Wald

Überbegriff

Wie aus Holzresten Arzneimittel werden

Katalin Barta entwickelt Lösungen für eine grüne, nachhaltige Chemie. Aus dem Holzbestandteil Lignin will sie Moleküle für die Pharmaindustrie gewinnen – energiearm, effizient, mit neuen Lösungsmitteln und deutlich weniger Abfall als in der Petrochemie.

Barta arbeitet im Projekt „WoodValue: Nachhaltige Wege zu bioaktiven Heterocyclen aus Holz“. Mehr dazu im Beitrag „Wie aus Holzresten Arzneimittel werden“ von Verena Ahne im scilog-Magazin des FWF: https://scilog.fwf.ac.at/magazin/wie-aus-holzresten-arzneimittel-werden.


Onlinekurs: Wald und Holz als Lernressourcen

Wald und Holz als Lernressourcen – Didaktik für eine nachhaltige Zukunft“ ist eine neue Ressource für Pädagog*innen von der Primarstufe bis zur Erwachsenenbildung. Dieser Online-Kurs wurde von der Fachhochschule Salzburg und der Hochschule für Agrar- und Umweltpädagogik Wien erarbeitet. Er kann kostenlos besucht werden.

Wald und Holz sind weit mehr als natürliche Rohstoffe. Sie sind Lebensraum, Wirtschafts- und Klimafaktor, Werk- und Baustoff sowie wertvolle Lernressourcen für eine zukunftsorientierte Bildung. Dieser MOOC lädt Sie ein, Wald und Holz aus unterschiedlichen Perspektiven kennenzulernen und als didaktisches Potenzial für Ihre pädagogische Praxis zu entdecken. Der Kurs richtet sich an Pädagog:innen aller Bildungsstufen, von der Elementarpädagogik über die Primar- und Sekundarstufe bis hin zur Erwachsenenbildung. Ziel ist es, fachliche Grundlagen mit praxisnahen Beispielen zu verbinden und konkrete Anregungen für den Unterricht und die Bildungsarbeit zu geben.

Zur Erklärung: „MOOC“ steht für „Massive Open Online Course“. Das ist ein Onlinekurs, bei dem sehr große Teilnehmer*innenzahlen möglich sind und die weitestgehend auf Zugangs- und Zulassungsbeschränkungen verzichten. Die Teilnahme kann im eigenen Tempo erfolgen.

Inhalte

  • Lektion 1: Einführung und Bezug zu Bildungsrahmen- und Lehrplan allgemeinbildender Schulen
  • Lektion 2: Wirtschafts- und Klimafaktor Wald
  • Lektion 3: Holzbasierte Bioökonomie und Kreislaufwirtschaft
  • Lektion 4: Wertschöpfungskette Wald-Holz-Bioökonomie
  • Lektion 5: Werk- und Baustoff Holz
  • Lektion 6: Projektmanagement und Best-Practice-Beispiele
  • Lektion 7: Zusammenfassung und Ausblick

Biomass: ESA-Satellit vermisst Biomasse der Wälder

Am 29. April startete der europäische Satellit Biomass, der helfen soll, die Biomasse der Wälder und die enthaltene Kohlenstoffmenge genau abzuschätzen. Heute war die Antenne mit zwölf Metern Durchmesser vollständig geöffnet.

„Der Satellit Biomass wird in einer Höhe von 666 Kilometern über der Erdoberfläche kreisen und mit seiner riesigen Antenne, mit einem Durchmesser von 12 Metern, Daten sammeln, mit denen detaillierte Karten der Waldstruktur erstellt werden können, z. B. wie hoch die Bäume sind und wie dicht der Wald ist. Daraus können die WissenschaftlerInnen die Biomasse des Waldes und die darin gespeicherte Kohlenstoffmenge abschätzen.

Biomass ist mit einem speziellen Radarsystem ausgestattet, das ihm eine Superkraft verleiht: die Fähigkeit, durch die blättrige oberste Schicht des Waldes zu sehen! Mit diesem Radar kann er die darunter liegenden Teile wie Holzstämme, Äste und Stängel betrachten.“ (Quelle)

Für Forschung und Politik sind fehlende Daten über die in Wäldern gebundene Kohlenstoffmenge und deren Veränderungen eine besondere Herausforderung. Mit der auf mindestens fünf Jahre angelegten Mission soll die innere Struktur der Wälder in 3D sichtbar gemacht werden und die Baumstämme, Äste und Zweige vermessen werden. Die Biomasse dient als Annäherungsmaß für die Kohlenstoffmenge.

Leider wird Biomass keine Ansichten des österreichischen Waldes liefern können – in Europa und Nordamerika kann er nämlich nicht messen, weil das Radar in einem Frequenzbereich des US-Militärs arbeitet. In solchen Konfliktfällen entscheidet die International Telecommunication Union, eine UN-Sonderorganisation, über den Vorrang (Quelle). Das wurde aber in Kauf genommen, weil große Änderungen der Biomasse vor allem im Regenwald und nicht in Europa oder Nordamerika auftreten: „The most critical forest regions, such as the tropical forest belt, the boreal forest of Siberia and the temperate forests of China, would still be covered“ (Quelle). Einige aktuelle Medienberichte stellen das so dar, als wäre der ESA das erst jetzt aufgefallen, wo sie den Satelliten gestartet haben, aber das wurde schon vor vielen Jahren geklärt.

Österreich spielt übrigens trotzdem eine wichtige Rolle bei der Biomass-Mission: Für den Satelliten wurden wesentliche Komponenten von der niederösterreichischen Firma Beyond Gravity entwickelt.

Zum Weiterlesen


Waldbewirtschaftung im Spiegel der Geschichte

Am Donnerstag, dem 6. Februar, findet der Kurs „Waldbewirtschaftung im Spiegel der Geschichte“ an der Forstlichen Ausbildungsstätte Pichl statt. Unter den Vortragenden finden sich sowohl Absolvent:innen als auch Lehrende des Forst+Kultur-Lehrgangs.

Inhalt

Unsere Wälder werden seit Jahrtausenden genutzt und seit Jahrhunderten gezielt bewirtschaftet. Die auf diesen Flächen handelnden Menschen haben Spuren hinterlassen. Heute noch sichtbare Anhaltspunkte zeugen davon und geben Hinweise auf Gegebenheiten und Notwendigkeiten der damaligen Zeit, auf technische Möglichkeiten, aber auch auf Bewirtschaftungsphilosophien. Im Seminar lernen wir, diese sichtbaren Spuren von frühgeschichtlicher Besiedelung bis in die Neuzeit zu erkennen und zu lesen!

Programm

  • 9.00 bis 9.15 Uhr Begrüßung, Martin Krondorfer, Forstliche Ausbildungsstätte Pichl
  • 9.15 bis 10.00 Uhr Zur Geschichte der Vielfalt der Waldbewirtschaftung und Bewahrung ihres kulturellen Erbes, Elisabeth Johann, Österreichischer Forstverein, Fachausschuss Forstgeschichte, Kärnten
  • 10.00 bis 10.45 Uhr Die besondere Beziehung von Wald und Mensch am Beispiel der Schwarzföhre, Herbert Kohlross, Unternehmensberatung Forstwirtschaft, Gutenstein in Niederösterreich
  • 10.45 bis 11.00 Uhr Pause
  • 11.00 bis 11.45 Uhr Das Forstgut Saualpe – vom Gutshof des Stiftes Griffen zum nachhaltigen Forstbetrieb, Walburga Litschauer, Musikwissenschafterin und Waldbesitzerin, Kärnten
  • 11.45 bis 12.30 Uhr Forstkultur in Österreich – Entwicklung, aktuelle Vorhaben, Möglichkeit der Mitgestaltung, Alfred Grieshofer, Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Regionen und Wasserwirtschaft
  • 12.30 bis 13.30 Uhr Mittagspause
  • 13.30 bis 16.00 Uhr Eine forstgeschichtliche Wanderung durchs Forstgut Pichl, Martin Krondorfer, Forstliche Ausbildungsstätte Pichl
  • 16.00 bis 16.30 Uhr Diskussion und Abschluss

Organisatorisches

  • 6. Februar 2025, 9:00-16:30 Uhr, Forstliche Ausbildungsstätte Pichl, Rittisstraße 1, 8662 St. Barbara im Mürztal (Steiermark)
  • Anreise: Bahnhof Mitterdorf-Veitsch oder S6 Abfahrt Mitterdorf im Mürztal
  • Seminarbeitrag gefördert: 80 EUR. Seminarbeitrag ungefördert: 160 EUR. Verpflegungspauschale: 20,90 EUR.
  • Anmeldung und Informationen auf www.fastpichl.at/kursangebote/waldbewirtschaftung-im-spiegel-der-geschichte-72250025/

Dieses Seminar ist ein Wahlmodul D der Waldpädagog:innenausbildung und findet in Kooperation mit dem Steiermärkischen Forstverein und der Steiermärkischen Landarbeiterkammer statt.


Die wachsame Hängebirke

Die „Augen“ auf der Rinde der Hängebirke sollen ihr den Namen „Wachsamer Baum“ (watchful tree) eingebracht haben. Ich habe dazu aber kaum was gefunden, alle Treffer scheinen das von derselben Quelle zu beziehen. Kann das jemand von meiner geneigten Leserschaft bestätigen?


Heute beim „Bergdoktor“: Forstwirtin in Not

Heute um 20:15 wird auf ORF2 die Folge „Zerreißprobe“ der Serie „Der Bergdoktor“ gezeigt – diesmal mit einem forstlichen Thema:

Forstwirtin Kim Sattler scheint mit Stress gut umgehen zu können. Die Scheidung von ihrem Mann ist friedlich verlaufen. Neben der Erziehung ihrer Kinder behauptet sich Kim tagtäglich erfolgreich in einem männerdominierten Beruf. Da droht ein folgenschwerer Unfall die junge Frau völlig aus der Bahn zu werfen. Ein Kollege stirbt und die Belegschaft gibt Kim die Schuld daran. Als Martin sich ihre Verwundungen ansieht, erfährt er von heftigen Muskelkrämpfen. Hat Kim die Krankheitssymptome zu lange ignoriert?

Kim Sattler wird von Isabell Polak gespielt.


BOKU-Kino: Der geraubte Wald

Filmsujet Der geraubte Wald: senkrechter zersaegter Baumstamm, aus dessen hohler oberer Haelfte Geldscheine in die untere Haelfte flatternAm 1. März 2023 zeigt das BOKU-Kino-Team den Film „Wood – der geraubte Wald„. Ebba Sinzinger, Michaela Kirst und Monica Lazurean-Gorgan nehmen die Strukturen hinter illegaler Abholzung in den Blick – in Rumänien, aber auch Russland, China und Peru.

„Jedes Jahr werden in Rumänien 20 Millionen Kubikmeter Holz illegal aus den Wäldern geholt. Doch wo landen die Bäume – und wer verdient daran? Alexander von Bismarck ist der Leiter der NGO ‚Environmental Investigation Agency‘ und geht mit seinem internationalen Team undercover, um große Unternehmen auf der ganzen Welt zu infiltrieren und zu dokumentieren, wie sie illegal geschlagenes Holz produzieren und verkaufen. Mit Geschick, Gründlichkeit und einfachen Mitteln gelingt es der EAI, dem Geld – und dem Holz – auf die Spur zu kommen und Licht in einen Skandal zu bringen, der ein Ausmaß hat, das sich nur wenige Verbraucher vorstellen können“.

Film-Screening und Diskussion mit:

  • Georg Gratzer, Institut für Waldökologie, BOKU (Moderation)
  • Harald Meimberg, Institut für integrative Naturschutzforschung, BOKU
  • Ebba Sinzinger, Filmemacherin, Produzentin und Regisseurin
  • Christoph Wildburger, Coordinator Global Forest Expert Panels (GFEP) Programme, IUFRO

1. März 2023, 18:30 Uhr, Universität für Bodenkultur, TÜWI (Stadtplan), Hörsaal 01, Eintritt frei.

Bild: Titelblatt des Presseheftes (Filminstitut).


Wald: Re-Mythisierung in Zeiten des Digitalen

An vier Terminen widmen sich die Online-Studientage dem Thema „Wald: Re-Mythisierung in Zeiten des Digitalen„. Die Veranstaltungsreihe wird von der Romanistin Kirsten von Hagen (Universität Gießen) und der Germanistin Corinna Dziudzia (Universität Erfurt) geleitet. Die Vorträge richten sich an Studierende und Lehrende aller Fachrichtungen sowie an die Öffentlichkeit. – Hinweis aus h-germanistik.

Ausrichtung

Der Botanist und Autor Francis Hallé hat einen großen Traum: Er möchte im Westen Europas auf 70.000 Hektar eine Art Urwald anlegen, der ohne menschliche Pflege wachsen kann. Der Dokumentarfilmer Jan Michael Haft setzt 2009 in seiner zweiteiligen Arbeit den Mythos Wald in Szene. Jean Mottet veröffentlicht 2017 seinen Klangwald, La Forêt sonore: De l’esthétique à l’écologie. Fotografen wie Kilian Schönberger veröffentlichen Bildbände zum Wald in Serie. Aktuell zeigt Volker Schlöndorff in seinem Dokumentarfilm Der Waldmacher wie in Afrika daran gearbeitet wird, der Verwüstung Einhalt zu gebieten.

 

In den letzten Jahren wird das Thema Wald in öffentlichen Diskursen spürbar zentraler, scheint dabei zudem eine Re-Mythisierung des Waldes konstatieren zu sein, die zum einen als Effekt einer ökologisch bedingten Krise und zum anderen als Folge einer Primordialität des Digitalen zu lesen ist. Umso mehr sich auch das Buch in seiner Materialität vom Wald als rohstoffliefernde Grundlage in Zeiten der Digitalisierung entfernt, um so mehr scheint der Wald Thema zu werden, im Ecocriticsm, der Kulturökologie und im Nature Writing. Wald ist Anti-Digitalität, weil umfassend sinnlich erfahrbar.

 

Angesichts zunehmend konfrontativer politischer Lager, dem Klimawandel oder der die Digitalisierung beschleunigenden Pandemie, scheint der Wald transdisziplinärer wie transkultureller Fluchtpunkt zu werden, während er zugleich als gefährdetes Gut oder bereits als Leerstelle im Nicht-Mehr-Vorhandensein beschrieben wird. Wald scheint entsprechend als Denkfigur für verschiedene aktuelle Beobachtungen nutzbar, denen im Rahmen der geplanten Online-Studientage nachgegangen werden soll, um der wahrzunehmenden Ubiquität des Waldes aus einer interdisziplinären, d.h. komparatistischen, kulturwissenschaftlichen, soziologischen, intermedialen, literatur- und kulturhistorischen Perspektive nachzuspüren.

Programm
10. November 2022, 9-13 Uhr
  • Raul Calzoni (Universitá di Bergamo): Dante Alighieri und W.G. Sebald im „dunklen Wald“ der Welt- und Menschengeschichte
  • Corinna Dziudzia (Forschungszentrum Gotha der Universität Erfurt): Wald als Ort ästhetischer Erfahrung in den Texten Sidonia Hedwig Zäunemanns
  • Volker Mergenthaler (Universität Marburg): „Deutscher Dichterwald“ 1813 – Metapher einer „imagined community“?
  • Andreas Langenohl (Universität Gießen): Wälder und die Metrisierung der Klimakatastrophe
  • Michael Basseler (Universität Gießen): Von Bäumen und Menschen: More-than-human encounters in amerikanischen Erzähltexten
1. Dezember 2022, 9-13 Uhr
  • Stephanie Blum (Universität Saarbrücken): Der Wald in der österreichischen Heimat- und Anti-Heimatliteratur
  • Julien Bobineau (Universität Würzburg): Der Wald als Jagdgebiet in der französischen littérature cynégétique des 17. und 18. Jahrhunderts
  • Kirsten von Hagen (Universität Gießen): Im Dickicht der kulturellen Übersetzung: Der Wald in französischen Schauernovellen des 19. Jahrhunderts
  • Georg Högl (Universität Würzburg): Waldromantik und die Poesie des Plötzlichen. Beobachtungen zu Carl Maria von Webers Freischütz und anderen „Waldmusiken“ des 19. Jahrhunderts
  • Bruno Grimm (KU Eichstätt-Ingolstadt): Sehnsuchtsort und Ort des Unheimlichen: Visualisierungen des Waldes im Deutschland des 19. Jahrhunderts
19. Jänner 2023, 9-13 Uhr
  • Julia Hoydis (Universität zu Köln): „A Dialogue Between an Oak and a Man Cutting Him Down“: Zur (digitalen) Lektüre der naturphilosophischen Lyrik von Margaret Cavendish in Zeiten des Anthropozän
  • Holt Meyer (Universität Erfurt): Der Wald der Partisanen und seine Sprachen (mit Bezugnahme auf Tolstojs Krieg und Frieden)
  • Jörn Ahrens (Universität Gießen): Im Wald der Bilder. Der Wald im Comic
  • Annina Klappert (Universität Augsburg): Rückzug und Revolte im Wald: Ir/reversible Transformationen menschlicher Materialität in Marie Darrieussecqs Notre vie dans les forets (2017) und José Saramagos Coisas (1978)
  • Marina O. Hertrampf (Universität Passau): „Erdungsraum“ Wald: literarische Walderlebnisse im Spannungsfeld von Naturerfahrung, Erinnerungsarbeit und Identitäts(re)konstruktion in französischen Romanen der Gegenwart
9. Februar 2023, 9-13 Uhr
  • Annette Simonis (Universität Gießen): Zur Medialisierung des Waldes in den Werken von Sylvain Tesson und Francis Hallé
  • Michael Dallapiazza (Universitá di Bologna): Die Entsakralisierung des deutschen Waldes in Hilsenraths „Der Nazi und der Friseur“
  • Frank Thomas Brinkmann (Universität Gießen): Allerlei Bäume und Holzobjekte. Dreieinhalb kulturhermeneutische Spaziergänge am Waldrand jüdisch-christlicher Fiktionen
  • Nikolas Immer (Universität Trier): Wälder des Grauens. Filmische Reinszenierungen eines literarisch tradierten Angstraums
  • Gerhard Struck (Forstamt Finsterbergen): Wald aus forstwissenschaftlicher Sicht. Aktuelle Betrachtungen zur Nachhaltigkeit
Link

Die Online-Studientage werden auf Webex stattfinden: https://uni-giessen.webex.com/meet/kirsten.v.hagen


Flechten – small is beautiful!

Der spannenden Welt der Flechten widmet sich ein ganztägiges Seminar an der Forstlichen Ausbildungsstätte Pichl am Freitag, dem 3. Juni 2022. Ich kann leider nicht selbst daran teilnehmen – ich fange am 1. Juni auf meiner neuen Arbeitsstelle an und fürchte, so schnell bekomm ich doch keinen Urlaub…

Inhalt

Flechten sind eine Besonderheit in der Natur. Sie sind keine Pflanzen, sondern Doppelwesen aus Algen und Pilzen. In Mitteleuropa gibt es bis zu 2.000 verschiedene Arten, weltweit sogar 25.000 verschiedene Flechtenarten. Diese kleinen Wunder der Natur haben vielfältige Verwendungsmöglichkeiten als Nahrungsquelle oder in der Homöopathie und Pharmazie. Nicht zu vergessen, dass Flechten auch ein klarer Zeiger für die Luftqualität sind. Tauchen Sie an diesem Seminartag mit uns ein in die wunderbare Welt der Flechten und erfahren Sie mehr über diese genügsamen kleinen Lebewesen, die mehrere hundert Jahre alt werden können.

Farbphoto: gelbe Flechten auf waagrechtem Ast

Bild: Flechten im Föhrenwald. Monika Bargmann, CC-BY

Programm
  • Kennenlernen der Formenvielfalt – Wuchsformen
  • Häufige Arten und wo sie wachsen – Substrate
  • Wie wachsen Flechten und wie vermehren sie sich?
  • Einnischung in einzelne Ökosysteme
  • Verwendung durch uns Menschen
  • Sammeln und Herbarisieren zur Bestimmung und Lagerung
  • Reise in die Welt der Flechten am Beispiel des Lehrforsts der FAST Pichl

Referent ist Mag. Harald Komposch, Ingenieurbüro für Biologie.

Organisatorisches

Dieses Seminar ist ein Wahlmodul D der Wald- und JagdpädagogInnenausbildung. Alle Informationen zu Anmeldung und Kosten auf der Website der FAST Pichl.


Christbaum: Mahlzeit!

Im „Kurier“ von heute wird das Buch „How you eat your Christmas tree. Die besten Rezepte mit Kiefer, Tanne & Co. für ein nachhaltigeres Weihnachtsfest“ von Julia Georgallis vorgestellt. Georgallis ist Bäckerin und war ursprünglich als Industriedesignerin tätig.

How to eat your christmas tree von Julia Georgallis

deutsch: ISBN 9783747202920, 144 Seiten, 18,90 EUR, Ars Vivendi, September 2021

englisch: ISBN 9781784883713, 144 Seiten, 16,99 USD, Hardie Grant, Oktober 2020

Das Buch enthält „32 innovative Rezeptideen mit Tannen-, Fichten- und Piniennadeln, Pinienkernen, Olivenblättern, Wacholderbeeren, Pflaumen und Bambussprossen“ wie zum Beispiel Weihnachtsbaumessig. Das Projekt ist ursprünglich aus einem „Supper Club“ entstanden, bei dem ein viergängiges Menü auf Basis von Christbäumen serviert wurde. Georgallis geht es darum, auf die „Verschwendung und klimaschädliche Abholzung“ zu Weihnachten hinzuweisen.

In Wien werden die ausgedienten Christbäume übrigens zur Erzeugung von Strom und Fernwärme verwendet. Und der Weihnachtsbaum vom Schönbrunner Adventmarkt wird den Elefanten im Tiergarten als Snack serviert.


Umfrage: Gender Balance & Wertschöpfungskette Holz

Wie wirkt sich Gender Balance auf die Resilienz des Forst- und Holzsektors – entlang der gesamten waldbasierten Wertschöpfungskette – aus? In einer aktuellen Umfrage wird nach Einschätzungen der Rahmenbedingungen dafür gefragt.

Das Institut für Wald-, Umwelt- und Ressourcenpolitik an der BOKU führt gemeinsam mit dem Department für Digital Business & Innovation der FH St. Pölten die Umfrage im Auftrag des Bundesministeriums für Landwirtschaft, Regionen und Tourismus durch. Hintergrund ist das Projekt GEWOOD. Der Fragebogen ist bis Dienstag, den 29. Juni 2021, online.

Link zur Umfrage: https://de.surveymonkey.com/r/8M8VJJY

Die Ergebnisse des Projektes werden voraussichtlich im Winter 2021 im Rahmen des Walddialoges präsentiert und gemeinsam diskutiert.


Rebecca Vincent und die englische Landschaft

Drawing upon memories and impressions of the English landscape, I transform what I see to bring you the essence of what we love about the world around us. Each element of the land – fields, hills, trees, flowers and coast – finds its ideal form and place within my pictures. (Quelle)

Die britische Künstlerin Rebecca Vincent zeigt in ihren Radierungen und Monotypien typische Elemente der englischen Landschaft. Auf dem wunderbaren Bild „Spring Shadows“ sind die berühmten Bluebells zu sehen. Diese blau-violetten Blumen bilden im April und Mai einen richtigen Teppich im Frühlingswald. Sie sind nicht nur eine Augenweide, sondern auch eine Zeigerpflanze für sogenannte „ancient woodlands„, also ein Waldgebiet, das seit mehreren Jahrhunderten als solches besteht.

Auf Deutsch heißt die Pflanze übrigens „Atlantisches Hasenglöckchen“ oder „Waldhyazinthe“, der botanische Name ist „Hyacinthoides non-scripta“.


Leberblümchen: Augenweide in Dreistetten

Farbphoto, Leberblümchen, Hainbuchenblatt in Dreistetten

Auch wenn der April noch nicht vorbei ist, wird das wahrscheinlich mein liebstes Bild des Monats. Es zeigt Leberblümchen und Hainbuche in Dreistetten im niederösterreichischen Piestingtal. Das Leberblümchen heißt so, weil die Form der Laubblätter an eine Leber erinnert. Auch der botanische Name „Hepatica nobilis“ weist darauf hin – altgriechisch „hepar“ bedeutet Leber (vgl. Hepatitis). Ich hätte diese Assoziation eher nicht gehabt, aber irgendjemand offensichtlich schon 😉 Gemäß der Signaturenlehre, die unter anderem Zusammenhänge zwischen Form und Wirkung herstellt, kann die Pflanze bei Leberleiden verwendet werden. Da die Pflanze schwach giftig ist und vor allem weil sie in ganz Österreich unter Naturschutz steht, sollte man sich nur am wunderbaren Anblick erfreuen und der Leber anderweitig Gutes tun.