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Kategorie: Holz, Rinde, Laub

Überbegriff: Gewinnung, Transport, Verwendung von Holz, Rinde, Laub

Eiche und Palisander. Zu Gast auf Schloss Hernstein

Der im letzten Jahr gegründete Verein Architekturerbe Österreich hat sich zum Ziel gesetzt, Führungen durch Gebäude und Gärten, die normalerweise nicht öffentlich zugänglich sind, zu ermöglichen. So bin ich gestern ins Schloss Hernstein gekommen.

Das einstmals schlichte Anwesen, ein ehemaliger Meierhof, wurde – im Auftrag des Erzherzogs Leopold Ludwig – von Theophil Hansen umgebaut und im Stile der englischen Gotik modernisiert. Hansen gestaltete nicht nur das Gebäude an sich, sondern entwarf auch große Teile der Inneneinrichtung – vom Stiegengeländer bis zur Türschnalle. Heute gilt das Schloss als eines der bedeutendsten historistischen Gebäude Österreichs. Es ist im Besitz der Wirtschaftskammer und wird für Seminare genutzt.

Holzdecke und Jagdszenen

Interessant für Frau von Wald: der Boden im Wappensaal, der aus Eichenholz mit Palisander-Einlagen gefertigt wurde. Beeindruckende Holzdecken, von denen die prachtvollste den Gegenwert von dreißig Bauernhöfen kostete. Deckengemälde mit Jagdszenen. Der Schlosspark mit künstlichem Teich, an dem zur Unterhaltung auch Seeschlachten nachgestellt wurden.


 
Susanna Bauer: Blätter & Häkelfaden

Objekte aus der Natur, auf unkonventionelle Art mit Häkelfaden kombiniert: „I work with found natural objects. Leaves, stones, pieces of wood… ephemeral things, easily overlooked. And I use crochet; sometimes as embellishment, but mostly in a more unconventional way as a means of sculpture and construction“, sagt die 1969 in Eichstätt geborene Künstlerin.

Mehr auf www.susannabauer.com. Wäre doch schön, eine Ausstellung von Susanna Bauer in Österreich zu sehen! Auf ihrer Website ist keine angeführt.


 
Von der Sargfabrik zum Wohnprojekt

Besuch im Wiener Gemeindebezirk Penzing: Aus der Holz- und Metallsargfabrik Julius Maschner & Söhne, der größten Sargfabrik der Monarchie, entstand 1996 nach zehnjähriger Planungsarbeit ein innovatives Wohnprojekt. Thomas Harbich stellt das Vorhaben in seiner Reihe WienFakten vor.

Die Firma Maschner, die Nachfolgerin der 1860 gegründeten „K. u. K. Hof-Metallwarenfabrik A. M. Beschorner„, stellte unter anderem die Särge für Mary Vetsera und Karl Lueger her.

Zum Weiterlesen
  • Lackner, Franz: Die Geschichte der Sargfabrik Julius Maschner & Söhne. Unternehmensgeschichte als Spiegel gesellschaftlicher Wandlungsprozesse seit dem 19. Jahrhundert. Ein wirtschaftshistorischer Beitrag zur Sepukralkulturforschung. Wien, Univ., Dipl.-Arb., 2000

 
SWR: Holzrücken mit Pferdestärke

Screenshot SWR-Sendung Landesschau Baden-Württemberg: Holzrücken mit Pferdestärke, Jänner 2018 Der SWR hat in der Landesschau Baden-Württemberg einen interessanten Beitrag über die Holzrückung „mit Pferdestärke“ gebracht: Stefan Egenberger – hauptberuflich bei der Straßenmeisterei beschäftigt – ist mit seinen Norikern im Billigheimer Forst zugange. Förster Jochen Lutz, der ihn engagiert hat, hat selbst Erfahrung mit Rückepferden und weiß diese Methode zu schätzen.

Egenberger kommt mit zwei Pferden in den Wald, die sich regelmäßig abwechseln. Sowohl Tier als auch Mensch haben eine umfangreiche Ausbildung absolviert, damit das Holzrücken nicht nur bodenschonend, sondern auch ohne Verletzungen abgeht.

Die Sendung vom 10. Jänner 2018 ist bis 10. Jänner 2019 in der SWR-Mediathek abrufbar.

Zum Weiterlesen

Peter Lahr: „Im Billigheimer Wald wird noch per Pferd gerückt„. In: Rhein-Neckar-Zeitung, 16. Jänner 2015


 
Pressespiegel 2018/02 – von Lorbeerwäldern bis Tannin als Dämmstoff

Claudia Lagler: „Dämmen und schützen mit Tanninen. An der FH Salzburg suchen Wissenschaftler nach innovativen Materialien für umweltfreundliches Bauen. Dämmstoffe aus Tannin könnten irgendwann Styropor ersetzen„. In: Die Presse, Wissen & Innovation, 24. Februar 2018, S. 34 – der Holzwissenschaftler Gianluca Tondi von der FH Salzburg forscht nach Einsatzmöglichkeiten für Tannin aus der Holzindustrie und Lignin aus der Zellstoffproduktion. Als eine Anwendung werden die Herstellung von Dämmschäumen auf Tanninbasis und ihre biologische Abbaubarkeit untersucht.

N.N.: „Ökologie bleibt Megatrend. Für Investoren und Bauherren erweist sich nachhaltiges Bauen als rentabel. Immer mehr Menschen wollen in Holzbauten leben“. In: Salzburger Nachrichten, Immobilien, 24. Februar 2018, S. 31 – die höheren Baukosten für Green Buildings rechnen sich durch den höheren Verkaufspreis, stellt eine Wiener Unternehmensberatung fest. Assoziationen zum Baustoff Holz sind unter anderem „natürlich“, „gutes Raumklima“ und „riecht gut“. Im Artikel erwähnt werden auch der Trend zu Vertical Farming und Modelle von schwimmenden Städten.

Reinhard Engel: „Vom Duft der Späne. Der elektronische Tischler: Simon Hohensinn ist bei der Herstellung von Naturholzmöbeln verantwortlich für die Bearbeitungsautomaten„. In: Die Presse, Spectrum, Zeichen der Zeit, 24. Februar 2018, S. IV – Die Arbeit des Tischlereitechnikers Simon Hohensinn bei Team7 in Ried im Innkreis wird vorgestellt.

Carsten Heinke: „Wo die Bäume Pelze tragen. Ganzjährig frühlingshaftes Klima beschert La Gomera eine einzigartige Flora und Fauna„. In: Die Presse, Reisen, 24./25. Februar 2018, S. R2 – Lorbeerwälder im Nationalpark Garajonay auf La Gomera: „Die Nebelwand, die jeden Laut zu schlucken scheint, umschließt ihn [den Wanderer] ebenso wie das Gewirr der schiefen, knorrigen und krummen Stämme, Äste, Zweige, Wurzeln. Die meisten sind so dicht von Moos und Flechten überwuchert, dass man meinen könnte, es sei Fell“.


 
Märchenhafte Baumgeschichten in Bad Schönau

Farbphotographie, Sitzbank mit einer Tafel, Aufschrift Baumgeschichten von Folke TegetthoffSeit 1988 findet in Österreich das Internationale Erzählfestival in verschiedenen Ausprägungen statt, seit 2007 gibt es fabelhaft!NIEDERÖSTERREICH. Einer der Standorte ist der Kurort Bad Schönau in der Buckligen Welt. Wie ich heute bei einem Spaziergang entdeckt habe, weisen verschiedene Elemente im Ort auf diese wunderbare Veranstaltung hin, zum Beispiel im Kurpark. Der Initiator des Festivals, Folke Tegetthoff, schrieb für fünf ganz individuell gestaltete Holzbänke im Kurpark eigene Märchen mit Bezug zu Bäumen – Baumgeschichten eben.

Bankstapler und Laufbank

Fünf Tischlereien aus der Buckligen Welt haben diese originellen Sitzmöbel gestaltet: die Tischlerei Geyer aus Krumbach (Baumgeschichten), die Tischlerei Ostermann aus Wiesmath (Bankstapler), die Tischlerei Ponweiser aus Bromberg/Schlatten (Seufzerbank), die Tischlerei Schrammel aus Lichtenegg (Märchenbank) und die Tischlerei Walli aus Thernberg (Laufbank).

Das Storytelling-Festival findet in Bad Schönau heuer von 30. Mai bis 3. Juni statt. Beschreibung; „Was Sie hier erwartet, ist kein Bühnenspektakel, keine aufwendige Technik oder Regie, sondern EIN einzelner Mensch, der nichts tut als… ERZÄHLEN“.

Schulbank einmal anders

Auch in der Steiermark werden seit Jahren Geschichten erzählt. Für das Festival 2016 entwarfen und fertigten Schülerinnen und Schüler der Landesberufsschule Fürstenfeld elf Sitzbänke ganz nach ihren eigenen Vorstellungen. Die Tischlereien Baumann aus Mureck und Gollob aus Großklein bauten zwei weitere Sitzbänke.

Zum Weiterlesen

 
Plakat mit 35 Photographien von Baumrinden

Phil Barnett bietet ein wunderschönes A2-Poster mit 35 Photographien verschiedener Baumrinden zum kostenlosen Download an. Nicht nur dekorativ, sondern vielleicht auch hilfreich beim Lernen für die forstfachliche Prüfung 🙂

Haut und Rinde

Interessant ist, wie er in seinem lesenswerten Blog-Beitrag „Absolutely Barking!“ die Ähnlichkeit von menschlicher Haut und „bäumischer“ Rinde beschreibt:

Bark is like almost everything in nature – the more you look the more you see. If you walk through a wood you will, of course, be aware of the trees, but only have a vague sense of the variety of bark. Once you stop to look you’ll see that every tree species has its own kind of bark, and even amongst trees of the same species – no two are alike. […]
Tree bark and human skin, have a lot in common. They are both outer layers with a role in protecting the tissues beneath, and both are unique to the individual. Each fingerprint is famously unlike any other and no two trees have exactly identical bark.

Außerdem listet er eine Vielzahl von Faktoren auf, die die Rindenbildung einer Spezies bzw. eines bestimmten Baums beeinflussen, vom Klima über den Specht bis zu möglichen Verletzungen.


 
Traditionsreich: Birkenrinde als Beschreibstoff

Birkenrinde wurde bereits im Mittelalter als Beschreibstoff verwendet. Harald Haarmann schreibt in seiner „Geschichte der Schrift“ über einen bedeutenden russischen Fund:

Berühmt ist das Birkenrindenschrifttum aus dem mittelalterlichen Nowgorod, wo sich die Handelswege von Skandinavien bis Byzanz und von Moskau bis in die Hansestädte an Nord- und Ostsee kreuzten. Der bevorzugte Gebrauch von Birkenrinde als Beschreibstoff weist nicht nur darauf hin, daß man in Nowgorod ein billiges Material dem teuren Pergament vorzog, sondern auch darauf, daß die Fähigkeit zu lesen und zu schreiben nicht auf einen kleinen Kreis speziell ausgebildeter Schreiber beschränkt war.

Briefe von Soldaten an der Front auf Birkenrinde. In der Wienbibliothek im Rathaus sind neuere Beispiele für diesen Beschreibstoff erhalten, ebenfalls aus dem russischen Raum. Der Wiener Bürgermeister Richard Weiskirchner beauftragte im Jahr 1914 die städtische Bibliothek und das städtische Museum, eine Weltkriegssammlung anzulegen, in der die „große Zeit“ dokumentiert werden sollte. Diese umfangreiche und einzigartige Sammlung umfasst verschiedenste Materialien vom Plakat bis zum „Kriegsbrot“ – allein die 116.000 Zeitungsausschnitte füllen heute mehr als sechshundert Bände. Weiskirchner betätigte sich auch selbst als Sammler und steuerte etliche Objekte bei, zum Beispiel an ihn gerichtete Briefe, Karten und Telegramme. Im Bild ein Beispiel für Briefe auf Birkenrinde, in denen sich Soldaten von der russischen Front bei „ihrem Bürgermeister“ für „Liebesgaben“ (etwa Tabak) bedankten.

Auch die Rinde anderer Bäume wird als Schreibmaterial verwendet: Ursprünglich aus Polynesien und Indonesien stammt „Tapa“, ein Material, für das Rindenbast von Brotfrucht-, Maulbeer- oder Feigenbäumen zu einem Faservlies geklopft wurde – ähnlich der Herstellung von Papyrus. Die Technik verbreitete sich auch nach Mittel- und Südamerika, wo das Produkt noch heute u.a. aus der Rinde des Jonote-Baumes hergestellt wird und Amate oder Amatl genannt wird. Rinde kann man also nicht nur direkt beschreiben, sondern auch zu einem papierähnlichen Stoff verarbeiten.

Mehr über die Nutzung von Birkenrinde
Mehr über Tapa und Amatl

 
Die Heilkraft der Bäume. Holz-Pionier Erwin Thoma im Radiokulturhaus

Johannes Kaup spricht am 11. Jänner 2018 im Radiokulturhaus mit dem Forstwirt und Holzbaupionier Erwin Thoma zum Thema „Die Heilkraft der Bäume – und wie die Wissenschaft sie entschlüsselt“. Die Veranstaltung wird auf der Ö1-Website als MP3-Livestream übertragen. Eintritt zur Veranstaltung: 17 EUR (mit ORF RadioKulturhaus-Karte -50%, Ö1-Club-Karte -10%). Aus der Ankündigung:

Baumkronen, von unten photographiert„Dass Bäume eine Heilkraft auf den Menschen haben, lässt sich heute wissenschaftlich nachweisen. Die ETH Zürich brachte Klarheit in die kontroversen Debatten über ‚Mondholz‚ und die Medizinische Fakultät der Universität Graz [Anm. Joanneum Research?] wies nach, dass das Leben in Holzräumen nicht nur unser Immunsystem, sondern auch unser Herz stärkt. Die interdisziplinär forschende Bionik (auch Biomimetik) beschäftigt sich mit Erfindungen der Pflanzen- und Tierwelt und dem Übertragen von Phänomenen der Natur auf die Technik – denn die Natur entwickelt im Anpassungsprozess an wechselnde und oft schwierige klimatische Umweltbedingungen immer wieder neue und sich verbessernde Lösungen. Warum und wie trägt Holz zu besserer Gesundheit und sogar längerem Leben bei? Wie findet man heute Holz, das chemisch unbehandelt und langlebig ist? Warum hat ‚Mondholz‘ einzigartige Qualitäten für dauerhafte Holzkonstruktionen? Wie kann der Werkstoff Holz zu einem Beispiel für eine Kreislaufwirtschaft werden, für eine energieautarke Industrie, für erneuerbare Energien, für mehr Lebensqualität und Lebensfreude?“

Erwin Thoma: Bäume als Weggefährten

Bemooste Baumwurzel, Laub, in Viechtau„Ing. Dr. Erwin Thoma (…) beschäftigte sich als Förster in den Wäldern des Tiroler Karwendelgebirges jahrelang mit den Geheimnissen der Bäume und dem alten Wissen über Holz. Dieses Wissen brachte er in seine später gegründete Holzbaufirma ein, um Häuser zu errichten, die zu 100 Prozent aus Holz sind und nicht chemisch behandelt werden. Sein Weltpatent und seine Neuentwicklungen werden derzeit an mehreren europäischen Universitäten untersucht. Für seine Vollholzbauten wurde Thoma mehrfach international ausgezeichnet und er erhielt die bislang einzige ‚Cradle to Cradle‘-Gold-Zertifizierung für Baumaterial. Mit seiner Frau und seinen drei Kindern lebt Erwin Thoma heute in Goldegg. Er beschreibt Bäume wie Weggefährten und gibt sein Wissen in Vorträgen und zahlreichen Bücher weiter. Zuletzt erschienen sind ‚Die geheime Sprache der Bäume‚ sowie ‚Holzwunder‚“.

Quelle: radiokulturhaus.orf.at/artikel/466327.