Wald

Überbegriff

Umfrage: Gender Balance & Wertschöpfungskette Holz

Wie wirkt sich Gender Balance auf die Resilienz des Forst- und Holzsektors – entlang der gesamten waldbasierten Wertschöpfungskette – aus? In einer aktuellen Umfrage wird nach Einschätzungen der Rahmenbedingungen dafür gefragt.

Das Institut für Wald-, Umwelt- und Ressourcenpolitik an der BOKU führt gemeinsam mit dem Department für Digital Business & Innovation der FH St. Pölten die Umfrage im Auftrag des Bundesministeriums für Landwirtschaft, Regionen und Tourismus durch. Hintergrund ist das Projekt GEWOOD. Der Fragebogen ist bis Dienstag, den 29. Juni 2021, online.

Link zur Umfrage: https://de.surveymonkey.com/r/8M8VJJY

Die Ergebnisse des Projektes werden voraussichtlich im Winter 2021 im Rahmen des Walddialoges präsentiert und gemeinsam diskutiert.


Rebecca Vincent und die englische Landschaft

Drawing upon memories and impressions of the English landscape, I transform what I see to bring you the essence of what we love about the world around us. Each element of the land – fields, hills, trees, flowers and coast – finds its ideal form and place within my pictures. (Quelle)

Die britische Künstlerin Rebecca Vincent zeigt in ihren Radierungen und Monotypien typische Elemente der englischen Landschaft. Auf dem wunderbaren Bild “Spring Shadows” sind die berühmten Bluebells zu sehen. Diese blau-violetten Blumen bilden im April und Mai einen richtigen Teppich im Frühlingswald. Sie sind nicht nur eine Augenweide, sondern auch eine Zeigerpflanze für sogenannte “ancient woodlands“, also ein Waldgebiet, das seit mehreren Jahrhunderten als solches besteht.

Auf Deutsch heißt die Pflanze übrigens “Atlantisches Hasenglöckchen” oder “Waldhyazinthe”, der botanische Name ist “Hyacinthoides non-scripta”.


Leberblümchen: Augenweide in Dreistetten

Farbphoto, Leberblümchen, Hainbuchenblatt in Dreistetten

Auch wenn der April noch nicht vorbei ist, wird das wahrscheinlich mein liebstes Bild des Monats. Es zeigt Leberblümchen und Hainbuche in Dreistetten im niederösterreichischen Piestingtal. Das Leberblümchen heißt so, weil die Form der Laubblätter an eine Leber erinnert. Auch der botanische Name “Hepatica nobilis” weist darauf hin – altgriechisch “hepar” bedeutet Leber (vgl. Hepatitis). Ich hätte diese Assoziation eher nicht gehabt, aber irgendjemand offensichtlich schon 😉 Gemäß der Signaturenlehre, die unter anderem Zusammenhänge zwischen Form und Wirkung herstellt, kann die Pflanze bei Leberleiden verwendet werden. Da die Pflanze schwach giftig ist und vor allem weil sie in ganz Österreich unter Naturschutz steht, sollte man sich nur am wunderbaren Anblick erfreuen und der Leber anderweitig Gutes tun.


Digitale Ringvorlesung “Romantische Ökologien”

Das Forschungsprojekt “Romantische Ökologien” widmet sich der romantischen Auseinandersetzung mit ökologischen Fragestellungen. Analysiert werden dabei naturwissenschaftliche und literarische Texte aus dem Zeitraum zwischen 1790 und 1850, zudem exemplarische Werke der bildenden Künste und der Musik. Im Sommersemester 2021 findet zu diesen Themen eine Digitale Ringvorlesung statt. Organisiert von Roland Borgards (Uni Frankfurt), Frederike Middelhoff (Uni Frankfurt), Barbara Thums (Uni Mainz).

Die Vorlesungen finden immer am Mittwoch ab 18:15 Uhr statt. Die Teilnahme ist online via Zoom möglich, der erste Termin ist der 14. April. Eine Anmeldung ist erforderlich.

Den Hinweis hab ich aus h-germanistik.

Zum Inhalt

Rauschende Wälder, murmelnde Bäche, flüchtiges Getier: Kunst und Literatur der Romantik bergen eine reiche Flora und Fauna. So gilt denn auch “Natur” als eines der zentralen Themen dieser Epoche. Entsprechend beziehen sich heute sowohl die politischen Umweltbewegungen als auch das wissenschaftliche Forschungsfeld der sogenannten ‚Environmental Humanities‘ immer wieder auf die Romantik. Bereits in der “ersten Welle” literatur-, kunst- und kulturhistorischer Umwelt-Forschungen in den 1970/80er Jahren wurde die europäische Romantik als Dynamisierung und Konkretisierung eines ökologischen Denkens begriffen, aus dem unser modernes Verständnis von ökologischen Zusammenhängen überhaupt erst hervorgegangen ist: Unser eigenes ökologisches Denken und Handeln haben ihren Ursprung in der Romantik.

Bislang wird diese Vor- und Frühgeschichte der Ökologie in erster Linie unter Verweis auf eine Handvoll Autoren (notabene: keine Autorinnen) rekonstruiert. Diese etablierte Protoökologieerzählung wird in der Vorlesung mit Blick auf die reichhaltigen Bedeutungen des Ökologischen und auf die Diversität der Romantik erweitert. Damit pluralisiert die interdisziplinäre Ringvorlesung das Verhältnis zwischen Romantik und Ökologie, indem es den Ausprägungen ökologischen Denkens (“Ökologien”) im Rahmen von literatur-, kunst-, musik-, geschichts- und medienwissenschaftlichen Vorträgen nachgeht. Im Zentrum der Vorlesungen stehen also romantische Kunstwerke: Romane, Gedichte, Gemälde, Kompositionen. Analysiert werden diese Kunstwerke und die in ihnen formulierten romantischen Ökologien immer auch aus der Perspektive wissensgeschichtlicher, ästhetiktheoretischer und methodologischer Fragen zum Verhältnis von Romantik und Ökologie.

Programm

14.04.2021 Frederike Middelhoff (Frankfurt): Durch die Blume gesprochen. Ökologische Phytopoesien der Romantik

21.04.2021 Kate Rigby (Bath, UK): Sympoesie. Romantic Poetry, Environmental Protest, and Co-Creativity (Vortrag in englischer Sprache)

28.04.2021 Sabine Wilke (Seattle, US): Alexander von Humboldts Naturgemälde oder die Dramatisierung von Natur

05.05.2021 Ute Berns (Hamburg): Romantic Accelerations. Samuel Taylor Coleridge, Ecology and Steam-Technology (Vortrag in englischer Sprache)

12.05.2021 Roland Borgards (Frankfurt): “Jch erwachte zu einem süsen Leben im Schoos duftiger Büsche”. Autoökographien bei Karoline von Günderrode

19.05.2021 Heather Sullivan (San Antonio, US): The Dark Green: Plants, Romanticism, and the Early Anthropocene (Vortrag in englischer Sprache)

26.05.2021 Gregor Wedekind (Mainz): In, vor und mit der Natur. Ökologien romantischer Malerei bei Caspar David Friedrich

02.06.2021 Timothy Attanucci (Mainz): Romantische Geologie

09.06.2021 Rainer Emig (Mainz): John Clare – Romantiker und Ecocritic?

16.06.2021 Bernhard Malkmus (Newcastle, GB / Frankfurt): “Vogel als Prophet” (Robert Schumann). Romantik und die Leiblichkeit der Musik

23.06.2021 Timothy Morton (Houston, US): Close Encounters (Vortrag in englischer Sprache)

30.06.2021 Barbara Thums (Mainz): Methexis. Ökologie und Teilhabe in der Frühromantik

07.07.2021 Evelyn Gius (Darmstadt): Die Natur als Agens. Versuch einer computationellen Betrachtung romantischer Texte

14.07.2021 Christof Mauch (München): Romantische Illusion und Ernüchterung. Umwelt und Geschichte der Niagarafälle


 

Über explodierende Bäume und brennende Wälder

Die Aussagen des US-amerikanischen Präsidenten Donald Trump über Waldstädte und explodierende Bäume in Österreich haben in kürzester Zeit eine unglaublich große Zahl an kreativen, treffenden und amüsanten Bildern entstehen lassen. Und sie haben dazu geführt, dass ich gestern von Manuel Escher für den Standard interviewt wurde. Das Gespräch wurde heute unter dem Titel “Wald-Expertin: ‘Ich würde mich nicht vor einem explodierenden Baum fürchten’” veröffentlicht.

Da leider auch online der Platz begrenzt war, möchte ich hier ein paar Dinge ergänzen, die ich gerne gesagt hätte, die sich aber nicht mehr ausgegangen sind. Und dann möchte ich auch auf einige häufige Fragen im Kommentarforum eingehen.

Die Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik bietet einen Waldbrandindex an, der die rein meteorologische Waldbrandgefahr anhand von Lufttemperatur, Luftfeuchtigkeit, Windgeschwindigkeit und Niederschlagsmenge berechnet. Die jeweilige Vegetation kann dabei nicht berücksichtigt werden.

Die Anlaufstelle für alle, die mehr über Waldbrände in Österreich wissen wollen, ist die Waldbrand-Datenbank der BOKU, verbunden mit dem Waldbrand-Blog. Hier erklärt Harald Vacik zum Beispiel, wie das ist mit den explodierenden Bäumen. Die Datenbank enthält homogenisierte Daten seit 1993.

Waldbrände sind für die Natur nicht prinzipiell schlecht. Die meisten Ökosysteme sind daran angepasst. Manche Tier- und Pflanzenarten sind sogar darauf angewiesen. Der Schwarze Kiefernprachtkäfer legt Eier in noch glimmende Bäume und kann Waldbrände auf sehr große Distanz wahrnehmen. Manche Baumarten brauchen sogar Hitze, die die Samenkapseln sprengt. Außerdem kommen bestimmte Pflanzen ohne Unterwuchs leichter auf.

Wichtige Maßnahmen für den Fall, dass es doch brennt, sind die Anlage von Löschteichen im Wald und der Bau zusätzlicher Waldwege bzw. die Erhaltung der bestehenden Waldwege, damit die Feuerwehr zufahren kann. Besonders wichtig ist das bei Schutzwäldern, deren Schutzfunktion nach einem Brand beeinträchtigt sein könnte.

Mensch und Waldbrände

Die US-amerikanische Wissenschaftlerin Jennifer Balch spricht vom Menschen als “fire species” – einerseits ist unsere Wirtschaft von Verbrennung abhängig, andererseits verursacht der Mensch in den USA mittlerweile über 84 Prozent der Waldbrände. Durch Blitze entstehen Waldbrände vor allem in den Sommermonaten, durch den Menschen wird dieser Zeitraum aber verdreifacht. Das geschieht nicht nicht nur durch unachtsam weggeworfene Zigaretten (my pet peeve), sondern auch Feuerwerk, Waldarbeiten, Brauchtumsfeuer, Funkenflug – und natürlich Brandstiftung.

“Ich würde mich nicht vor einem explodierenden Baum fürchten” – ja, ich weiß mittlerweile, dass ich sagen hätte müssen “ich würde mich nicht davor fürchten, dass ein Baum explodiert”. Vor einem tatsächlich explodierenden Baum würde ich mich auch ein bissi fürchten 😉 Ich würde das aber in sicherer Distanz gerne einmal sehen.

Steiermark und Kärnten sind mit 61% bzw. 60% die Bundesländer mit dem höchsten Waldanteil.

Wer mehr über den Wald in den USA erfahren möchte, findet auf waldwissen.net den ausführlichen Beitrag “Wald und Forstwirtschaft in den USA“.

Ausbildung und Qualifikation

Zum Begriff “Waldpädagogin” gibt es im Forum relativ viel Kritik und Unverständnis. Zur Bezeichnung: Seit Abschluss der Ausbildung bin ich “zertifizierte Waldpädagogin” und darf mich so nennen, das ist kein erfundener Titel. Wir unterrichten keine Bäume in der Baumschule oder in der Wald-orfschule. Ich finde zwar auch, dass die Ausbildung auf der pädagogischen Seite etwas schwachbrüstig ist, aber ich hab im forstlichen Teil und für meine “Prüfung forstfachlicher Kenntnisse” sehr viel gelernt und gezittert, und das obwohl ich in meinem Leben schon sehr viele Prüfungen gemacht habe. Ich denke außerdem, dass ich, wenn ich einer ganzen Klasse von Sechsjährigen den Lebensraum Wald näherbringen kann, es auch mit den Standard-Leser*innen schaffen werde 😉 Waldpädagogik oder forstliche Umweltbildung ist kein Hokuspokus. Mehr dazu auf waldpaedagogik.at.

Die “Waldameisenhegerin” habe ich ja sehr bewusst in meine Bio geschrieben – ich gebe ja zu, den Kurs schon auch wegen der Bezeichnung besucht zu haben. Dennoch war er ein Highlight unter den vielen Kursen, die ich schon besucht habe. Was lernt man da? Biologie, Ökologie und Bestimmung von Waldameisen; Kartierung und Schutz; rechtliche Grundlagen; Rettungsumsiedelung von Ameisennestern in der Praxis (das ist manchmal erforderlich, z.B. beim Bau von Forststraßen). Wenn ich nicht kurz danach einen Fledermauskurs gemacht hätte, wäre ich heute noch davon überzeugt, dass Ameisen die interessantesten Tiere auf der Welt sind 😉 Der nächste Durchgang dieses Kurses beginnt übrigens am 23. und 24. Oktober an der Forstlichen Ausbildungsstätte Pichl. Also, der Kommentar “Hab mich gerade für den ‘Waldameisenheger’ beim Humboldt angemeldet!” geht ein bisschen in die falsche Richtung 🙂

Andere Wiener Bezirke sind zubetoniert mit ganz wenig grün – ja, stimmt, und ich habe auch nirgends das Gegenteil behauptet.

P.S. Mein Lieblingskommentar ist: “Jaja, sagt die Frau Bargmann – und das nächste mal drunt im dichten Fichtendickicht: Ka-Wummm!


Blumen nach dem Waldbrand

Am 7. April 2020 ist im Föhrenwald bei St. Egyden (Bezirk Neunkirchen, Niederösterreich) ein Waldbrand ausgebrochen. Das Feuer erfasste eine Fläche von insgesamt 30 Hektar, begünstigt durch Wind und die starke Trockenheit. Ich besuche seitdem die Fläche regelmäßig, um die Veränderungen zu beobachten und zu dokumentieren.

Beim letzten Mal hatte sich eine bis dahin aschgraue Fläche in ein Blumenmeer verwandelt.


Webinar: Forest and Farm Producer Organizations and Smallholders in Time of COVID-19 crisis

The pandemic has put a strain on forests as places of leisure and refuge from urban life, increased pressure on ecosystem preservation services, and delivered a shock to the timber industry.

Am 23. Juni 2020 von 13 bis 14 Uhr CEST findet das Webinar “Solutions for Resilience. How are Forest and Farm Producer Organizations and Smallholders responding to COVID-19?” statt. Es wird von der Forestry and Farm Facility der FAO organisiert und ist Teil der Veranstaltungsreihe “COVID-19 Forestry Week”. Sprecher*innen u.a. aus Ghana, Nepal und Ecuador werfen einen internationaler Blick auf Maßnahmen zum Aufbau von Resilienz in Krisenzeiten:

“Solutions and strategies to be discussed in this session include managing risks and maintaining the functionality of smallholder production systems, improving market access, diversifying livelihoods, developing social and cultural services, forming financial building blocks such as savings and loans, improving access to finance, and building on traditional knowledge. For example, one innovative solution that will be presented is the landscape scale branding of baskets of products based on indigenous management systems in Ecuador, also known as the ‘Chakra’ label.”

Anmeldung und weitere Information, mehr zur COVID-19 Forestry Week.


Wien 1950: 31.804 Schilling für Klaubholz

Die Digitale Bibliothek der Wienbibliothek im Rathaus wurde grundlegend erneuert. Ich blättere mich gerade durch verschiedene historische Quellen. Interessant zum Beispiel die Einnahmen der Städtischen Forste in den Jahren 1950 und 1951:

Von 1850 auf 1851 blieben die Einnahmen aus Klaubholz fast gleich, während die Einnahmen aus Gras und Laubstreu sich von 16.289 auf 43.230 Schilling fast verdreifachten. Das “Ergebnis aus der Einhebung von Abgaben” auf Waldpflanzen und Beeren wurden von 11.446 auf 23.137 Schilling verdoppelt.


Quelle: Die Verwaltung der Bundeshauptstadt Wien vom 1. Jänner 1950 bis 31. Dezember 1951. Verwaltungsbericht. Wien 1953


Spaziergang in Hochwolkersdorf

Für alle, die derzeit den Wald nicht besuchen können, ein paar Bilder von einem Spaziergang in Hochwolkersdorf im südlichen Niederösterreich. Im Moment bin ich sehr froh, in einer Gegend zu wohnen, in der ich mich im Freien bewegen kann, ohne vielen Leuten zu begegnen. Nach sechs Tagen mit Spaziergängen im Föhrenwald rund um meinen Wohnort war mir aber sehr nach einer anderen Form von Wald 😉 Die kleine Runde in Hochwolkersdorf war da gerade recht, nach kurzer Zeit hat es sogar zu schneien begonnen. Schon faszinierend: Am Tag davor bin ich mit einem dünnen Kleid ohne Weste spazierengegangen, tags darauf mit dicker Winterjacke, Kapuze und Handschuhen.

Der Wetterumschwung war von meinen Kolleginnen und Kollegen auf der ZAMG korrekt vorausgesagt. Bei uns arbeiten derzeit fast alle im Home-Office. In meiner Abteilung haben wir tägliche Online-Besprechungen, und wir werden gut auf dem Laufenden gehalten. Aber ich vermisse meine Kollegen und den gewohnten Betrieb. Am Freitag war ich das erste Mal nach über einer Woche einkaufen, und da ist mir aufgefallen, wie sehr mir derzeit diese kleinen alltäglichen Begegnungen fehlen – ein Gruß, ein freundliches Wort, ein bisschen Plaudern, ein Händedruck.


Mary Sutherland, Forstpionierin

Mary Sutherland (1893-1955) war die erste Frau im gesamten Britischen Weltreich, die ein Studium der Forstwirtschaft abgeschlossen hatte. Sutherland wurde am 4. Mai 1893 in London geboren. Von 1908 bis 1912 besuchte sie die City of London School for Girls, von 1912 bis 1916 studierte sie Land- und Forstwirtschaft am walisischen University College Bangor und schloss mit einem Bachelor of Science ab. Wenige Jahre später wanderte Mary Sutherland nach Neuseeland aus und entfaltete dort eine reiche fachliche Tätigkeit. Allerdings war ihre Arbeit dadurch eingeschränkt, dass sie aus Kostengründen selten zu Außeneinsätzen fahren durfte – sie durfte nicht mit den männlichen Kollegen in einem Zelt nächtigen, sondern hätte eine eigene Unterkunft gebraucht…

Hinweis von Scion Research auf Twitter; Quellen und Weiterlese-Tipps: Einträge in Te Ara. The Encyclopedia of New Zealand und in der englischsprachigen Wikipedia.


Klosterwald Kirchberg: letzte Ruhe unter Bäumen

Kein Grabstein, kein Blumenschmuck, keine Kerzen – nur Bäume, Wald, Stille. Der Klosterwald in Kirchberg am Wechsel, ein Ort für Naturbestattungen, wurde im Herbst 2019 eröffnet. Er ist einer von derzeit drei Naturfriedhöfen, die auf Waldflächen von Klöstern oder anderen christlichen Gemeinschaften angelegt wurden. Am 15. März 2020 um 14 Uhr gibt es die nächste Gelegenheit, bei einer Führung alles Wissenswerte über das Konzept zu erfahren.

Klosterwald Kirchberg Farbphoto 5 Männer setzen einen Baum ein
Forstmeister Christian Berner, Klosterwald-Berater Axel Baudach, Forst-Betriebsleiter Hubertus Kimmel, Pater Coelestin Nebel OCist. und Liturgiewissenschaftler Martin Sindelar (von links) bei der Eröffnung des Klosterwaldes in Kirchberg.
Freie Platzwahl

Wie kommt man zu einem Platz im Klosterwald? Es gibt zwei Varianten: einen gesamten “Familienbaum” mit Platz für bis zu zehn Personen aus dem Freundes- oder Familienkreis, oder einzelne Bestattungsplätze an Gemeinschaftsbäumen. Den Baum kann man sich bereits zu Lebzeiten aussuchen. Dabei begleitet und berät der zuständige Förster. Voraussetzung ist jedenfalls eine Feuerbestattung. Zugelassen sind biologisch abbaubare Urnen, zum Beispiel aus gepresster Maisstärke oder unbehandeltem Holz. Die Beisetzung der Urne erfolgt in einer Entfernung von rund drei Metern vom Baumstamm, um die Wurzeln nicht zu schädigen, in einer Tiefe von einem halben Meter. Auf dem Baum wird eine Namenstafel befestigt, die üblicherweise Name, Geburtsdatum und Sterbedatum enthält. Wenn die Hinterbliebenen auf eine Namenstafel verzichten, sind Name und genauer Ort jedenfalls im Baumverzeichnis aufgeführt.

Es gibt auch einen Baum für Sternenkinder.

Ablauf der Beisetzung

Wie läuft eine Beisetzung im Klosterwald ab? Der zuständige Förster empfängt die Trauergäste und begleitet sie nach einer individuell gestalteten Zeremonie am Gedenkplatz zum vorher geöffneten und geschmückten Grab. Bei Sturm, Gewitter oder tagelangem Frost ohne Schnee, bei dem der Boden durchgefroren ist, muss der Termin verschoben werden.

Steigendes Interesse

Warum interessieren sich immer mehr Menschen für solche Naturbestattungen? Das hat mehrere Gründe: Einerseits haben in Zeiten steigender persönlicher Mobilität viele Hinterbliebene keinen rechten Bezug mehr zu einem bestimmten Grab oder Friedhof und können sich nur schwer um die Grabpflege kümmern. Andererseits wollen viele Menschen ihren NachfahrInnen nicht zur Last fallen. Nicht zuletzt ist es auch eine Kostenfrage.

Wärmeliebende Baumarten

Gibt es Unterschiede beim Waldmanagement im Vergleich zu einem Ertragswald? Grundsätzlich wird hier auf Naturverjüngung gesetzt. Wärmeliebende Baumarten wie Nuss, Kastanie, Linde und Ahorn werden aber gezielt gefördert und gegebenfalls auch nachgepflanzt, um für das zukünftige Klima gerüstet zu sein. Baumkontrollen werden häufiger durchgeführt.

Klosterwald Kirchberg, Farbphoto: Urne
So könnte ein für die Urnenbeisetzung vorbereitetes Grab aussehen.
Offen für alle

Können sich nur Christinnen und Christen in einem Klosterwald bestatten lassen? Nein, der Klosterwald steht allen Menschen unabhängig von Konfession, Religion oder (Nicht-)Gläubigkeit offen.

Einäscherung aus christlicher Sicht

Dürfen sich Christinnen und Christen überhaupt einäschern lassen? Bei der Eröffnung des Klosterwaldes in Kirchberg ging Martin Sindelar, Experte der Erzdiözese Wien für Liturgie, auch über die Bedenken ein, die einige Christinnen und Christen in Bezug auf Einäscherung und Urnenbestattung haben. Für Katholikinnen und Katholiken besteht dafür jedenfalls schon seit Jahrzehnten keine Veranlassung mehr: Auf Initiative eines Wieners erlaubte Papst Johannes XXIII 1963 die Feuerbestattung unter bestimmten Voraussetzungen. 2016 erließ Papst Franziskus die “Instruktion Ad resurgendum cum Christo über die Beerdigung der Verstorbenen und die Aufbewahrung der Asche im Fall der Feuerbestattung” erlassen. 2019 gab die Österreichische Bischofskonferenz neue Richtlinien zur Feuer- und Naturbestattung heraus. Die evangelischen Kirchen akzeptieren die Feuerbestattung schon seit den 1920er Jahren. Details dazu können im Diskussionspapier “Herausforderungen evangelischer Bestattungskultur” nachgelesen werden.

Ueber allen Gipfeln
Ist Ruh’,
In allen Wipfeln
Spürest Du
Kaum einen Hauch;
Die Vögelein schweigen im Walde.
Warte nur! Balde
Ruhest du auch.
(Johann Wolfgang von Goethe, 1780)


Übergangsritus im Wald: Besuch bei Baba Jaga

Die russische Illustratorin Olga Zakis hat einen Übergangsritus aus der slawischen Mythologie wunderbar dargestellt: die Reise von jungen Mädchen auf der Schwelle zum Erwachsenwerden in den Wald zu Baba Jaga. Die Sagenfigur Baba Jaga ist auf den ersten Blick nicht unähnlich der Hexe aus “Hänsel und Gretel”. Sie ist auch verwandt mit dem slawischen Motiv der Waldfrau. Sie taucht in verschiedensten Varianten auf: Sie “may help or hinder those that encounter or seek her out and may play a maternal role and has associations with forest wildlife” (Wikipedia). In einem Sagentypus müssen die jungen Menschen alle schwierigen Aufträge von Baba Jaga erfüllen, erleiden einen symbolischen Tod und kehren als Erwachsene zurück.


Kindberg: Wald und Wild in Zeiten des Klimawandels

Die moderne Waldbewirtschaftung und der Klimawandel verändern die Lebensbedingungen für das Wild. Mildere Winter sorgen für mehr Nahrung und für erhöhtes Deckungsangebot im Wald. Wichtige Fragen werden am Freitag, dem 28. Februar, im Volkshaus Kindberg diskutiert:

Wie entwickelt sich das Wild unter diesen Bedingungen? Ist die Fütterung von Wild Unsinn oder gibt es auch heute noch gute Gründe dafür? Wie sieht eine moderne Wildbewirtschaftung aus? Welche neuen Jagdmethoden haben unter heutigen Bedingungen Chancen auf Erfolg? Und was können JägerInnen und WaldbesitzerInnen für einen gesunden Wildbestand tun?

Die Veranstaltung findet in Kooperation mit der Bildungsinitiative INA der Steiermärkischen Landarbeiterkammer, der Waldverband Steiermark GmbH, dem Jagdamt Mürzzuschlag und den Jagdschutzvereinen Mürzzuschlag und Kindberg statt. Anmeldung über die FAST Pichl. Eintritt: freie Spende.

Programm

Auswirkungen des Klimawandels auf den Wald und seine Bewirtschaftung – Univ.-Prof. Dipl.-Ing. Dr. Manfred Lexer, Universität für Bodenkultur Wien, Leiter des Institutes für Waldbau

Was bedeutet der Klimawandel für die heimischen Wildarten? Auswirkungen auf die “Big Five” des Mur- und Mürztales: Rot-, Gams-, Schwarz-, Reh- und Auerwild – Dipl.-Ing. Dr. Hubert Zeiler, Wildbiologe der Steiermärkischen Landesjägerschaft, Buchautor und Maler

Klimawandel bedeutet: Neue Krankheiten bedrohen Wild und Weidevieh – Ing. Mag. Dr. Thomas Guggenberger MSc, Höhere Bundeslehr- und Forschungsanstalt für Land-wirtschaft Raumberg-Gumpenstein

Wald und Wild im Klimawandel: ein Beispiel aus einem Mürztaler Mittelgebirgsrevier – Dipl.-Ing. Martin Krondorfer, Forstgut Pichl der Landwirtschaftskammer Steiermark

Diskussionsrunde mit allen Referenten, geleitet von Bezirksjägermeister Ing. Hannes Fraiss, Jagdamt Mürzzuschlag.