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Schlagwort: Waldbrand

GIS Applications in Forestry: kostenloser Kurs

Die Plattform gicases.eu entstand im Rahmen eines EU-Projekts zur Förderung der Ausbildung im Bereich der geographischen Informationssysteme (GI). Hier werden verschiedene kostenlose Online-Kurse angeboten. Es gibt zum Beispiel einen Kurs „GIS Applications in Forestry„:

This course describes how the GIS technology can effectively and efficiently support forest planning and forest management. It helps to deal with the numerous objectives in forestry and their complexity. It introduces participants in the use of GIS tools in Forestry domain, thus overcoming i) weaknesses in methods development due to lack of data, ii) the unfamiliarity with the market needs and iii) the different areas of focus, that follow the academic courses approach. […]

The available training material is based on real cases and provide paradigms and data for three main areas in Forestry such as, Forest Risk Mapping, Forest Fire monitoring and Forest Fire simulation. Its educational significance is considered of high importance and a strategic approach for delivering education and training resources for students in this field has been followed. Following this course is important in developing a more structured career path for forestry operatives, improve their skills and understanding of forest fires behaviour, while helping them to understand the needed training paths in order to be prepared for more complex analysis and use of various geodata sets.

Using the provided educational and training materials, the basic steps of developing a forestry geodatabase appropriate for further analysis and production, as well as the use of satellite image data and forest fire simulation techniques become gradually familiar to the student and help to formulate and test the steps needed for preparing the materials needed for supporting field operations and for executing real time forest fire simulations.

Dieser Kurs besteht aus den Modulen „Forest Management“ und „Forest Fire Management“.

Apropos GIS und Forst: Auf der FAST Pichl wird im November 2018 und im Jänner 2019 der Kurs „Forstkartenerstellung mit QGIS-Forst für EinsteigerInnen“ angeboten. Der weiterführende Kurs für Fortgeschrittene findet im Februar statt.


 
Menschen: die Feuerspezies verursacht 84% der Waldbrände

Die Feuerspezies: Welchen Anteil die Menschen an der Zunahme der Wald- und Flurbrände haben und wie wir wieder lernen können, mit Feuer zu leben, darüber sprach Dr. Jennifer K. Balch in ihrem Webinar „We bring fire with us: The role of people in changing modern U.S. fire regimes“ (Ankündigung zum Nachlesen). Ich habe den Vortrag sehr interessant gefunden. Hier einige der Dinge, die für mich neu waren:

  • Menschen sind die „Feuerspezies“, unsere Wirtschaft ist von Verbrennung abhängig.
  • 2017 war in den USA die zweitgrößte Fläche betroffen, der größte Schaden entstand.
  • 84 Prozent der Waldbrände in den USA wurden vom Menschen verursacht – 3 Prozent durch Raucher_innen, 25 Prozent durch das Verbrennen von Müll. Die restlichen 16 Prozent entstehen natürlich, und zwar durch Blitze.
  • Durch Blitze entstehen Brände hauptsächlich in den Monaten Juni, Juli und August. Durch Menschen wird der Zeitraum, in denen Waldbrände entstehen können, verdreifacht.
  • Eine besonders hohe Waldbrandgefahr besteht am 4. Juli, dem Unabhängigkeitstag, an dem traditionell viele Feuerwerke stattfinden.
  • Invasive Arten können zum Brandrisiko beitragen. Als Beispiel nannte Balch die Dach-Trespe (Bromus tectorum, cheatgrass), das andere Arten austrocknet und doppelt so gut wie in den USA heimische Grasarten brennt.
  • Feuer in der Natur ist nicht prinzipiell schlecht – die meisten Ökosysteme sind an gelegentliche Brände angepasst.
  • „Building better, burning better“ sollte das Motto sein. Balch konstatiert einen Bedarf an „firewise communities“.
  • Balch zufolge sollten sich Sozialwissenschaftler_innen mehr in die Feuerforschung einbringen als bisher, um kulturelle Veränderungen und Verhaltensanpassungen zu untersuchen.
Webinar auf YouTube

Auf YouTube kann man das ganze Webinar über die „Feuerspezies“ nachschauen:


 
Webinar „We bring fire with us“: Waldbrände in den USA

2017 haben Waldbrände in den USA soviel Schaden wie noch nie angerichtet. Welchen Anteil die Menschen daran haben und wie wir wieder lernen können, mit Feuer zu leben, ist Thema bei einem kostenlosen Webinar am 20. September 2018. Dr. Jennifer K. Balch spricht über „We bring fire with us: The role of people in changing modern U.S. fire regimes“ und wird auch Fragen der TeilnehmerInnen beantworten. Balch ist Leiterin des Earth Lab und Professorin am Department of Geography der University of Colorado-Boulder.

There are three ingredients needed for fire: fuel to burn, hot & dry conditions, and an ignition source. People are changing all three. The area burned has increased over just the past several decades, in western U.S. forests by 1500%. Last year was the most expensive wildfire season ever in the U.S., costing $18 Billion. We need to learn to live with fire, again. But how? Ultimately, we need to build better and burn better. In this webinar, Dr. Balch will explore these questions and answer questions from webinar participants.

Anmeldung zum Webinar hier (andere Zeitzone berücksichtigen!).

Das Webinar ist eine gemeinsame Veranstaltung des Board on Earth Sciences and Resources und des Water Science and Technology Board der US-amerikanischen National Academies of Sciences, Engineering, and Medicine. Die Academies bieten übrigens auf ihrer Website zahlreiche neuere und ältere Reports zum kostenlosen Download (bzw. zur kostenpflichtigen Bestellung als gedrucktes Buch) an. Zum Thema Waldbrand u.a. „A Century of Wildland Fire Research. Contributions to Long-term Approaches for Wildland Fire Management: Proceedings of a Workshop“ (2017).


 
Trockenstress und Waldbrand: Klima im Sommer 2015
Farbphotographie, Detailaufnahme eines Walds im goldgelben Sonnenlicht
Matthias Ripp: Bathing in sunlight (2015), CC-BY

Trockenstress stellt vermutlich die für den Wald und sein Wachstum schwerwiegendste Folgeerscheinung der globalen Erwärmung dar. Im Sommer 2015 gab es in Österreich einen Vorgeschmack. Wie die Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) berichtet, war 2015 das zweitwärmste Jahr der 248-jährigen Messgeschichte, in den hochalpinen Regionen sogar überhaupt das wärmste. Außerdem wurde eines der zwanzig trockensten Jahre (seit Beginn der flächendeckenden Niederschlagsaufzeichnung im Jahr 1858) verzeichnet. In Teilen Oberösterreichs und Niederösterreichs gab es bis zu 22 und 40 Prozent weniger Niederschlag als im langjährigen Mittel. Die höchste Lufttemperatur wurde am 19. Juli in Krems mit 38,3°C gemessen, es gab eine außergewöhnliche Zahl an extrem heißen Tagen.

Die Meteorologen Alexander Orlik und Rainer Kaltenberger schilderten die Auswirkungen auf den Wald so:

Die Auswirkungen von Hitze und Trockenheit in Österreich waren signifikant. Während etwa Tourismus, Freibäder und Brauereien über Rekordumsätze jubelten, musste die Feuerwehr alleine in Niederösterreich in den Sommermonaten insgesamt 470 Wald- und Wiesenbrände löschen, was einen Rekord in ihrer Einsatzgeschichte darstellte. Hitze und Trockenheit setzten insbesondere Kiefer- und Fichtenbeständen zu, in den kommenden Monaten wird regional eine Borkenkäferplage befürchtet. Durch Trockenstress warfen viele Laubbäume bereits Mitte August ihre Blätter ab, insbesondere innerstädtisch gepflanzte Flachwurzler waren davon betroffen.

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