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Kategorie: Wald & Gesundheit

Green Care, Erholung, Gesundheitsförderung, Wohlfahrtsfunktion, Erholungsfunktion, Waldbaden, Shinrin yoku

Kurs in Pichl: Fit für die Erste Hilfe im Forst

Am 27. und 28. November findet an der Forstlichen Ausbildungsstätte Pichl ein wichtiger Kurs für alle, die im Forst tätig sind, statt: Erste Hilfe mit Fokus auf Waldarbeit und Waldpädagogik:

Baum, an dem ein weisses Schild mit der roten Aufschrift First Aid (Erste Hilfe) lehnt
Quinn Dombrowski: The First Aid Tree, 14. Juni 2010, Flickr, CC-BY-SA

„Unfälle und plötzlich auftretende gesundheitliche Beschwerden im Wald sind für HelferInnen und Rettungskräfte immer wieder mit besonderen Herausforderungen verbunden. Schwieriges Gelände, Witterung und Jahreszeit, lange Anfahrtswege und Ungewissheit über die genaue Position können die Versorgung und den Abtransport verzögern und erschweren. Neben der Erläuterung der Erste-Hilfe-Basismaßnahmen werden im 16-stündigen Kurs auch praktische Übungen durchgeführt. Allen im Wald Beschäftigten und WaldpädagogInnen wird dieser Kurs dringend empfohlen“.

Der Kurs kostet gefördert 120 EUR, ungefördert 240 EUR (förderbarer Personenkreis: BewirtschafterInnen land- und/oder forstwirtschaftlicher Betriebe und andere in der Land- und/oder Forstwirtschaft tätige Personen sowie zukünftige HofübernehmerInnen, auch wenn diese noch nicht am Betrieb tätig sind. Details siehe AGB). Programm und Anmeldung.

 
Jedes Jahr rund 1.500 Verletzte bei Waldarbeiten

Mehr als 20 Menschen sterben jedes Jahr bei Wald- und Forstarbeiten. Alleine bei privat durchgeführten Waldarbeiten werden jährlich mehr als 1.500 Menschen so schwer verletzt, dass sie im Krankenhaus behandelt werden müssen, so die Zahlen des Kuratoriums für Verkehrssicherheit (KFV).

Mann in Schutzkleidung schneidet mit einer Motorsäge in einen Baum.
Praxislehrer beim Waldwirtschaftskurs an der Forstlichen Ausbildungsstätte Pichl. Monika Bargmann, CC-BY

Es gebe einen deutlichen Unterschied zwischen Waldarbeiten im privaten und im gewerblichen Bereich, zum Beispiel was das konsequente Tragen eines Schutzhelmes oder den professionellen Umgang mit der Motorsäge betrifft. Daher sind die Unfälle im privaten Bereich doppelt so hoch. Es ist wichtig, auf Ausrüstung und Ausbildung zu achten.

An den Forstlichen Ausbildungsstätten Ort, Ossiach und Pichl kann man sich das nötige Know-How aneignen. „Moderne Schutzausrüstung, gutes Werkzeug sowie eine individuelle Schulung durch erfahrenes Fachpersonal sind zentrale Voraussetzungen für eine sichere und effiziente Waldarbeit“, sagt Wolfgang Jirikowski, Direktor der Forstlichen Ausbildungsstätte Ort.

Weiterlesen in den Salzburger Nachrichten und in der Presseaussendung des Kuratoriums für Verkehrssicherheit vom 26. Oktober 2017.

 
Tree hugging & Forest bathing
marinadelcastell-ecofriendly
Marina del Castell: Eco-friendly, 27. Juli 2014, via Flickr, Lizenz CC-BY

In den letzten Tagen habe ich mich an den verzweifelten Blick eines Vortragenden beim ersten Modul des Forst+Kultur-Lehrgangs erinnert, als ich feststellte, dass ich wohl eher eine romantische Sichtweise auf den Wald hätte – klar, wer den Wald berufsbedingt vor allem unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten sieht, verdreht da die Augen 😉
Ich mag die Bezeichnung „Tree hugger“ jedenfalls, auch wenn sie wohl oft verächtlich verwendet wird.

Man liest ja öfters, dass sich das Umarmen von Bäumen bzw. der Aufenthalt in Wäldern generell positiv auf die menschliche Gesundheit auswirkt. In der Wikipedia habe ich einen Eintrag zum japanischen Brauch des „Forest Bathing“ (Shinrin-yoku) gefunden: „A forest bathing trip involves visiting a forest for relaxation and recreation while breathing in volatile substances, called phytoncides (wood essential oils), which are antimicrobial volatile organic compounds derived from trees, such as a-pinene and limonene. Incorporating forest bathing trips into a good lifestyle was first proposed in 1982 by the Forest Agency of Japan. It has now become a recognized relaxation and/or stress management activity in Japan“.

In PubMed hab ich dazu auf die Schnelle einige Studien gefunden, vor allem aus dem japanischen Raum:

In Österreich siehe dazu Green Care Wald.

 
Reisigluft im Salaerium
salaerium-korb
Reisigkorb

Im „Salaerium“ in Mönichkirchen, einer sogenannten „Gradieranlage„, tropft Salzwasser entlang von Reisig herab und reichert die Luft mit Salzpartikeln an. Die ätherischen Öle aus den Zweigen riechen außerdem sehr gut. Ein Aufenthalt im Salaerium ist besonders bei Verkühlungen und anderen Atemwegserkrankungen wohltuend, vor allem wenn sich ein schneller Ausflug ans Meer nicht so leicht bewerkstelligen lässt 😉

Auch Waldspaziergänge wirken positiv auf das Wohlbefinden. „Typischerweise sind heilklimatische Kurorte und Luftkurorte in waldreichen Gebieten“, stellte der Meteorologe Rainer Schultheis in seinem Vortrag bei der ersten österreichischen Tagung „Wald + Gesundheit“ fest. Übrigens befindet sich ein Drittel der heilklimatischen Kurorte Österreichs im Bundesland Niederösterreich: Mönichkirchen, Puchberg am Schneeberg, Reichenau an der Rax, Semmering – keiner im Kerngebiet meiner Arbeit, aber doch in der näheren Umgebung. Der Bereich Wald und Gesundheit sollte also bei der Wanderausstellung unbedingt angesprochen werden – vielleicht auch in Hinblick auf das neue Rehabilitationszentrum „Lebens.Med.Zentrum“ in Erlach…

Mehr zu diesem Thema gibt es auf der Website „Green Care Wald„. Dieses Programm will „alle Initiativen und Aktivitäten aus Wissenschaft und Praxis [bündeln], die dazu beitragen, mit Hilfe des Waldes das Wohlbefinden der Gesellschaft zu verbessern und langfristig zu erhalten“. Auf der Seite kann u.a. die Studie „Gesundheitswirkung von Waldlandschaften“ (2014) heruntergeladen werden, die MitarbeiterInnen der Medizinischen Universität Wien und der Universität für Bodenkultur gemeinsam durchgeführt haben.

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Blick zur Decke
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Aussicht aus dem Salaerium. Bilder: Monika Bargmann, CC-BY-SA

Die Bilder wurden am 23. Juni 2013 in Mönichkirchen aufgenommen.