-related Tangible and Intangible Cultural Heritage in Austria
  • D. Rus: The relation with the forest in Transylvania reflected in local fairytales and legends
  • Jiří Woitsch: The inventory of memorable trees in the Czech Republic: A potential tool for identification and safeguarding of traditional knowledge and heritage related to trees and forest management
  • Catharina de Pater: Articulation of Spiritual Values in Forest Management Plans
  • Marianne Schreck: Forest in Austria (1930-19947) – from the crisis until the reestablishment of the Federal Department of forest. Visual correspondences between the regimes, forestry institutions and cultural phenomenons
  • Nina Luostarinen: Put yourself in the picture – Art interpretations as a Tool for Deeper Connection to the Forest

Das vollständige Programm und Informationen zur Anmeldung finden Sie auf der Website des Fachausschusses Forstgeschichte im Österreichischen Forstverein.


 

 
Sarah Bays: Ruhender Fuchs

„From a small etching press on a tea trolley in the corner of my dining room“ kommen die Radierungen, Linolschnitte, Monotypien und Gemälde der britischen Graphikerin Sarah Bays. Mehr über die Künstlerin und ihre Arbeit auf sarahbays.co.uk. Zahlreiche ihrer Werke zeigen Wildtiere – hier zum Beispiel der „resting fox“:


 

 
Blüht die Esche vor der Eiche… Bauernregeln

Wenn sich die Föhrenbockerl öffnen, kommt dann wirklich gutes Wetter? Der britische Showmaster Scott Mills geht in seiner Sendung „Who do you trust?“ dieser und anderen Wetterregeln auf den Grund – gemeinsam mit dem Meteorologen Charles Powell vom Metoffice. Übrigens gibt es noch viele weitere Bauernregeln mit Baumbezug…

  • Januar ganz ohne Schnee tut Bäumen, Bergen und Tälern weh.
  • An Fabian und Sebastian fängt Baum und Tag zu wachsen an.
  • Fabian im Nebelhut, der tut den Bäumen gar nicht gut.
  • Der Matthias hat uns lieb, er gibt dem Baum den ersten Trieb.
  • Wenn sich Sankt Walburgis zeigt, der Birkensaft nach oben steigt.
  • Blüht die Esche vor der Eiche, gibt es eine große Bleiche (= trockener Sommer), blüht die Eiche vor der Esche, gibt es eine große Wäsche (= verregneter Sommer). – Eine  Bauernregel mit diesen beiden Bäumen gibt es übrigens auch auf Englisch: Oak before ash, in for a splash / Ash before oak, in for a soak.
  • Im September die Birnen fest am Stiel, bringt der Winter Kälte viel.
  • Viel Eicheln im September, viel Schnee im Dezember.
  • Sankt Kosmas und Sankt Damian fängt das Laub zu färben an.
  • Fallen die Eicheln vor Michael ab, so steigt der Sommer früh in’s Grab.
  • Wenn Bucheckern geraten wohl, Nuss- und Eichbaum hängen voll, so folgt ein harter Winter drauf, und es fällt der Schnee zuhauf.
Mehr zu Bauernregeln

 
Heilige Bäume in Nigeria

Emeka E. Okonkwo, Maureen O. Ukaegbu und Afamefuna P. Eyis sind drei ForscherInnen der Universität von Nigeria. Sie haben traditionelle Formen der Holzverarbeitung in Anaocha, einer Region im Südosten Nigerias, untersucht. In ihrem Artikel „A Documentation of Some Traditional Aspects of Wood Consumption in Anaocha, Nigeria“ schreiben sie auch über die spirituelle und mythologische Bedeutung bestimmter Bäume bzw. Hölzer:

Farbphoto einer reich verzierten Holztür„In Anaocha, wood and wood products have socioeconomic, political, religious, and cultural implications. These are enshrined in the people’s ways of life and exemplified in their norms, values, beliefs, and customs. Religiously, some trees (Iroko, Ofor, Anunuebe, and Ogilisi) are perceived to be sacred because of the religious roles such trees play within the locality as well as their perceived inherent supernatural powers. Trees, such as Iroko, coconut, and so forth, are linked to reincarnation of certain individuals. It is a general belief that a reincarnated individual buries his or her Iyi-uwa (a special kind of stone, which forms the link between an Ogbanje and the spirit world) with which his or her reincarnation was made possible under such trees. Iyi-uwa is an object from Igbo mythology that binds the spirit of a dead child (known as Ogbanje) to the world, causing it to return and be born again by the same mother. (…)
Ethnographic sources revealed that white or red cloths are tied around the tree and that such cloth is often stained with blood of sacrificial animals such as fowls, goats, cows, and so forth. Furthermore, the foot of the tree is decorated with broken pieces of potsherds and stones that are arranged strategically. Prayers and libations are often done under such a tree which is often linked to a particular deity.
Wood types such as Iroko, Akanta, and Ngwu are used in carving sacred objects such as masquerade heads, images of deities (gods and goddesses), and religious musical instruments such as drums, gongs, and flutes. This is because of the belief that they are associated with Ala, the earth goddess, and has connection to the supernatural beings or the spirit world that links the people with their ancestors and ancestress. Thus, some trees are revered as demigods and attract lots of rituals, ceremonies, offerings of sacrifices, and dedications in the communities where they are found. In fact, sacred trees such as Iroko, Ngwu, and Ofor are installed as gods by most communities in Anaocha“.
Quellen

Textauszug aus: Emeka E. Okonkwo / Maureen O. Ukaegbu / Afamefuna P. Eyis: „A Documentation of Some Traditional Aspects of Wood Consumption in Anaocha, Nigeria„. In: SAGE Open 6 (2016) 2 (frei zugänglich, Lizenz CC-BY)

Bild von: Neil R: Tür aus Iroko-Holz, dem Meister von Ikare zugeschrieben, spätes 19. Jahrhundert (Lizenz CC-BY-NC). Weitere Beschreibung des Objekts auf der Website des Brooklyn Museums. Quelle des Objekts: Museum Expedition 1922, Robert B. Woodward Memorial Fund.