Header Image

Kategorie: Holzverarbeitung

Holz als Werkstoff

Eiche und Palisander. Zu Gast auf Schloss Hernstein

Der im letzten Jahr gegründete Verein Architekturerbe Österreich hat sich zum Ziel gesetzt, Führungen durch Gebäude und Gärten, die normalerweise nicht öffentlich zugänglich sind, zu ermöglichen. So bin ich gestern ins Schloss Hernstein gekommen.

Das einstmals schlichte Anwesen, ein ehemaliger Meierhof, wurde – im Auftrag des Erzherzogs Leopold Ludwig – von Theophil Hansen umgebaut und im Stile der englischen Gotik modernisiert. Hansen gestaltete nicht nur das Gebäude an sich, sondern entwarf auch große Teile der Inneneinrichtung – vom Stiegengeländer bis zur Türschnalle. Heute gilt das Schloss als eines der bedeutendsten historistischen Gebäude Österreichs. Es ist im Besitz der Wirtschaftskammer und wird für Seminare genutzt.

Holzdecke und Jagdszenen

Interessant für Frau von Wald: der Boden im Wappensaal, der aus Eichenholz mit Palisander-Einlagen gefertigt wurde. Beeindruckende Holzdecken, von denen die prachtvollste den Gegenwert von dreißig Bauernhöfen kostete. Deckengemälde mit Jagdszenen. Der Schlosspark mit künstlichem Teich, an dem zur Unterhaltung auch Seeschlachten nachgestellt wurden.


 
Von der Sargfabrik zum Wohnprojekt

Besuch im Wiener Gemeindebezirk Penzing: Aus der Holz- und Metallsargfabrik Julius Maschner & Söhne, der größten Sargfabrik der Monarchie, entstand 1996 nach zehnjähriger Planungsarbeit ein innovatives Wohnprojekt. Thomas Harbich stellt das Vorhaben in seiner Reihe WienFakten vor.

Die Firma Maschner, die Nachfolgerin der 1860 gegründeten „K. u. K. Hof-Metallwarenfabrik A. M. Beschorner„, stellte unter anderem die Särge für Mary Vetsera und Karl Lueger her.

Zum Weiterlesen
  • Lackner, Franz: Die Geschichte der Sargfabrik Julius Maschner & Söhne. Unternehmensgeschichte als Spiegel gesellschaftlicher Wandlungsprozesse seit dem 19. Jahrhundert. Ein wirtschaftshistorischer Beitrag zur Sepukralkulturforschung. Wien, Univ., Dipl.-Arb., 2000

 
Pressespiegel 2018/02 – von Lorbeerwäldern bis Tannin als Dämmstoff

Claudia Lagler: „Dämmen und schützen mit Tanninen. An der FH Salzburg suchen Wissenschaftler nach innovativen Materialien für umweltfreundliches Bauen. Dämmstoffe aus Tannin könnten irgendwann Styropor ersetzen„. In: Die Presse, Wissen & Innovation, 24. Februar 2018, S. 34 – der Holzwissenschaftler Gianluca Tondi von der FH Salzburg forscht nach Einsatzmöglichkeiten für Tannin aus der Holzindustrie und Lignin aus der Zellstoffproduktion. Als eine Anwendung werden die Herstellung von Dämmschäumen auf Tanninbasis und ihre biologische Abbaubarkeit untersucht.

N.N.: „Ökologie bleibt Megatrend. Für Investoren und Bauherren erweist sich nachhaltiges Bauen als rentabel. Immer mehr Menschen wollen in Holzbauten leben“. In: Salzburger Nachrichten, Immobilien, 24. Februar 2018, S. 31 – die höheren Baukosten für Green Buildings rechnen sich durch den höheren Verkaufspreis, stellt eine Wiener Unternehmensberatung fest. Assoziationen zum Baustoff Holz sind unter anderem „natürlich“, „gutes Raumklima“ und „riecht gut“. Im Artikel erwähnt werden auch der Trend zu Vertical Farming und Modelle von schwimmenden Städten.

Reinhard Engel: „Vom Duft der Späne. Der elektronische Tischler: Simon Hohensinn ist bei der Herstellung von Naturholzmöbeln verantwortlich für die Bearbeitungsautomaten„. In: Die Presse, Spectrum, Zeichen der Zeit, 24. Februar 2018, S. IV – Die Arbeit des Tischlereitechnikers Simon Hohensinn bei Team7 in Ried im Innkreis wird vorgestellt.

Carsten Heinke: „Wo die Bäume Pelze tragen. Ganzjährig frühlingshaftes Klima beschert La Gomera eine einzigartige Flora und Fauna„. In: Die Presse, Reisen, 24./25. Februar 2018, S. R2 – Lorbeerwälder im Nationalpark Garajonay auf La Gomera: „Die Nebelwand, die jeden Laut zu schlucken scheint, umschließt ihn [den Wanderer] ebenso wie das Gewirr der schiefen, knorrigen und krummen Stämme, Äste, Zweige, Wurzeln. Die meisten sind so dicht von Moos und Flechten überwuchert, dass man meinen könnte, es sei Fell“.


 
Märchenhafte Baumgeschichten in Bad Schönau

Farbphotographie, Sitzbank mit einer Tafel, Aufschrift Baumgeschichten von Folke TegetthoffSeit 1988 findet in Österreich das Internationale Erzählfestival in verschiedenen Ausprägungen statt, seit 2007 gibt es fabelhaft!NIEDERÖSTERREICH. Einer der Standorte ist der Kurort Bad Schönau in der Buckligen Welt. Wie ich heute bei einem Spaziergang entdeckt habe, weisen verschiedene Elemente im Ort auf diese wunderbare Veranstaltung hin, zum Beispiel im Kurpark. Der Initiator des Festivals, Folke Tegetthoff, schrieb für fünf ganz individuell gestaltete Holzbänke im Kurpark eigene Märchen mit Bezug zu Bäumen – Baumgeschichten eben.

Bankstapler und Laufbank

Fünf Tischlereien aus der Buckligen Welt haben diese originellen Sitzmöbel gestaltet: die Tischlerei Geyer aus Krumbach (Baumgeschichten), die Tischlerei Ostermann aus Wiesmath (Bankstapler), die Tischlerei Ponweiser aus Bromberg/Schlatten (Seufzerbank), die Tischlerei Schrammel aus Lichtenegg (Märchenbank) und die Tischlerei Walli aus Thernberg (Laufbank).

Das Storytelling-Festival findet in Bad Schönau heuer von 30. Mai bis 3. Juni statt. Beschreibung; „Was Sie hier erwartet, ist kein Bühnenspektakel, keine aufwendige Technik oder Regie, sondern EIN einzelner Mensch, der nichts tut als… ERZÄHLEN“.

Schulbank einmal anders

Auch in der Steiermark werden seit Jahren Geschichten erzählt. Für das Festival 2016 entwarfen und fertigten Schülerinnen und Schüler der Landesberufsschule Fürstenfeld elf Sitzbänke ganz nach ihren eigenen Vorstellungen. Die Tischlereien Baumann aus Mureck und Gollob aus Großklein bauten zwei weitere Sitzbänke.

Zum Weiterlesen

 
Die Heilkraft der Bäume. Holz-Pionier Erwin Thoma im Radiokulturhaus

Johannes Kaup spricht am 11. Jänner 2018 im Radiokulturhaus mit dem Forstwirt und Holzbaupionier Erwin Thoma zum Thema „Die Heilkraft der Bäume – und wie die Wissenschaft sie entschlüsselt“. Die Veranstaltung wird auf der Ö1-Website als MP3-Livestream übertragen. Eintritt zur Veranstaltung: 17 EUR (mit ORF RadioKulturhaus-Karte -50%, Ö1-Club-Karte -10%). Aus der Ankündigung:

Baumkronen, von unten photographiert„Dass Bäume eine Heilkraft auf den Menschen haben, lässt sich heute wissenschaftlich nachweisen. Die ETH Zürich brachte Klarheit in die kontroversen Debatten über ‚Mondholz‚ und die Medizinische Fakultät der Universität Graz [Anm. Joanneum Research?] wies nach, dass das Leben in Holzräumen nicht nur unser Immunsystem, sondern auch unser Herz stärkt. Die interdisziplinär forschende Bionik (auch Biomimetik) beschäftigt sich mit Erfindungen der Pflanzen- und Tierwelt und dem Übertragen von Phänomenen der Natur auf die Technik – denn die Natur entwickelt im Anpassungsprozess an wechselnde und oft schwierige klimatische Umweltbedingungen immer wieder neue und sich verbessernde Lösungen. Warum und wie trägt Holz zu besserer Gesundheit und sogar längerem Leben bei? Wie findet man heute Holz, das chemisch unbehandelt und langlebig ist? Warum hat ‚Mondholz‘ einzigartige Qualitäten für dauerhafte Holzkonstruktionen? Wie kann der Werkstoff Holz zu einem Beispiel für eine Kreislaufwirtschaft werden, für eine energieautarke Industrie, für erneuerbare Energien, für mehr Lebensqualität und Lebensfreude?“

Erwin Thoma: Bäume als Weggefährten

Bemooste Baumwurzel, Laub, in Viechtau„Ing. Dr. Erwin Thoma (…) beschäftigte sich als Förster in den Wäldern des Tiroler Karwendelgebirges jahrelang mit den Geheimnissen der Bäume und dem alten Wissen über Holz. Dieses Wissen brachte er in seine später gegründete Holzbaufirma ein, um Häuser zu errichten, die zu 100 Prozent aus Holz sind und nicht chemisch behandelt werden. Sein Weltpatent und seine Neuentwicklungen werden derzeit an mehreren europäischen Universitäten untersucht. Für seine Vollholzbauten wurde Thoma mehrfach international ausgezeichnet und er erhielt die bislang einzige ‚Cradle to Cradle‘-Gold-Zertifizierung für Baumaterial. Mit seiner Frau und seinen drei Kindern lebt Erwin Thoma heute in Goldegg. Er beschreibt Bäume wie Weggefährten und gibt sein Wissen in Vorträgen und zahlreichen Bücher weiter. Zuletzt erschienen sind ‚Die geheime Sprache der Bäume‚ sowie ‚Holzwunder‚“.

Quelle: radiokulturhaus.orf.at/artikel/466327.


 
Pressespiegel 2017/12 – vom Troadkastenhaus zum Krippenbauer

Ute Woltron: „Teilen im Garten„. In: Die Presse, 22. Dezember 2017, S. 15 – Erinnerungen an die Weihnachtsgeschichte „Der kleine Tannenbaum“.

Lisbeth Legat: „Hausgeschichte: Experiment Troadkasten 4.0„. In: Die Presse, 8. Dezember 2017, S. I1 – „Am Ortsrand von Tamsweg hat Architekt Herwig Zöhrer als Bauherr seine Vision eines smarten, nur mit Produkten aus der Region erbauten Hauses verwirklicht“ – er nennt es „Smart Wood-Haus“.

Sonja Plank-Wiesbauer: „Krippenbauer seit fast 20 Jahren: ‚Das Basteln ist wie eine Therapie‘„. In: Tips, Bucklige Welt, 50. Woche 2017, S. 6 – Portrait des Hochwolkersdorfer Krippenbauers Andi Wally, der sich in seiner Pension einen langgehegten Wunsch erfüllte und die Ausbildung zum Krippenbaumeister machte.

Stefanie Bispring: „Sevilla: Der Wunschzettel am Pomeranzenbaum„. In: Die Presse, 5. Dezember 2017 – spanischer Brauch

Manfred Wolf (Text) / Volker Weihbold (Photos): „Hüter der Stille. Der Winter hat Einzug gehalten im Nationalpark Kalkalpen – und mit ihm eine unsagbare Ruhe. Diese Zeit hat für Nationalpark-Ranger Michael und seine Frau Erni Kirchweger einen ganz besonderen Zauber. Manfred Wolf hat sie besucht„. In: Oberösterreichische Nachrichten, 2. Dezember 2017 – Bildreportage über das Leben in einem Forsthaus

Wojciech Czaja: „In den Hallen der Rims und Burzenschrauben“. In: Der Standard, 1. Dezember 2017, S. 20 (online leicht abgeändert unter dem Titel „Wie aus Rims und Burzenschrauben Steinway-Flügel entstehen“ nachzulesen) – Beschreibung des Klavierbaus im Hause Steinway in Hamburg


 
FAST Pichl: Lernen, wie man Kohle macht

Die Forstliche Ausbildungsstätte Pichl bietet im Mai nächsten Jahres einen Kurs zum Bau eines Kohlemeilers an.

Das Verkohlen von Holz ist ein uraltes Handwerk, das in Mitteleuropa nur noch bei historischen Festen und Veranstaltungen als alte Tradition vorgeführt wird. Es gibt zwei unterschiedliche Verfahren, Holzkohle zu erzeugen: zum einen im Kohlemeiler und zum anderen – seltener – im Kohlwerk. In diesem Kurs erlernen Sie das traditionelle Handwerk eines Köhlers von der Errichtung eines Kohlwerks bis hin zur Ernte der Holzkohle. Beim zweiten Teil wird das Kohlwerk geöffnet, und die TeilnehmerInnen können „ihre“ gewonnene Kohle mit nach Hause nehmen!“

Organisatorisches
  • Dieser Kurs ist ein Wahlmodul D der WaldpädagogInnenausbildung.
  • Zeit: 9. bis 12. Mai 2018
  • Ort: St. Jakob im Walde
  • Kosten 150 € gefördert (Mitglieder der Landwirtschaftskammer Steiermark) / 280 € nicht gefördert
  • Informationen und Anmeldung.
Köhlerei als immaterielles Kulturerbe
Außergewöhnliche Bruchform von Kohle.

Die Köhlerei wurde übrigens im Jahr 2011 als immaterielles Kulturerbe der UNESCO anerkannt. Auf deren Website kann man lesen: „Traditionell hat sich das Köhlergewerbe vor allem in jenen Regionen entwickelt, wo durch die Montanindustrie erhöhter Bedarf an Holzkohle bestand. Die österreichischen Köhlereien sind über das ganze Bundesgebiet verstreut, wobei das niederösterreichische Rohr im Gebirge mit derzeit sechs Köhlereibetrieben ein regionales Zentrum der österreichischen Köhlerei bildet. Das Köhlereigewerbe ist üblicherweise im bäuerlichen Umfeld angesiedelt, wobei es sich um ein Nebengewerbe handelt. Das Wissen wird praktisch erworben und von Generation zu Generation weitergegeben. Die Technik der Köhlerei ist zwar seit ihren Ursprüngen die gleiche geblieben, aber in der heutigen Zeit wird das Handwerk durch moderne technische Hilfsmittel unterstützt. Heute wird die durch die Köhlerei erzeugte Holzkohle insbesondere beim Grillen eingesetzt“.

Der Ankündigungstext des Kurses stimmt übrigens nicht ganz: Es sind zwar nur mehr sehr wenige, aber es gibt durchaus noch KöhlerInnen – auch in Österreich – und sogar einen Europäischen Köhlerverein! Zwei der noch Aktiven sind Kurskolleginnen von mir. Also, wer erstklassige Grillkohle aus heimischer Erzeugung beziehen will, wendet sich an Köhlerei Wieser, Rohr im Gebirge, Köhlerei Hochecker, Michelbach, oder die anderen Mitglieder im Verein! Und wer das Wissen um dieses traditionsreiche Handwerk bewahren will, besucht den Kurs.


 
Wald und Forst im neuen Regierungsprogramm

Das Regierungsprogramm 2017-2022 der ÖVP-FPÖ-Koalition enthält in den Abschnitten „Umwelt“ und „Landwirtschaft und ländlicher Raum“ einige Punkte zum Thema Wald und Forstwirtschaft. Im Bereich „Energie“ kommen erneuerbare Energien und Biomasse vor, aber z.B. Hackschnitzel werden nicht dezidiert angeführt. Einfluss werden sicher auch andere Punkte haben, bei denen Wald und Forst nicht explizit angeführt werden. Es empfiehlt sich, auch jeweils die einführenden Texte zu den jeweiligen Kapiteln zu lesen. Die „Reduktion des Schilderwaldes“ im Straßenverkehr sei zum Schluss auch noch erwähnt 😉

Umwelt
  • Forcierter Schutz vor Naturgefahren: Ausbau des Hochwasserschutzes und Verstärkung der nachhaltigen Schutzwaldbewirtschaftung (Naturverjüngung des Waldes); Bündelung der Kompetenzen und des Managements zum Schutz vor Naturgefahren (Wildbach- und Lawinenverbauung, Bundeswasserbauverwaltung und Via Donau)
  • Umsetzung der Waldstrategie
  • Schaffung geeigneter Rahmenbedingungen für öffentliche Gebäude zur Umstellung der Wärmeversorgung auf erneuerbare Energien (einschließlich Fernwärme)
  • Einsatz von heimischen Baustoffen (z.B. Holz) im öffentlichen Raum forcieren
Landwirtschaft und ländlicher Raum
  • Die Bundesregierung bekennt sich zu einer multifunktionalen, wettbewerbsfähigen und flächendeckenden Land- und Forstwirtschaft auf Basis einer ökosozialen Agrarpolitik.
  • Exportinitiativen für Agrarprodukte, Lebensmittel, Zuchtvieh, Forst– und Umwelttechnologie
  • Umsetzung der österreichischen Waldstrategie 2020 und Stärkung der aktiven, multi-funktionalen nachhaltigen Waldbewirtschaftung forcieren
  • Österreich als Forstland positionieren
  • Unterstützung der nachhaltigen Nutzung (klimafitter Wald) und Multifunktionalität der heimischen Wälder durch Sicherstellung der Schutz-, Erholungs-, Wirtschafts- und Wohlfahrtsfunktion
  • Ausarbeitung einer österreichischen Sektorstrategie für die Forstwirtschaft, um bei den Querschnittsmaterien bessere Synergien zu schaffen
  • Schutz der Eigentumsrechte gewährleisten
  • Öffnung der Forststraßen im Wald für Mountainbikes nur auf vertraglicher Basis
  • Ausweitung des Versicherungsschutzes in der Land- und Forstwirtschaft, um Klimawandel, Seuchen und Wetterextreme besser abzudecken

 
Zwanzig Hartholzlagen für das Klavier

Im „Standard“ vom 1. Dezember 2017 beschreibt Wojciech Czaja den Klavierbau im Hause Steinway in Hamburg. Die Methode zur Herstellung des „Rim“, der Außenkontur des Korpus, aus verleimten Hartholzlagen stammt von Theodor Steinweg, dem Sohn des Firmengründers Heinrich Engelhard Steinweg:

Die Geburtsstunde des Flügels ist – und das ist eine Besonderheit von Steinway – die Fertigung des sogenannten Rims. Denn im Gegensatz zu anderen Klavierproduzenten, die zunächst das mechanische Innenleben bauen und es anschließend ins Holzgehäuse heben, werden im Hause Steinway Gussplatte, Saitenwerk und Klaviatur direkt in den fertigen Holzkorpus eingearbeitet. (…) Erst werden, je nach Flügeltyp und Größe, bis zu 20 Hartholzlagen aus Ahorn und Mahagoni, sogenannte Dickten, durch die Leimmaschine und über den Leimtisch gejagt und übereinandergeschichtet, anschließend tragen vier Mann das klebrig-feuchte Holzpaket zum Biegebock, wo es mit gigantischen Burzenschrauben und Stempelklammern unter Hochdruck eingespannt wird. Nach drei bis sechs Stunden bei 65 Grad Celsius und tonnenschwerem Druck ist der Rim ausgehärtet.

Wojciech Czaja: „In den Hallen der Rims und Burzenschrauben“. In: Der Standard, 1. Dezember 2017, S. 20 (online leicht abgeändert unter dem Titel „Wie aus Rims und Burzenschrauben Steinway-Flügel entstehen“ nachzulesen)