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Kategorie: Holz

Überbegriff: Gewinnung, Transport, Verwendung von Holz, Rinde, Laub

Hallstatt: HTL-SchülerInnen „retten die Ehre des Kastenfensters“

Historische Kastenfenster werden häufig durch neue Thermofenster aus Holz, Metall oder Kunststoff ersetzt, weil sie eine schlechte Wärmedämmung aufweisen – so sagen die Vergleichstabellen, die üblicherweise zum Einsatz kommen, ohne den tatsächlichen Wärmedurchgang der Originalfenster am jeweiligen Standort zu messen. Schülerinnen und Schüler des Restaurierzweigs der HTL Hallstatt entwickelten als Maturaprojekt gemeinsam mit ihren Professoren ein Messverfahren, mit dem der tatsächliche Wärmedurchgang historischer Fenster direkt vor Ort ermittelt werden kann. Daraus entstand sogar der Fachartikel „Wärmedurchgang bei Doppelfenstern – Konzept zur In-situ- Bewertung historischer Konstruktionen“ in der deutschen Fachzeitschrift „Bauphysik“ (Ausgabe 2/2017). Kurzfassung: Mit Kastenfenstern ist man durchaus gut bedient. Zitat aus dem Beitrag:

So ist ein fachgerecht restauriertes Doppelfenster in einer ganzheitlichen Betrachtung dem rezenten Industriefenster in energetischer Sicht häufig überlegen. Nebenbei
erzeugt der Fenstertausch oftmals bauphysikalische Probleme wie Schimmelbildung an Laibungen und in Eckbereichen, da sich das bauphysikalische Verhalten des Gesamtsystems verändert. Integrativ betrachtet ist damit unter Umständen der Erhalt des historischen Bestandes – auch vom Energieverbrauch her gesehen – die beste Lösung.

Weiterlesen in den OÖ Nachrichten und bei Bauphysik (nicht frei zugänglich).

 
Kunst „mit Axt und Kettensäge, Hammer und Meißel“

Am 3. November 2017 wird im Offenen Haus Oberwart die Ausstellung „Eine Begegnung“ mit den Künstlern Erwin Moravitz aus Oberwart und Bernd Romankiewitz aus Bayreuth eröffnet. Zur Ausstellung spricht Wolfgang Horwath.

Die Künstler

Bernd Romankiewitz, der seit Jahren dem Holzschnitt verfallen ist, bearbeitet mit Axt und Kettensäge, Hammer und Meißel seine Holzplatten. Er wechselt Form und Farbe, kombiniert die Druckplatten, druckt sie auf Leinwände und verzichtet auf das typisch Serielle.

Völlig anders die Arbeit des Malers und Grafikers Erwin Moravitz, dessen Prädikat die Präzession ist. Subtile Farbflächen und Übergänge, größtenteils mit bloßer Handfläche und nicht mit Pinsel gestaltet, sind Merkmale seiner Werke. Damit erzielt er eine unglaubliche Perfektion der gemalten Fläche und der farbigen Übergänge.

Beide nehmen seit Jahren an den Rabnitztaler Malerwochen teil.

Ort und Zeit
  • Offenes Haus Oberwart, Lisztgasse 12, 7400 Oberwart
  • Vernissage: Freitag, 3. November 2017, 19.30 Uhr
  • Die Ausstellung ist von 3. bis zum 16. November 2017 zu besichtigen (Montag bis Freitag von 9 bis 14 Uhr, während Veranstaltungen und nach Vereinbarung).

Eintritt frei. Ausstellung in Kooperation mit dem eu-art-network und K.B.K. – Kultur.Bildung.Kunst.

 
Hackathon #NatureHack17 zum Thema „Was kann der Wald?“

Was kann der Wald? Welche innovativen Produkte und Services bieten der Wald und die angrenzende Umgebung?

Das sind die zentralen Fragen des ersten Hackathon des Netzwerks Zukunftsraum Land, #NatureHack17. „Der Hackathon wendet sich an alle jungen Leute, die gemeinsam kreative Lösungen für aktuelle Herausforderungen rund um den österreichischen Wald entwickeln möchten. Die grüne Lunge Österreichs birgt hohes Potenzial für Innovationen, welche für Pflanzen, Tiere und Menschen von großem Nutzen sein können“. 12 Stunden – 3 Teams – 1 Challenge: 20 kreative Köpfe im Alter zwischen 17 und 27 Jahren aus ganz Österreich aus möglichst verschiedenen Fachgebieten erhalten die Chance, innovative Lösungskonzepte strukturiert in drei interdisziplinären Teams zu entwickeln und mithilfe von Coaches sowie Peer-Reviews zu verfeinern. Die Ideen werden im Rahmen der Abendveranstaltung vor einer renommierten Fachjury präsentiert, die besten Ideen werden mit attraktiven Geldpreisen belohnt.

Der Hackathon findet am Samstag, dem 18. November, von 8 bis 21 Uhr bei den Österreichischen Bundesforsten in Purkersdorf statt.

Informationen zur Veranstaltung und Anmeldung (bis 31. Oktober) auf ideenfuersland.at.

 
Bibliotheken ohne Bücher: Xylotheken

„Bibliotheken ohne Bücher“ war der Titel meiner Kolumne, die ich im Jahr 2015 für die österreichische Bibliothekszeitschrift „Büchereiperspektiven“ schrieb. Einer der Texte befasste sich mit Xylotheken und passt daher sehr gut in dieses Blog.

Reinhard Stiksel: Ein Stück aus der „Xylothek“ – Aus der Sammlung der Sternwarte im Stift Kremsmünster, Wikimedia Commons, CC-BY-SA 3.0.

Dass Bibliotheken und Bücher mit Bäumen zu tun haben, ist bekannt – nicht nur wegen des Wortes „Buch(en)stabe“, sondern auch weil Papier ja aus Holzschliff beziehungsweise Zellstoff hergestellt wird. Es gibt aber Bücher, die einfach holziger sind als andere – diese sollen hier vorgestellt werden.

Es gibt wohl kaum Bibliotheken, bei denen die äußere Form so sehr mit dem Inhalt korrespondiert wie bei den „Xylotheken“.

Die Bände dieser Holzbibliotheken bestehen nämlich aus jenen Materialien, mit denen sie sich beschäftigen: Jeder Holzkasten ist aus einer anderen Baumart gefertigt. Vorder- und Rückdeckel der Kästen sind aus Holz, der Buchrücken wird mit Rinde, Moos, Schwämmen oder Flechten verziert. Im Inneren verbergen sich übersichtlich arrangierte Zweige desselben Baumes mit Blättern oder Nadeln, Blüten und Früchten, teilweise auch mit Holzwürfeln und Sägespänen. In kleinen Döschen können Blütenstaub, Samen oder Holzasche aufbewahrt werden. Manchmal wurden sogar die für den jeweiligen Baum typischen Forstschädlinge beigegeben – als Beispiel seien die so passend benannten Käferarten „Buchdrucker“ und „Kupferstecher“ genannt, die Fichten bevorzugen. Abgerundet wird der Inhalt der „Buchattrappen“ durch die lateinische und deutschsprachige Bezeichnung der dargestellten Pflanze und eine Kurzbeschreibung. Diese Holzbücher richten sich vor allem an Menschen, die in der Forstwirtschaft und der Holzverarbeitung tätig sind, und zeigen ihnen anschaulich die wichtigsten Eigenschaften und Nutzungsmöglichkeiten von Baum und Holz. Gleichzeitig ist jeder Band in einer Xylothek ein kleines Kunstwerk, dessen sorgfältige und detailreiche Verarbeitung auch Nicht-Forstleute beeindruckt.

Xylotheken sind ein Phänomen der Wende vom 18. zum 19. Jahrhundert. Da die Herstellung aufwendig und der Preis hoch war, wurden die meisten Exemplare von großen Forstbetrieben und forstlichen Ausbildungsstätten erworben. Umfangreiche Beispiele sind unter anderem im Biologiezentrum des Oberösterreichischen Landesmuseums, in der Botanik-Abteilung des steirischen Landesmuseums Joanneum, in der Sternwarte im Stift Kremsmünster, im Naturhistorischen Museum des Stifts Admont und im Museum für das forstliche Versuchswesen in Wien-Mariabrunn erhalten.

Links

Verzeichnis von Holzbibliotheken: www.specula.at/adv/monat_9712.htm
Aufbau eines Holzbuches: www.naturkundemuseum-kassel.de/museum/wissenswert/holzbuch/index.php
Hohenheimer Xylothek digital: www.uni-hohenheim.de/uniarch/Xylothek%20_%20Seite/Xylothek_index.html

 
Sägewerk Hirschwang geschlossen

Das Sägewerk wurde 1941 von der Stadt Wien übernommen. In den 1960er und 1970er Jahren wurde es erneut adaptiert und modernisiert, so konnten die Holzmengen nach den großen Windwürfen im Rax-Schneeberggebiet bewältigt werden. Der Großteil des Holzanfalles der Quellenschutzwälder wurde hier verarbeitet. Produziert wurde für den eigenen Betrieb, für die Stadt Wien und den freien Markt.

Da das Sägewerk laut einer betriebswirtschaftlichen Analyse 2016 „als forstlicher Nebenbetrieb nicht mehr vertretbar weitergeführt werden kann“, wurde es mit 1. Jänner 2017 geschlossen.

Zum Weiterlesen: Nina Flori: „Wiens Sägewerk schließt„. In: Wiener Zeitung, 27. Dezember 2016

 
Vortrag im Stadtarchiv über den „Raxkönig“

Am Freitag, den 22. Mai, um 18.30 Uhr wird Fritz Lange im Wiener Neustädter Stadtarchiv zum Thema „Vom Dachstein zur Rax – auf den Spuren von Georg Hubmer“ sprechen. Aus der Einladung:

Mit 17 Jahren wanderte der im Salzkammergut geborene Georg Hubmer  (1755 – 1833) gemeinsam mit seinem Bruder Johann nach Niederösterreich aus. Im Waldviertel lernte er die Arbeit an Schwemmanlagen kennen und entschied sich später, im Naßwald nach eigenen Plänen einen Schwemmkanal zu errichten, ausgestattet mit Klausen, Rechen und dem damals längsten Tunnel Österreichs. Dieser künstlich angelegte Wasserweg ermöglichte es ihm, das Brennholz aus den Wäldern des Rax- und Schneeberggebiets talwärts zu bringen und auf der Schwarza, dem Kehrbach, zuletzt mit Schiffen auf dem Wiener Neustädter Kanal bis nach Wien zu transportieren. Der Buchautor Dipl.-Ing. Fritz Lange hat neben umfassenden Studien zum Wiener Neustädter Kanal weitere künstlich angelegte Wasserwege erforscht und sich mit den Biografien ihrer Erbauer befasst, wie dem ‚Raxkönig‘ Georg Hubmer und seiner Schwemm-Compagnie.

In Naßwald erinnert heute die Hubmer-Gedächtnisstätte an den Unternehmer, laut Beschreibung: „Zahlreiche Exponate veranschaulichen die Arbeit der Holzknechte. Das einstige Schwemmen durch das Höllental kann am Modell realistisch nachempfunden werden. Die Gedächtnisstätte vermittelt dem Besucher aber auch Beschaulichkeit, Ruhe und Romantik beim Holzknechtsterz rund ums offene Feuer“.

 
„Zerbrochene & zersplitterte Stämme“
Bild: Monika Bargmann, CC-BY-SA
Bild: Monika Bargmann, CC-BY-SA

Am Hauptplatz in Wiener Neustadt erinnert eine Gedenktafel an einen großen Sturmschaden im Jahr 1946: „Bei der Sturmkatastrophe im Februar 1946 wurden im Föhrenwald mehr als 100.000 Kubikmeter herrlichen Baumbestandes vernichtet. Diese Platte stammt von einem 300 Jahre alten vom Sturm gefällten Waldriesen“.

Den Hinweis darauf habe ich aus dem Artikel „Die Sturmkatastrophe“ , der in der NÖN Wiener Neustadt aus Woche 16/2014 erschienen ist und der sich auf das Buch „Denkmäler in Wiener Neustadt“ von Gerhard Geissl bezieht. Im Zeitungsartikel heißt es:

Durch den flachgründigen, aufgeweichten und von Bombentrichtern durchsetzten Schotterboden hatte der Sturm leichtes Spiel, die Föhren fielen um wie Dominosteine.

Über die Datenbank des OÖ Landesmuseums bin ich auf den Artikel „Der Föhrendamm gegen drohende Versteppung“ gestoßen, der in der Zeitschrift „Natur und Land“, Ausgabe  2+3 (1967), S. 49-50 erschienen ist. Dort schreibt der (nicht  namentlich genannte) Verfasser:

In wenigen Stunden rissen die pfeifenden Fallböen 250.000 Stämme aus dem Boden. Das waren ungefähr 100.000 Festmeter gesunden Holzes, das das Wüten des Sturmes dem Verderben überant­wortete. Wo sonst die Spaziergänger aus der nahen Wiener Neustadt lustwandelten, ragten nun zerbrochene und zersplitterte Stämme in die Luft, krümmten sich hilflose Wurzeln, und Äste und Zweige bildeten mit dem Unterholz ein undurchdringliches Gewirr.

Für mich ist das insofern auch persönlich von Interesse, als dieser Windwurf den Anlass für die Firmengründung meines Großvaters und seines Kompagnons war und aus dem im Föhrenwald gewonnenen Holz die ersten Häuser in Föhrenau gebaut wurden. Auf der Website der Gemeinde Lanzenkirchen steht dazu:

Seine Entstehung [Anm.: die Entstehung des Ortsteiles Föhrenau] fällt in die Jahre 1945/46. die Häuser wurden in zwei Bauweisen errichtet, und zwar als Fachwerkbau und in Riegelbauweise. Im Jahre 1946 hatte ein Wirbelsturm einen Großteil des Föhrenwaldes entwurzelt. Die ersten 30 Häuser wurden daher großteils aus Föhrenstämmen errichtet.

 
Peruanischer Holzerker in Lichtenegg
Holzerker Tschudihof Lichtenegg
Bild: Monika Bargmann, CC-BY-SA

Dieser Holzerker befindet sich auf dem sogenannten „Tschudihof“ in Amlos (Gemeinde Lichtenegg). Der Schweizer Naturforscher und Volkskundler Johann Jakob von Tschudi, der in Lichtenegg wohnte, hatte ihn von einer seiner Reisen nach Südamerika mitgebracht und an seinem Wohnhaus anbringen lassen. Der Tschudihof hieß bis 1952 Jakobshof und wurde offensichtlich nach seinem berühmten Bewohner benannt, obwohl Jakobshof ja auch zu ihm gepasst hätte 😉 Die Initiative „Vintage Lichtenegg“ hat vom damaligen Festakt Bilder auf Facebook gestellt.

Außerdem bemerkenswert: „Im Umfeld des Hofes sind einige monumentale exotische Baumarten aus der Zeit Tschudis erhalten geblieben“, heißt es auf der Website der Gemeinde Lichtenegg. Da muss ich beim nächsten Besuch genauer schauen.

Aufgenommen habe ich das Bild schon im Jahr 2006 im Zuge meiner Recherchen zu Hofnamen – daran erinnert wurde ich durch die Erwähnung des Erkers in der Broschüre „Die Bucklige Welt“ (Denkmalpflege in Niederösterreich, Band 25), genau gesagt im Artikel „Zur kunstgeschichtlichen Bedeutung“ von Werner Kitlitschka, dem früheren Landeskonservator für Niederösterreich beim Bundesdenkmalamt.

 
Hafer für Holzabfuhrpferde

Heute habe ich mir im Gemeindezentrum Bad Erlach die Ausstellung „Ein Dorf erinnert sich. 70 Jahre Ende des 2. Weltkriegs“ angeschaut. Dabei waren auch einige Exponate, die mit Forstwirtschaft zu tun haben, so wie dieses aus dem Archiv der Gemeinde Bad Erlach (zum Vergrößern klicken):
erlach-hafer-holzabfuhr
Es handelt sich um ein Schreiben des Forstamtes Wiener Neustadt-Süd der Reichsforstverwaltung an die Gemeinden und Forstbetriebe, eingegangen am Gemeindeamt in Erlach am 23. November 1942:

Ich teile Ihnen mit, dass für Zwecke der Zusatzzuteilung 2 kg Hafer je Tag und Tier für Holzabfuhrpferde und Ochsen bezogen werden können; diese Zusatzzuteilung wäre von den Holzfuhrwerkern beim Holzabfuhrring Wr. Neustadt anzusprechen. Ich bitte die Holzfuhrwerker Ihres Bereiches hievon verständigen zu wollen.

Zum Thema „Reichsforstverwaltung“ gibt es eine Studie, die von den Österreichischen Bundesforsten beauftragt wurde: „Die ‚Reichsforste‘ in Österreich 1938 – 1945. Arisierung, Restitution, Zwangsarbeit und Entnazifizierung“ von Oliver Rathkolb, Maria Wirth und Michael Wladika, erschienen 2010 bei Böhlau. Siehe auch die Artikel in der Wiener Zeitung bzw. im Standard über die Studie.