Forst & Kultur

Über den Klaubzettel

Der “Klaubzettel” ist mir erstmals in einem aktuellen Interview mit dem Wiener Gärtner Kurt Schöny untergekommen, der über seine Kindheit erzählt:

…da waren wir Holz klauben, aber ohne “Klaubzettel”, den haben wir uns nicht leisten können. Außerdem hat der Auflagen gehabt: nur fünf Zentimeter starke Äste, kein Schubkarren, kein Wagerl, nur das was man tragen kann und nur einmal am Tag.

Ich habe online nicht sehr viel zu diesem Begriff gefunden. Das Deutsche Sprichwörter-Lexikon von Karl Friedrich Wilhelm Wander erwähnt den Klaubzettel im Eintrag “Die Schwammengräfin”. Hier wird der Beiname einer erzgebirgischen Gräfin nach dem Prager Tageblatt 111/1877 zitiert und seine Herkunft erklärt:

Ihre ausgedehnten Waldungen darf kein hungernder oder frierender Dorfbewohner betreten, ohne vorher seinen ‘Schwammen-, Beeren- oder Klaubzettel’ in der gräflichen Kanzlei gelöst zu haben, der allein ihn berechtigt, im Walde Holzabfälle zu sammeln oder Schwämme und Preisselbeeren zu suchen.

Mit dem “Klaubzettel” hatte man eine Bestätigung, die das Sammeln von Holz in einem fremden Wald erlaubte. Dieses “Klaubholz” oder “Leseholz” war für viele Leute wesentlich, um ihre Unterkünfte beheizen zu können. Die Bestätigung wurde meist von Förster oder Forstamt ausgestellt.


Gerettet aus dem Wald am Heiligen Abend

Lichtenegg Kaltenberg Maria Schnee Bild Legende
Gerettet aus dem Wald. In der Wallfahrtskirche Maria Schnee in Kaltenberg (Lichtenegg, Niederösterreich) hängt ein Gemälde, das im oberen Bereich zwei Männer in einem verschneiten Wald und Maria mit dem Kinde zeigt. Im unteren Bereich wird der Hintergrund dieses Bildes beschrieben:

Im Jahre 1804 war ein sehr kalter Winter mit vielem Schnee. An dem heiligen Weihnachtsabende war ich auf der Reise in einer mir ganz fremden unbekannten Gegend, und mein Weg führte mich durch einen großen Wald. Es wurde Abend, und kein Mensch kam mir unter. Ich verfehlte den Weg, und verirrte mich; denn es war weder ein menschlicher Fußtritt, noch Fußpfad im tiefen Schnee zu sehen. Damahls gab es sehr viele Wölfe, und ich sah von allen Seiten Spuren von diesen Raubthieren. Da seufzte ich: Was wird heute noch mit mir werden? – ich finde nicht aus diesem Walde hinaus. Ein zweyfacher Tod schwebte mir vor Augen; – denn bleibe ich auf dem Erdboden, so muß ich erfrieren, oder werde eine Beute der Wölfe; steige ich auf einen Baum, so muß ich ebenfalls erstarren, muß herabstürzen, und werde von den Raubthieren aufgefressen. –

Aber ich bin durch die Gnade Gottes, und auf die Fürbitte der allerseligsten Jungfrau Maria, die ich stets mit wahrer Inbrunst verehrte, gerettet worden. Ich hörte in einer kleinen Entfernung Schläge wie von einem Holzhauer, und ging augenblicklich, und so schnell als meine Kräfte es vermochten, auf die Gegend zu, und sah da ein kleines Männlein bey einem Baume stehen. Diesen fragte ich: Guter Freund, wo komme ich aus diesem Walde und auf die Straße? O mein Herr, sagte der Mann, wo käme der Herr da hin. Der Wald ist sehr groß, in dieser Richtung findet der Herr nicht mehr hinaus. – Ich bath ihn zweymahl, er solle mich gegen Bezahlung hinaus führen; er ging aber nicht, sondern versicherte, ich werde schon hinaus finden. Zugleich zeigte er mir mit seinen beiden Händen, wo ich gehen soll. – Daß an einem so großen, heiligen Abend Jemand so tief in den Wald geht, um Holz zu hacken, dareüber lasse ich jeden Christen selbst nachdenken; ich aber kann die Wahrheit dieser wunderbaren Begebenheit mit einem Eide bestätigen, und verdanke meine Rettung Gott, und der Fürbitte meiner heiligen Schutzmutter der allerseligsten Jungfrau Maria.

Anton Freyschlag, Kürschnermeister in Edlitz

Ein weiteres interessantes Detail wird auf der Gemeinde-Website erwähnt: “Kaiserin Maria Theresia spendete der Kirche ein Kreuzpartikel, das heute noch verwendet wird”.


Call for Papers: Der Wald in der Literatur des Mittelalters

Der Wald in der Literatur des Mittelalters. Konzepte – Funktionen – Deutungen” ist das Thema eines Workshops, der im Oktober 2020 in Bonn stattfinden wird. Dafür werden derzeit Beiträge gesucht.

Abstracts bis 12. Jänner 2020

Abstracts im Umfang von ca. einer Seite sind bis zum 12. Januar 2020 erbeten. Die Vorträge sind auf 30 Minuten plus fünfzehn Minuten Diskussion ausgelegt. Ansprechperson ist Dr. Simone Schultz-Balluff vom Institut für Germanistik, Vergleichende Literatur- und Kulturwissenschaft der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn.

Im Rahmen des Workshops soll ein Panorama von Konzepten, Funktionen und Deutungen des Wal­des in der Literatur des Mittelalters entfaltet werden; geplant ist eine Publikation (Sammelband) als Themenheft der Beiträge zur mediävistischen Erzählfor­schung.

Ausrichtung

Der Wald begegnet in allen erzählenden Textgattungen und Texten der mittelalterlichen Zeit: Er wird als Durchgangsraum ebenso wie als Handlungsraum inszeniert, er ist Ort der Liebe, des Mordes und der Jagd. Der Wald ist “Wildnis”, hortus conclusus, locus amoenus – er gehört zur Anderswelt und bildet ein Gegenkonzept zu umfriedeten Bereichen wie Hof, Kloster und Stadt. So vielfältig die Kon­zeptuali­sierungen des Waldes sind, so vielfältig sind auch seine Funktionen und dementsprechend komplex ist sein Deutungspotential.

Immer wieder ist der Wald perspektiviert worden: als wilder Wald (Schmid-Cadalbert 1989, Schulz 2003), als hand­lungsloser Raum bzw. als Durchgangsraum (Brin­ker-von der Heyde 2005), als Raum des Mythos und des Erzäh­lens (Schnyder 2008). Zuletzt erfolgte eine syste­matisie­rende Auswertung auf breiterer Quellenbasis (Lieber­mann 2019). Die literarische Gestaltung, Verar­bei­tung und Funktionalisierung des Waldes finden im­mer wie­der Berücksichtigung, allerdings bleiben die Auswertun­gen zumeist punktuell (eine noch immer erhellende Ausnahme bildet die romanistische Studie von Stauffer 1958). Der Band “Der Wald im Mit­telalter. Funktion, Nutzung, Deutung” (Vavra 2008) ver­sammelt Beiträge unterschiedlicher Disziplinen und bietet neben allge­meinen Grundlagen auch vertiefende Beiträge.

Die Ausstellung “Unter Bäumen. Die Deutschen und der Wald” (2011 im Deutschen Historischen Museum Berlin) unterstreicht das allgemein kulturhistorische Interesse, der zahlreiche Essays enthal­tende Ausstellungsband beleuchtet Aspekte vom Mittelalter bis zur Gegenwart (Breymeyer/ Ulrich 2011). Von germanistisch-mediävistischer Seite liegt bislang keine umfassende Studie oder ein mög­lichst viele Facetten bündelnder Sammelband vor, insbesondere vor dem Hintergrund der wie­der­erstarkenden Raumtheorie (Gerok-Reiter/ Hammer 2015, Hammer 2019) er­scheint eine Zusam­men­führung bestehender Ansätze, aber auch eine Neuperspektivierung dringend geboten und äu­ßerst lohnenswert (Stichpunkte: Heterotopie, Chronotopos, Schwellenraum, Episode vs. Modul).

Themenbereiche und Zugänge

Der Workshop möchte ein Forum bieten, um Strategien zu entwickeln und Ansätze zu erproben, mit denen Konzeptualisierungen, Funktionen und Deutungen des Waldraumes in der Literatur des Mit­telalters (neu) aufgearbeitet werden können. Die Vorträge sollen erste Annäherungen bieten und Überlegungen zur Diskussion stellen. Mögliche Themenbereiche und grundlegende Zugänge könnten sein:

Textsorten und Gattungen. Impulse: einzelne Texte und Textgruppen (gattungsbezogen oder -übergreifend), neben der Epik auch Ly­rik und nicht-epische Texte

Zeitstufen und Sprachräume. Impulse: Raumspezifika: z.B. der Wald in den südlichen Teilen des deutschen Sprachraums (Tirol, Bayern) und im Norden; Zeitspezifika: z.B. der Wald in früh-, hoch- und spätmittelalterlichen Texten

Semantisches Profil und sprachliche Realisierung. Impulse: unterschiedliche Waldbezeichnungen (tan, walt); semantische Felder (z.B. Modifikation als grüen, groz, vinster, wild); Konzeptualisierung (Wald als “Wildnis”)

Raum – Zeit – Figuren. Impuls: Anschluss an neueste theoretische Zugänge spezifische Analysen von Raum- und Zeitstrukturen sowie des Personals und der Figurenzeichnung

Weiterführende Perspektiven. Impulse: Der Wald in Text und Bild; Walddarstellungen in der deutschsprachigen Literatur im Verhältnis zur Vorlage; Ausdifferenzierung in der parallelen Überlieferung; Konzeptualisierungen in angrenzenden Philologien.

Quelle: h-germanistik. Gesamter Text.


Winzendorf: Themenweg Harz und seine Gewinnung

Am vergangenen Wochenende habe ich den Themenweg “Harz und seine Gewinnung” in Winzendorf (Bezirk Wiener Neustadt) besucht. Hier werden an neun Stationen Föhren fachkundig von einem ortsansässigen Pecher bearbeitet und die Arbeitsvorgänge auf Schautafeln erklärt. Wetterbedingt habe ich nur den ersten Teil des Weges begehen können, aber er kommt definitiv auf die Liste für die Ausflugsziele mit kurzer Anreise, die ich auch spontan besuchen kann.

Der Dorferneuerungsverein Winzendorf hat den Themenweg im Jahr 2011 eröffnet. Leider sind einige der Schautafeln schon sehr vom Wetter mitgenommen und mittlerweile schlecht lesbar. Die Erhaltung solcher Wege ist aufwendig, das verstehe ich. Es wäre außerdem gut, wenn der Themenweg auf der Lehrpfade-Seite des Nachhaltigkeitsministeriums gelistet wäre.


Save the date: Forst- und Kultur-Tagung im Oktober 2019

Die 6. Österreichische Forst- und Kultur-Tagung 2019 zum Thema “Zusammenarbeit zwischen Forst und Kultur auf betrieblicher und regionaler Ebene” findet von 11. bis 12. Oktober 2019 im Stift St. Georgen am Längsee (Kärnten) statt. Dabei werden alle Abschlussarbeiten des Zertifikatslehrganges Forst und Kultur seit 2009 ausgestellt.

Das Programm für den 11. Oktober wird in Kürze veröffentlicht. Am 12. Oktober steht eine Exkursion zum Forstgut Saualpe auf dem Programm. Der Betrieb wird von der Lehrgangsabsolventin Walburga Litschauer geführt. Die Exkursion wird von Susanne Klemm und Wilhelm Wadl begleitet.

Organisatorisches
  • Übernachtung: Übernachtungspauschale EZ mit D/WC/Frühstück € 67,00 bzw. DZ mit D/WC/Frühstück p/Pers € 59,00
  • Zimmer sind ab 11. bzw. ab 10. Oktober vorreserviert unter “Absolventenverband Forst und Kulturservice”. Zimmerreservierung/Zahlung direkt an: Stift St. Georgen am Längsee, Schlossallee 6, 9313 St. Georgen am Längsee, Tel.: +43 4213 2046 oder office@stift-stgeorgen.at
  • Tagungspauschale: Tagungspauschale inkl. Kaffeepausen, Mittag- und Abendessen € 49,50. Bitte auf das FoKuS Konto überweisen (IBAN: AT31 3413 5000 0701 7858)
  • Anmeldung: FoKuS-Absolventenverband Forst-und-Kultur-Service, Lili Gogela, lili_gogela@gmx.at

Call for Papers: Mobilisations et conflits forestiers hier et aujourd’hui

Für den Studientag “Mobilisations et conflits forestiers hier et aujourd’hui” am 25. Jänner 2020 werden Beiträge gesucht. Die Tagung wird von der Groupe d’histoire des forêts françaises an der Université Paris-Sorbonne organisiert. Einreichfrist für Proposals ist der .

L’histoire forestière est jalonnée de conflits aux formes et raisons les plus diverses. Or, si les mobilisations en faveur de l’environnement ou d’un territoire ont déjà fait l’objet d’analyses et travaux en ce sens, la forêt, espace singulier de la mise en oeuvre des politiques publiques, en reste le parent pauvre alors que l’actualité la met régulièrement sur le devant de la scène médiatique. Les mobilisations et engagements forestiers, qu’ils soient pris au nom de l’emploi et du développement économique, de la nature, de la biodiversité ou du patrimoine, du bien-être ou de l’amélioration des conditions de vie, invitent à décaler le questionnement du côté du bien commun. La journée d’études du 25 janvier 2020 propose donc de combler ces lacunes en envisageant la manière dont « la » forêt a été et demeure le lieu d’affrontements et de mises en débats de sa valeur (économique, patrimoniale, affective, écologique, sociale) et de son traitement, aussi bien par les politiques publiques que par les propriétaires.

Quatre axes d’analyse sont proposés:

  • Forêt: lieu, objet, support de conflits
  • Formes des conflits forestiers: acteurs, contributeurs et cibles
  • Mises en scène et visibilité du conflit forestier
  • Mobilisations positives et résolutions du conflit forestier

Weiterlesen im Rural History Newsletter.


Der Wald nur harrt alleine….

Es herrscht ein tiefes Schweigen
Im dunkeln Waldesschooß –
Die letzten Blümlein neigen
Ihr Haupt ins graue Moos.

Verklungen sind die Psalter,
Die sonst erklangen hell –
Verendet hat der Falter
Im müden Felsenquell.

Der Wald nur harrt alleine
Geruhig aus und kühn,
Und wie im Frühlingsscheine
Verbleibt sein Scheitel grün.

Er sieht sein Glück verderben,
Das freundlich ihn umspann, –
Und kann doch selbst nicht sterben,
Der alte, finstre Tann!

Das Gedicht “Tannenwald” von Ludwig Bowitsch wurde Mitte der 1850er Jahre in der Zeitschrift “Aurora-Album” abgedruckt, die in der Digitalen Wienbibliothek online nachgelesen werden kann. Bowitsch war Jurist, arbeitete als Beamter in der Hofkammerprokuratur und verfasste spätromantische Gedichte, Märchen und Sagen.


Bär: König des finnischen Waldes

Zum Weiterlesen

Rogalin: drei legendäre Eichen

Die Steileichen im Park des polnischen Schlosses Rogalin haben eine besondere Bedeutung: Drei von ihnen erinnern an die Legende der drei Brüder Lech, Čech und Rus, die als Stammväter der slawischen Länder Lechland (Polen), Čechy (Böhmen) und Rus (Ruthenien) gelten. Die Bäume sind nicht sehr hoch, aber um die siebenhundert Jahre alt.

Die Sage der drei Brüder liegt in verschiedensten regionalen Varianten vor. Im wesentlichen geht sie von einer Zeit aus, als alle Slawen gemeinsam zwischen Weichsel und Dnjepr lebten und die gleiche Sprache verwendeten. Als Wild und Fisch für die Bevölkerung zu knapp wurde, wurde den Brüdern klar, dass sie alle wegziehen müssten. Sie trennten sich also und ließen sich mit ihrem jeweiligen Familienstamm an verschiedenen Orten nieder.

Bildquelle: magro_kr: “Lech, Czech i Rus“. Flickr, 3. Mai 2012, CC-BY-NC-ND. Weitere Information: Wikipedia, Website des Museums.


Woher Mariabrunn seinen Namen hat

Als im XI. Jahrhundert rings noch Wald diese Gegend deckte, lustwandelte Gisela, die Witwe des großen Ungarkönigs Stephan, welche sich aus den blutigen Fehden um die Krone Ungarns an den Hof des Markgrafen von Österreich zurückgezogen hatte, in diesem Forste. Ein böses Fieber hatte sie ergriffen, jeder Heilung trotzend. Auf diesem Spaziergange fand sie einen Brunnen, auf dessen Wasserspiegel ein aus Lindenholz geschnitztes Madonnenbild schwamm. Sie zog es heraus, und ein innerer Drang hieß sie, von dem Wasser dieses Brunnens trinken. Sie folgte der geheimnisvollen Mahnung, und genas. Nun ward hier eine Kapelle errichtet, welche bald das Ziel häufiger Wallfahrten wurde.

1639 wurde neben der Ursprungsquelle ein Kloster der Augustiner-Barfüßer errichtet. Die 1805 von Franz II. gegründete k. k. Forstlehranstalt wurde 1813 von Purkersdorf in einen Teil dieses Klosters verlegt und nutzte nach der Klosteraufhebung 1829 das gesamte Gebäude.

Es bestehen zwei Lehrkurse daselbst, ein niederer, einjähriger, und ein höherer, zweijähriger, mittelst welchem der gesammte Unterricht in der Forstwissenschaft gegeben wird. Praktische Übungen werden auf das zweclmäßigste mit dem theoretischen Unterrichte verbunden. Die Zöglinge, 60 bis 70 an der Zahl, müssen zwischen dem 18. und 30. Jahre stehen, und wenigstens die Normalschulklassen zurückgelegt haben. Die Schüler des einjährigen Kurses müssen auch schon wehrhafte Jäger seyn, und wenigstens zwei Jahre praktisch gedient haben. Für die Verpflegung in der Lehranstalt werden 220 fl. bezahlt. Der Unterricht ist frei.

Mariabrunn wurde 1850 nach Hadersdorf eingemeindet und gehört seit 1938 zum Wiener Bezirk Penzing. Die Giselagasse erinnert noch heute an diese Legende.

Quelle der Zitate: Franz Carl Weidmann: Die Umgebungen Wien’s : historisch-malerisch geschildert ; mit einem topographischen Plänchen. Wien: Mayer & Compagnie 1839, Signatur A-7572, digitalisiert von der Wienbibliothek im Rathaus.


Lesetipp: The bear and the nightingale

The forest was quiet on the cusp of winter, the snow thicker between the trees. Vasilisa Petrovna, half-ashamed and half-pleased with her freedom, ate her last half honeycake stretched out on the cold limb of a tree, listening to the soft noises of the drowsing forest. “I know you sleep when the snow comes,” she said aloud. “But couldn’t you wake up? See, I have cakes.”

She held out the evidence, now little more than crumbs, and paused as though expecting a reply. But none came, between a soft, rattling wind that stirred all the trees together.

“The bear and the nightingale” ist der Debut-Roman von Katherine Arden. Die junge US-amerikanische Schriftstellerin hat nach der High-School ein Jahr in Moskau gelebt und am Middlebury College Russisch und Französisch studiert. In “The bear and the nightingale” verarbeitet Arden Elemente aus der russischen Folklore und Mythologie. Das Buch ist in der historischen Landschaft Rus (auch Ruthenien) vergangener Jahrhunderte angesiedelt. Der Wald mit seinen Bewohnerinnen und Bewohnern spielt dabei eine besondere Rolle. Das Buch hat mich sehr gefesselt.

Mittlerweile gibt es zwei weitere Bände, die gemeinsam mit dem ersten die “Winternight Trilogy” bilden und gleich als nächstes auf meine Leseliste kommen! Der Roman ist übrigens auch auf Deutsch erschienen – bei Heyne unter dem Titel “Der Bär und die Nachtigall“.

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