Wald & Gesundheit

Green Care, Erholung, Gesundheitsförderung, Wohlfahrtsfunktion, Erholungsfunktion, Waldbaden, Shinrin yoku

Leberblümchen: Augenweide in Dreistetten

Farbphoto, Leberblümchen, Hainbuchenblatt in Dreistetten

Auch wenn der April noch nicht vorbei ist, wird das wahrscheinlich mein liebstes Bild des Monats. Es zeigt Leberblümchen und Hainbuche in Dreistetten im niederösterreichischen Piestingtal. Das Leberblümchen heißt so, weil die Form der Laubblätter an eine Leber erinnert. Auch der botanische Name “Hepatica nobilis” weist darauf hin – altgriechisch “hepar” bedeutet Leber (vgl. Hepatitis). Ich hätte diese Assoziation eher nicht gehabt, aber irgendjemand offensichtlich schon 😉 Gemäß der Signaturenlehre, die unter anderem Zusammenhänge zwischen Form und Wirkung herstellt, kann die Pflanze bei Leberleiden verwendet werden. Da die Pflanze schwach giftig ist und vor allem weil sie in ganz Österreich unter Naturschutz steht, sollte man sich nur am wunderbaren Anblick erfreuen und der Leber anderweitig Gutes tun.


Spaziergang in Hochwolkersdorf

Für alle, die derzeit den Wald nicht besuchen können, ein paar Bilder von einem Spaziergang in Hochwolkersdorf im südlichen Niederösterreich. Im Moment bin ich sehr froh, in einer Gegend zu wohnen, in der ich mich im Freien bewegen kann, ohne vielen Leuten zu begegnen. Nach sechs Tagen mit Spaziergängen im Föhrenwald rund um meinen Wohnort war mir aber sehr nach einer anderen Form von Wald 😉 Die kleine Runde in Hochwolkersdorf war da gerade recht, nach kurzer Zeit hat es sogar zu schneien begonnen. Schon faszinierend: Am Tag davor bin ich mit einem dünnen Kleid ohne Weste spazierengegangen, tags darauf mit dicker Winterjacke, Kapuze und Handschuhen.

Der Wetterumschwung war von meinen Kolleginnen und Kollegen auf der ZAMG korrekt vorausgesagt. Bei uns arbeiten derzeit fast alle im Home-Office. In meiner Abteilung haben wir tägliche Online-Besprechungen, und wir werden gut auf dem Laufenden gehalten. Aber ich vermisse meine Kollegen und den gewohnten Betrieb. Am Freitag war ich das erste Mal nach über einer Woche einkaufen, und da ist mir aufgefallen, wie sehr mir derzeit diese kleinen alltäglichen Begegnungen fehlen – ein Gruß, ein freundliches Wort, ein bisschen Plaudern, ein Händedruck.


Vortrag: Warum uns ein Waldbad gut tut

Warum uns ein Waldbad gut tut“, erzählt Dr.in Daniela Haluza am 26. November 2019 bei einem Vortrag in der Wiener Volkshochschule.

Regelmäßige Waldspaziergänge sind nachhaltig gesund – sie entspannen Körper, Geist und Seele und halten uns fit. In diesem Vortrag erfahren Sie, warum Sie sich nach einem Aufenthalt im Wald entspannt und glücklich fühlen.

Die Vortragende studierte Medizin und Angewandte Medizinische Wissenschaften und ist Fachärztin für Hygiene und Mikrobiologie. Sie unterrichtet und forscht in den Bereichen Gesundheitsvorsorge und Umweltmedizin an der Medizinischen Universität Wien und ist Autorin zahlreicher Fachpublikationen.

Kurszeit: 26. November 2019, 18 bis 20 Uhr. – Kursort: VHS Mariahilf/Neubau/Josefstadt, Damböckgasse 4, 1060 Wien. – Kursgebühr 8 EUR. – Buchung hier.


Pressespiegel 2019/04: Waldbaden und Schadholz

Thomas Auinger: “Nach dem Trubel kehrt Ruhe ein: Gastein-Gäste ‘baden’ im Wald“. In: Salzburger Nachrichten, Lokalbeilage, 27. April 2019, S. 11 – in Bad Hofgastein wird Sabine Schulz, die sich selbst als “Naturdenkerin” bezeichnet, gemeinsam mit dem Kur- und Tourismusverband Waldbaden an ausgesuchten “Kraftplätzen” anbieten. “Sabine Schulz will einprägsam und alltagstauglich vermitteln, wie man durch Bewegung, Wahrnehmung und Atmung an der frischen Luft wieder mehr Körperbewusstsein erlangt”.

Erika Pichler: “Die ‘Haut’ der Bäume schützt auch die Haut der Menschen“. In: Die Presse, Wissen & Innovation, 27. April 2019, S. 33 – ForscherInnen der FH Salzburg-Kuchl beschäftigten sich in einem dreijährigen Projekt mit den antimikrobiellen und konservierenden Wirkungen von Holzextrakten. Diese könnten in Naturkosmetikprodukten verwendet werden.

Sabine Wallinger: “Willkommen in Thujistan“. In: Der Standard, Album, 27. April 2019, S. 1-2 – Essay über die heimischen Thujenhecken.

Red.: “Die Hälfte der Ernte war Schadholz“. In: Die Presse, Österreich, 27. April 2019, S. 11 – Gemäß der Holzeinschlagsmeldung 2018 wurden 75% mehr Schadholz als im zehnjährigen Schnitt geerntet.

Markus Rohrhofer: “Ganz bewusst auf dem Holzweg”. In: Der Standard, Wochenende, 13./14. April 2019, S. 28 – die Mühlviertler Tischlerei “Sensus Raum & Mensch” wird vorgestellt.

Satellitendaten: Seit 1980 stirbt in Österreich immer mehr Wald“. In: Der Standard, 9. April 2019 – ForscherInnen vom Institut für Waldbau an der BOKU analysierten Landsat-Satelllitendaten. Dabei wurde festgestellt, dass in Europa jedes Jahr eine Waldfläche in der Größe von Slowenien verlorengeht.

Gerald Stoiber: “Rekordmengen bei Schadholz”. In: Salzburger Nachrichten, Österreich, 2. April 2019, S. 10 – Dürre, Hitze, Schneebruch und Stürme sorgten im vergangenen Jahr für große Schäden.


Frau von Wald geht waldbaden

Das Waldklima wird in der Biometeorologie speziell untersucht und hat in der Klimatherapie schon lange seinen festen Platz in der Medizin. Charakterisiert durch Waldoberfläche, Kronenraum, Baumart und Waldboden wird die besondere Eigenschaft der Waldluft immer wieder als besonders gesundheitsfördernd herausgegriffen. Besonders gilt dies für die Natur und Quantität der ätherischen Öle (Terpene), Harze und anderer Aromastoffe, welche die Würzigkeit der Waldluft ausmachen.

…schrieb Alois Machalek in einem Beitrag für die Zeitschrift “Wetter und Leben” im Jahr 1986. Ich will mehr übers Waldbaden und seine gesundheitsfördernde Wirkung wissen und werde daher im Mai und September einen Kurs bei Ulli Felber besuchen. Darauf freue ich mich schon sehr! Ich würde gerne auch einzelne Übungen in waldpädagogische Ausgänge mit Erwachsenen einbauen.


Kurs “Mythos Wald” in Oberösterreich

Das LFI Oberösterreich bietet im April 2019 an mehreren Orten den ganztägigen Kurs “Mythos Wald” an. Termine: 5. April 2019, Zell am Pettenfirst; 10. April 2019, Weyer; 12. April 2019, Linz-Urfahr; 13. April 2019, Ulrichsberg. Jeweils 9 bis 17 Uhr.

Immer wieder erhallt die Klage um den bedrohten heimischen Wald. Andererseits boomt der Wald – mit “Waldbaden“, Biophiliaeffekt und Vitalkräften werden andere Seiten heute zunehmend vermarktet. Der Mensch gestaltet. Wir gehen dem “alten” Wald nach, dem Zauber des Waldes unserer Vorfahren, und betrachten Wald, Baum und Holz einmal von einer anderen Seite. Vergessenes Wissen über den Wald als Lebens- und Nahrungsquelle, seine vielfältigste Nutzung vom Klangholz bis zum Blattmehl. Ein Streifzug zum Zauber heimischer Bäume und Waldkräuter. Vom alten Weltenbaum zum Wirtschaftsbaum, von Aflkerzen und Birkensaftzapfen bis Waldheiligtümern und Zunderschwamm. Wir stöbern in der Waldapotheke, lassen uns vom Geist der Bäume, ihren Mythen inspirieren und betrachten den Wald von seiner althergebrachten und neuzeitlichen Nutzung.


Harze in der Naturkosmetik: Kurs am 22.9. in Oberwart

Am 22. September 2018 findet in Oberwart der Kurs “Harze in der Naturkosmetik – eine Wohltat für Haut und Seele” statt.

Harze wie Weihrauch, Benzoe Siam oder Myrrhe können in der Naturkosmetik neben den hautpflegenden Eigenschaften auch beruhigende und entspannende Wirkungen auf die Seele entfalten. Wir werden in diesem Workshop verschiedene Harze kennenlernen und gemeinsam einen feuchtigkeitsspendenden Gesichtsbalsam, sprudelnde Badeperlen, ein regenerierendes Handpeeling und einen beruhigenden Roll on herstellen.

Dieser Kurs wird vom Ländlichen Fortbildungsinstitut (LFI) Burgenland veranstaltet.

  • Kursdauer: 4 Einheiten
  • Kursbeitrag: 35 EUR Kursbeitrag, 16 EUR Materialkosten (inkl. Unterlagen)
  • Zeit: 22. September 2018, 08:30 bis 12:30 Uhr
  • Ort: Landwirtschaftliches Bezirksreferat, Prinz-Eugen-Straße 7, 7400 Oberwart
  • Information: Luis Göschl, Tel. 02682/702421
  • Kursnummer: 9797
  • Trainerin: Mag. Alexandra Kleindienst. Kleindienst ist unter anderem Aromapraktikerin, Kräuterpraktikerin und Entspannungstrainerin.

Alt im Wald: der Wald in der Gerontologie

Heute habe ich einen sehr anregenden Kurs der Forstlichen Ausbildungsstätte Pichl besucht: “Wald als Prävention und Therapeutikum in der Gerontologie”. Meine Ausbildung zur Waldpädagogin ist zwar noch sehr am Anfang, dieses eigentlich als Fortbildung für aktive Waldpädagog_innen gedachte Seminar wollte ich mir aber dennoch nicht entgehen lassen. Vielleicht kann ich das Wissen ja auch für forstkulturelle Ausgänge anwenden.

Die Vortragende Doris Bach ist promovierte Psychologin und Leiterin von braincare Institut für seelische Gesundheit. Sie hat ein vielfältiges Arbeitsgebiet. Unter anderem arbeitet sie seit 29 Jahren mit geriatrischen Patient_innen und konnte daher sehr praxisnah und lebendig lehren. Bach hat unter Beteiligung von Waldpädagog_innen eine wissenschaftliche Studie mit Patient_innen eines Wiener Seniorenresidenz durchgeführt. Das Thema ist in unseren Breiten noch kaum erforscht.

Wald und Demenz

Der Schwerpunkt lag auf dem Umgang mit leicht und mittelschwer dementen Personen. Im Bericht zum 6. Waldpädagogik-Kongress, wo sie ebenfalls zu diesem Thema vortrug, schrieb Doris Bach:

Demenzerkrankte leiden oft unter sozialer Isolation, dem permanenten Aufenthalt in der reizarmen Umgebung eines Zimmers, Hospitalisierungsschäden, Bewegungsmangel, Verlust sozialer Kompetenzen und gelernter Hilflosigkeit. Vertraute Elemente, wie etwa der Wald, die eine emotionale Verankerung bieten können, geben Sicherheit.

Wir haben aber auch die Bedürfnisse von Menschen mit anderen Erkrankungen wie Morbus Parkinson angesprochen. Thema war auch der Umgang mit den regulären Alterseinschränkungen wie schlechtem Hören, Gehbehinderungen, Sehschwächen etc. Wir haben viele praktische Tipps für Waldausgänge bekommen – was man bei der Auswahl des Ortes beachten muss, welche typischen waldpädagogischen Elemente wie eingesetzt werden können, was man immer einpacken soll etc.

Ich kann allen Interessierten empfehlen, eine Neuauflage dieses neuen Kurses zu besuchen! Ich selber habe einige Ideen für meine Region mitgenommen und den Hashtag #altimwald kreiert 🙂