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Kategorie: Baum

Baumarten, Bäume als Objekte

Waldpflege an Bahnlinien

In Deutschland und Österreich gibt es heute wieder einige gesperrte Bahnlinien, weil der Sturm Bäume umgeknickt hat. Wie kann man dem mit gezielter Waldpflege vorbeugen?

Mit einem speziellen Waldpflegekonzept will der Forstdienst der Schweizerischen Bundesbahnen (SBB) die Anzahl solcher Störungen nachhaltig verringern.

Der Sicherheitsstreifen entlang der Gleise ist jener Bereich, „aus dem durch Bäume oder Gehölzteile Gefahren für den Bahnbetrieb und die Bahnanlagen entstehen können“. Er besteht aus vier Bereichen – einer gehölzfreien Zone (intensive Unterhaltzone), einer Niederhaltezone, einer stabilen Waldzone und einer Kontrollzone. Je nach Bedeutung der jeweiligen Strecke gestaltet sich der Sicherheitsstreifen anders. Das Waldpflegekonzept sieht vor, dass die Stabilität des Baumbestandes individuell beurteilt wird und dass die Bäume rechtzeitig und regelmäßig gepflegt werden. Weiterlesen auf waldwissen.net.

Metropolitan Transportation Authority of the State of New York: Trees down south of MNR's Cold Springs station (2012), CC-BY Metropolitan Transportation Authority of the State of New York: Trees down south of MNR’s Cold Springs station (2012), CC-BY

Der Hinweis auf das Thema und die waldwissen-Seite stammt von Jörg Kachelmann auf Twitter. Die daraus folgende Diskussion ist ebenfalls interessant, zum Beispiel der Hinweis von Torsten Jerzembeck, dass bis 1977 in der BRD Brandschutzstreifen freigehalten wurden, die wegen der Dampfloks nötig waren, oder ein altes Plakat der Deutschen Bahn mit dem Slogan „Alle reden vom Wetter. Wir nicht“, das Rainer Kresken gepostet hat.

 
Hackathon #NatureHack17 zum Thema „Was kann der Wald?“

Was kann der Wald? Welche innovativen Produkte und Services bieten der Wald und die angrenzende Umgebung?

Das sind die zentralen Fragen des ersten Hackathon des Netzwerks Zukunftsraum Land, #NatureHack17. „Der Hackathon wendet sich an alle jungen Leute, die gemeinsam kreative Lösungen für aktuelle Herausforderungen rund um den österreichischen Wald entwickeln möchten. Die grüne Lunge Österreichs birgt hohes Potenzial für Innovationen, welche für Pflanzen, Tiere und Menschen von großem Nutzen sein können“. 12 Stunden – 3 Teams – 1 Challenge: 20 kreative Köpfe im Alter zwischen 17 und 27 Jahren aus ganz Österreich aus möglichst verschiedenen Fachgebieten erhalten die Chance, innovative Lösungskonzepte strukturiert in drei interdisziplinären Teams zu entwickeln und mithilfe von Coaches sowie Peer-Reviews zu verfeinern. Die Ideen werden im Rahmen der Abendveranstaltung vor einer renommierten Fachjury präsentiert, die besten Ideen werden mit attraktiven Geldpreisen belohnt.

Der Hackathon findet am Samstag, dem 18. November, von 8 bis 21 Uhr bei den Österreichischen Bundesforsten in Purkersdorf statt.

Informationen zur Veranstaltung und Anmeldung (bis 31. Oktober) auf ideenfuersland.at.

 
Bibliotheken ohne Bücher: Xylotheken

„Bibliotheken ohne Bücher“ war der Titel meiner Kolumne, die ich im Jahr 2015 für die österreichische Bibliothekszeitschrift „Büchereiperspektiven“ schrieb. Einer der Texte befasste sich mit Xylotheken und passt daher sehr gut in dieses Blog.

Reinhard Stiksel: Ein Stück aus der „Xylothek“ – Aus der Sammlung der Sternwarte im Stift Kremsmünster, Wikimedia Commons, CC-BY-SA 3.0.

Dass Bibliotheken und Bücher mit Bäumen zu tun haben, ist bekannt – nicht nur wegen des Wortes „Buch(en)stabe“, sondern auch weil Papier ja aus Holzschliff beziehungsweise Zellstoff hergestellt wird. Es gibt aber Bücher, die einfach holziger sind als andere – diese sollen hier vorgestellt werden.

Es gibt wohl kaum Bibliotheken, bei denen die äußere Form so sehr mit dem Inhalt korrespondiert wie bei den „Xylotheken“.

Die Bände dieser Holzbibliotheken bestehen nämlich aus jenen Materialien, mit denen sie sich beschäftigen: Jeder Holzkasten ist aus einer anderen Baumart gefertigt. Vorder- und Rückdeckel der Kästen sind aus Holz, der Buchrücken wird mit Rinde, Moos, Schwämmen oder Flechten verziert. Im Inneren verbergen sich übersichtlich arrangierte Zweige desselben Baumes mit Blättern oder Nadeln, Blüten und Früchten, teilweise auch mit Holzwürfeln und Sägespänen. In kleinen Döschen können Blütenstaub, Samen oder Holzasche aufbewahrt werden. Manchmal wurden sogar die für den jeweiligen Baum typischen Forstschädlinge beigegeben – als Beispiel seien die so passend benannten Käferarten „Buchdrucker“ und „Kupferstecher“ genannt, die Fichten bevorzugen. Abgerundet wird der Inhalt der „Buchattrappen“ durch die lateinische und deutschsprachige Bezeichnung der dargestellten Pflanze und eine Kurzbeschreibung. Diese Holzbücher richten sich vor allem an Menschen, die in der Forstwirtschaft und der Holzverarbeitung tätig sind, und zeigen ihnen anschaulich die wichtigsten Eigenschaften und Nutzungsmöglichkeiten von Baum und Holz. Gleichzeitig ist jeder Band in einer Xylothek ein kleines Kunstwerk, dessen sorgfältige und detailreiche Verarbeitung auch Nicht-Forstleute beeindruckt.

Xylotheken sind ein Phänomen der Wende vom 18. zum 19. Jahrhundert. Da die Herstellung aufwendig und der Preis hoch war, wurden die meisten Exemplare von großen Forstbetrieben und forstlichen Ausbildungsstätten erworben. Umfangreiche Beispiele sind unter anderem im Biologiezentrum des Oberösterreichischen Landesmuseums, in der Botanik-Abteilung des steirischen Landesmuseums Joanneum, in der Sternwarte im Stift Kremsmünster, im Naturhistorischen Museum des Stifts Admont und im Museum für das forstliche Versuchswesen in Wien-Mariabrunn erhalten.

Links

Verzeichnis von Holzbibliotheken: www.specula.at/adv/monat_9712.htm
Aufbau eines Holzbuches: www.naturkundemuseum-kassel.de/museum/wissenswert/holzbuch/index.php
Hohenheimer Xylothek digital: www.uni-hohenheim.de/uniarch/Xylothek%20_%20Seite/Xylothek_index.html

 
Baum und Mensch
Bild: Monika Bargmann, CC-BY-SA
Bild: Monika Bargmann, CC-BY-SA

In Hassbach (Gemeinde Warth) gibt es einen Schaukasten, in dem auf originelle Weise die Geschichte des Ortes gezeigt wird: Die Jahreszahlen wichtiger Ereignisse werden in Verbindung mit den entsprechenden Jahresringen einer Baumscheibe (*) gesetzt. Was alles passiert, während so ein Baum heranwächst! Ich möchte die Idee nicht klauen, aber gleichzeitig würde ich bei meiner Ausstellung sowas gerne einbauen 😉

(*) laut Wikipedia ist eine Baumscheibe der „Bodenbereich rund um das untere Ende eines Baumstamms“ und nicht der abgebildete Teil eines Baumstammes – aber wie sagt man dann zu einer solchen Scheibe? Eine Google-Bildersuche zeigt jedenfalls, dass nicht nur ich „Baumscheibe“ dazu sagen tät…

 
Tausendjährige Linde in Kirchberg
tausendjahre-linde
Bild: Monika Bargmann, CC-BY-SA

Diese tausendjährige (sprich seeehr alte) Linde und das dazugehörige Gasthaus habe ich am 24. Februar 2013 in Kirchberg am Wechsel aufgenommen. Die Linde ist auch abgesehen von den Lindenblüten ein interessanter Baum, wie ich seit dem Referat einer Lehrgangskollegin weiß. Sie diente nämlich als Gerichtsbaum, und laut einer Studie von HistorikerInnen wurden unter Linden mildere Urteile gefällt als unter Eichen. Ob der süße Duft dafür sorgte oder bei weniger schweren Verbrechen die Urteile prinzipiell eher unter der Linde gesprochen wurden, konnten wir damals nicht klären.

Zum Weiterlesen: Gerichtsbaum, Gerichtslinde, Tausendjährige Linde.