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Kategorie: Stadt & Land

Überbegriff zu den geographischen Angaben. Bundesländer in den Kategorien; Details in den Schlagwörtern.

Toter Baum: wertvoller Lebensraum für Eremit-Käfer
Filmstill aus "Förster rettet Eremit-Käfer" (SWR 2018): dunkler Käfer sitzt auf Hand
Filmstill aus „Förster rettet Eremit-Käfer“ (SWR 2018)

Eine über zweihundert Jahre alte Eiche in Datzeroth wurde mit schwerem Gerät wieder aufgerichtet, weil der Eremit-Käfer (auch Juchtenkäfer genannt) in ihr wohnt und brütet. Die Engerlinge sind so auch vor Fressfeinden sicher. Die tote Eiche war nach starken Regenfällen auf einen Waldweg gefallen. Anstatt sie einfach zu entfernen, stellte sie der Förster an anderer Stelle ohne Wurzeln wieder auf. Das berichtete der SWR in der Landesschau Rheinland-Pfalz. Die Sendung könnt Ihr in der ARD-Mediathek sehen und herunterladen.

Der Juchtenkäfer (Osmoderma eremita) ist eine „prioritäre Art von gemeinschaftlichem Interesse“ laut europäischer Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie. Das bedeutet, dass die EU aufgrund des globalen Vorkommens eine spezielle Verantwortung für diese Art hat. Der Bestand ist gefährdet, entsprechende Schutzmaßnahmen sind erforderlich.

Eremit-Käfer: Artenschutzprojekt in der Steiermark

Auch in Österreich gibt es verschiedene Projekte zur Erhaltung des Juchtenkäfers: „Nachdem seine ursprünglichen Lebensräume, das sind natürliche Auen entlang von Flüssen mit viel Totholz, praktisch überall zerstört worden sind, lebt er ersatzweise in alten Streuobstbäumen oder in Alleebäumen. Hauptgefährdungsursache heute ist die Rodung der alten Baumriesen und der Streuobstwiesen. In Österreich gilt der Juchtenkäfer als stark gefährdete, in manchen Bundesländern als vom Aussterben bedrohte Art“, erklärt die Österreichische Entomologische Gesellschaft (ÖEG).

Die ÖEG startete im Februar 2018 ein Artenschutzprojekt in der Steiermark. BesitzerInnen von Streuobstbeständen mit Baumhöhlen sind eingeladen, sich zu melden. Die ForscherInnen können rund um die Bäume typische Merkmale erkennen und auch den Eremit-Käfer von verwandten Rosenkäferarten unterscheiden. Unterstützung bekommen sie  von „Osmo-Dogs“, speziell ausgebildeten Spürhunden, die auf den Geruch der Larven und des Käferkots trainiert sind. Für den Erhalt besiedelter Bäume gibt es Naturschutzförderung. Mehr dazu auf osmoderma.at.


 
Holz_Haus_Tage 2018 Bad Ischl: Leistungsträger Holzbau

Was müssen Holzbau und Holzbauteile heutzutage leisten können? Mit dieser Frage befassen sich die diesjährigen Holz_Haus_Tage am 18. und 19. Oktober in Bad Ischl. Die Themen  reichen von Schallschutz bis Fassadenbegrünung. Veranstalterin dieser Fachtagung für innovative Holzbauer_innen ist Holzforschung Austria.

Gerade im Bereich der Bauakustik gehen die Entwicklungen in Richtung „erhöhter Schallschutz“. Dies betrifft keineswegs nur den mehrgeschoßigen Wohnbau, sondern selbst innerhalb einer Funktionseinheit, sprich Wohnung oder Einfamilienhaus, werden „zu schützende Räume“ gefordert. Dies wiederum bedeutet erhöhte Anforderungen an das Holzbauteil und an seine Ausführungen und Anschlüsse. Dazu werden Ergebnisse aus aktuellen Untersuchungen in Österreich und Deutschland präsentiert, die praktische Lösungen für den Holzbau bieten. Ein weiterer spannender Programmschwerpunkt widmet sich der Gebäudehülle. Er setzt sich unter anderem mit der Begrünung derselben auseinander und greift auch die Thematik des Feuchtemonitorings und die Entwicklungen in diesem Sektor auf. In gewohnter Weise sind die gewählten Themenbereiche der heurigen Veranstaltung wiederum sehr bunt gemischt und reichen von Neuentwicklungen im Bereich der HBV-Decke, über aktuelle Normenübersichten und juristische Hilfestellungen bis hin zur Fragestellung wieviel Technik ein Haus denn überhaupt benötigt.

Programm der Holz_Haus_Tage 2018 (PDF), Anmeldung und weitere Informationen.


 
Forchtenstein: Tagung zur Jagdkultur im September 2018

Jagdkultur und Wald ist das Thema der fünften österreichischen Forst+Kultur-Tagung. Das dichte Vortragsprogramm in den historischen Räumen der Burg Forchtenstein spannt den Bogen von der Frage, was unter „Jagdkultur“ alles verstanden werden kann, über die fundierte Darstellung der Gesamtentwicklung und Jagdhistorie des gastgebenden Betriebes. Darüber hinaus wird die Arbeit von Jagdmuseen als zentrale Orte der Wissensvermittlung bis hin zu einem Blick auf die historische und lebendige Jagdkultur anderer Kontinente und dem Thema Jagd aus gesellschaftlichsoziologischer Sicht geworfen.

Die Einbettung der jagdkulturellen Praxis in übergeordnete historische Wendepunkte und Ereignisse (1848, 1918 etc.) sowie die zahlreichen Bezüge zur Waldbewirtschaftung sollen besonders zum besseren Verständnis beitragen. Ausgewählte Beispiele aus dem Umfeld österreichischer Forstbetriebe beleuchten die jagdkulturelle Praxis in historischer Zeit und heute – bis hin zu Fragen betrieblicher und regionaler Wertschöpfung.

Jagdkultur und Wald - Einladung Forst&Kultur-Tagung Forchtenstein
Programm 21. September 2018
  • Moderation: Leopold Ziehaus (BMNT)
  • ab 09:00 Uhr Anmeldung und Einlass
  • 09:30 – 10:00 Uhr Grußworte / Eröffnung: Matthias Grün (Esterhazy Betriebe GmbH); Bgm.in Friederike Reismüller (Gemeinde Forchtenstein); Alfred Grieshofer (BMNT)
  • 10:00 – 10:15 Uhr Forst + Kultur im Überblick / Tagungsziele: Alfred Grieshofer (BMNT)
  • 10:15 – 10:30 Uhr Was ist Jagdkultur? Ein Überblick / Thematische Abgrenzung der Tagungsinhalte: Leopold Ziehaus (BMNT)
  • 10:30 – 11:10 Uhr Kurzabriss der Jagdgeschichte Österreichs: Florian Bayer (Esterhazy Betriebe GmbH / Sammlungen)
  • 11:10 – 11:35 Uhr Kaffeepause
  • 11:35 – 12:05 Uhr Jagdmuseen – Professionelle Wissensvermittlung zur Jagdkultur: Karlheinz Wirnsberger (Leiter Jagdmuseum Stainz / Landesmuseum Joanneum)
  • 12:05 – 12:45 Uhr Jagdkultur weltweit. Blick auf andere Länder und Kontinente und Kulturen: Heiko Hornung (Chefredakteur Wild + Hund)
  • 12:45 – 14:15 Uhr Mittagspause
  • 14:15 – 14:45 Uhr Höfische Jagdkultur bei Esterhazy. Historischer Überblick, Ereignisse, Beispiele jagdhistorischer Bauten: Margit Kopp (Esterhazy Betriebe GmbH)
  • 14:45 – 15:15 Uhr Gelebte Jagdkultur heute. Kulturelle Elemente der Jagdbewirtschaftung in Österreich: Klaus Schachenhofer (Dachmarke Jagd Österreich)
  • 15:15 – 15:45 Uhr Historisch-kulturelle Besonderheiten im Bereich bäuerliche Eigenjagden und Jagdgesellschaften: Johannes Dieberger (Forum Lebendige Jagdkultur e.V.)
  • 15:45 -16:10 Uhr Kaffeepause
  • 16:10 – 16:50 Uhr Gelebte Jagdkultur auf den Spuren von Erzherzog Johann. Die alte Tradition der Auerwildbejagung und Hege in der Meran’schen Forstverwaltung Stainz: Helmut Fladenhofer (Meran’sche Forstverwaltung Stainz)
  • 16:50 – 17:20 Uhr „Xeis Edelwild„. Hochqualitatives Wildbret als Marke einer Region und Einkommensergänzung: Andreas Holzinger (Steiermärkische Landesforste)
  • 17:20 – 18:00 Uhr Die Rolle der Jagd in der heutigen – und künftigen – Gesellschaft. Wo steht die Jagd im 21. Jahrhundert in Österreich / Mitteleuropa?: Fritz Wolf (Stift Melk)
  • 18:00 – 18:30 Uhr Abendpause
  • 18:30 – 20:30 Uhr Abendprogramm: Einführung Leopold Ziehaus (BMNT); Jagdmusik mit der Esterhazy Jagdhornbläsergruppe unter der Leitung von Gottfried Putz (ZMS Oberpullendorf / Carl Goldmark Musikschule Deutschkreutz); Nachstellung eines Gemeinschaftsjagdtages mit Jägerschlag und Streckenlegung: Roman Leitner (Landesjägermeister Burgenland)
  • ab 20:30 Uhr Sektempfang – Hubertusrunde Wiener Neustadt
  • Abendessen und gemütliches Beisammensein
Programm 22. September 2018
  • 09:00 – 11:00 Uhr Jagdliche Wissensvermittlung. Führung durch die Halali-Jagdausstellung: Margit Kopp, Florian Bayer, Herbert Zechmeister (Esterhazy Betriebe GmbH); Schauvortrag über die Entwicklung der Waffentechnik: Andreas Sulz (Heeresgeschichtliches Museum Wien)
  • 11:00 – 12:30 Uhr Gelebte Jagdkultur im Revier. Jagdbetriebsbewirtschaftung am Praxisbeispiel Oberer Wald: Peter Fischer (Esterhazy Betriebe GmbH)
  • Schlussworte
  • ab 13:00 Uhr gemeinsames Mittagessen im Restaurant Grenadier
  • Jahreshauptversammlung des Vereines FoKuS im Anschluss an das Mittagessen
Anmeldung und Tagungsgebühr
  • Esterhazy Betriebe GmbH, Esterhazyplatz 5, A-7000 Eisenstadt, forstkultur@esterhazy.at, +43 2682 / 63004-231
  • Tagungspauschale Variante 1: Seminarpauschale inkl. Mittag- und Abendessen ohne Übernachtung € 49,00 p.P., Anmeldung ohne Übernachtung bis spätestens 14. September 2018
  • Tagungspauschale Variante 2: Seminarpauschale inkl. Übernachtung im Einzelzimmer sowie Mittag- und Abendessen € 99,00 p.P., Anmeldung inkl. Übernachtung bis spätestens 31. August 2018

 
„den bäumen kunstgemäsz seitenäste abnehmen“. Über Kopfbäume und Schnaiteln

Farbphoto Kopfweiden Schneiteln geschneitelte Baeume Kopfbäume WeidenBei einem Sonntagsspaziergang am Johannesbach in Würflach bin ich diesen geschnaitelten Weiden begegnet. Man sagt auch „Kopfbäume“ dazu. Die Jungäste verschiedener Baumarten wurden regelmäßig geschnitten, dadurch entsteht diese spezielle Form. Im Deutschen Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm wird Schnaiteln als „den bäumen kunstgemäsz seitenäste abnehmen“ definiert. Der Vorgang wird Schneiteln, Schnaiteln, Schnoaten, Schnatten oder auch Grassen genannt.

Die Anwendungen sind vielfältig: Weidenruten dienten zum Korbflechten oder als Bohnenstangen, Eichenrinde war für die Ledergerbung notwendig, Fichten- und Eschenzweige dienten als Einstreu. Eschenlaub wurde als Viehfutter für Ziegen verwendet, aber auch die Menschen verwendeten Speiselaub.

6128 Kopfbäume im Burgenland kartiert

Das Schnaiteln war in ganz Österreich gebräuchlich. Der Burgenländische Naturschutzbund hat eine umfassende Broschüre dazu herausgegeben, die online im PDF-Format heruntergeladen werden kann: „Kopfbäume – das vergessene Kulturgut: Erfassung, Pflege, Erhaltung und Bewusstseinsbildung“ (2007). Im Rahmen eines Ziel-1-Projekts kartierte das Projektteam die burgenländischen Schnaitelbäume – insgesamt 6128 Stück an 679 Standorten. Darüber informiert die Broschüre „Kopfbäume im Burgenland“ (2013) genauer. Renate Roth schreibt darin:

Kopfbäume gehören im Burgenland als Denkmäler traditioneller Nutzung zum typischen Bild der Landschaft. Sie zeichnen sich durch eine überaus wichtige ökologische Bedeutung als spezielles Habitat für unzählige, zum Teil seltene Insekten, Kleinsäuger, Amphibien und Reptilien aus. In den letzten Jahrzehnten wurden Kopfbäume aufgrund der weitgehenden Nutzungsaufgabe allerdings kaum mehr geschnitten. Viele Bestände verschwanden im Zuge von Flurbereinigungen.
Mehr über das Schneiteln

 
Marchegg: Zeitreise in die mittelalterliche Waldarbeit

Farbphoto: Wasser, in dem sich Baeume spiegelnMorgen nehme ich in Marchegg an einer Fledermausexkursion teil. Gerade habe ich gesehen, dass dort im September eine „Zeitreise in die Mittelalterliche Waldarbeit“ angeboten wird. Pflichttermin!

Einladungstext: Die Augebiete entlang der Donau, March und Thaya zählen zu den wertvollsten Naturlandschaften in Mitteleuropa. Jahrhunderte lang wurde im Weinviertel auch der Auwald in Form einer sogenannten Mittelwaldnutzung bewirtschaftet.

Was ist eine Mittelwaldnutzung? Dieser Frage werden wir bei einem Spaziergang in einen Bereich der Au, der normalerweise nicht besichtigt werden kann, auf den Grund gehen.

Welche Pflanzen- und Tierarten profitieren von dieser Art der Nutzung des Waldes? Die Antwort wird Sie verblüffen, denn viele gefährdete Tier- und Pflanzenarten haben in den lichtdurchfluteten Wäldern ihren Lebensraum gefunden.

Organisatorisches
  • Termin: Samstag, 8. September 2018
  • Uhrzeit: 9:30-12:30 Uhr
  • Treffpunkt: Storchenhaus Marchegg, im ehemaligen Pförtnerhaus im Schlosspark.
  • Exkursionsleitung: Manuel Denner. Denner besuchte vor dem Studium der Landschaftsplanung die Höhere Bun­deslehranstalt fürForstwirtschaft in Gainfarn und arbeitet u.a. beim Naturschutzbund Niederösterreich am Projekt „Naturschätze im zentralen Waldviertel“ mit.
  • Ausrüstung: Festes Schuhwerk, wetterfeste Kleidung, Taschenlampe wenn vorhanden, eventuell Gelsenschutz.
  • Unkostenbeitrag: EUR 7.
  • begrenzte TeilnehmerInnenzahl
  • Anmeldung bis 6. September 2018 per eMail an marchegger.storchenhaus@gmail.com oder per Telephon unter 0681/8144656 (erfahrungsgemäß möglichst früh anmelden).
Mittelalterliche Waldarbeit

Im Zuge eines dreijährigen Naturschutzprojekts startete der WWF den Versuch, auf ausgewählten Flächen in der Au die ehemalige Mittelwaldnutzung zu reaktivieren. „Mit diesem Vorhaben wollen wir feststellen, ob die kleinräumige Mittelwaldnutzung dazu beitragen kann, die Vielfalt an Bäumen, Käfern und Brutvögeln zu fördern. Der Forstbetrieb des WWF Naturreservat Marchauen startete 2015 mit den Vorbereitungen“. Zum Weiterlesen:


 
Klimarekonstruktion mit Baumringen

2009 erschien das Buch „Klimawandel in Österreich. Die letzten 20.000 Jahre… und ein Blick voraus“, herausgegeben von Roland Schmidt, Christoph Matulla und Roland Psenner. Es kann auf der Website der Universität Innsbruck heruntergeladen werden. Der Band beschäftigt sich unter anderem mit der Klimarekonstruktion. Es gibt viele verschiedene Methoden, das Klima vor der instrumentellen Messung zu rekonstruieren. Diese reicht ungefähr 250 Jahre zurück. Eine davon ist die Untersuchung von Baumringen (Dendrochronologie). Zwei für dieses Blog interessante Artikel sind in „Klimawandel in Österreich“ enthalten. Die Texte sind übrigens auf Deutsch, hier gebe ich nur die (nur in Englisch verfügbaren) Abstracts zur Information wieder:

Föhre zur Rekonstruktion der Niederschlagssummen

Über die Schwarzkiefer als Niederschlagsindikator für Ostösterreich schreiben Michael Grabner und Franz Holawe. Für mich besonders interessant, da ich ja in einem Föhrengebiet wohne.

Abstract: The aim of the project was to find precipitation sensitive trees in Eastern Austria and to perform a 500 year long reconstruction of precipitation sums. The black pine (Pinus nigra var. austriaca) is described in the literature as a precipitation sensitive tree and due to its high age (up to 700 years) it is possible to set up 500 year long reconstructions of precipitation totals in the area of the „Thermenlinie“ in the eastern part of Austria. As there is only a small number of trees available in the early period we focus on the period from 1700 to 1995 AD. In addition the parameter „false rings“ (or density deviations) was used to reconstruct the amount of precipitation in May. This reconstruction shows interesting results throughout the period from 1880 to 1995 AD especially regarding the interpretation of year rings.

Alpine Dendrochronologie

Kurt Nicolussi befasste sich mit „Alpiner Dendrochronologie – Untersuchungen zur Kenntnis der holozänen Umwelt- und Klimaentwicklung“.

Abstract: Dendrochronological research in the Alps takes place since the 1940s, but until recent years a Holocene tree-ring chronology based on Alpine samples has been missed. The new Eastern-Alpine Conifer Chronology (EACC, from 7109 B.C. to A.D. 2002) discussed here is with its length of more than 9000 years the second longest tree-ring chronology in the world. Based on the EACC, new results were obtained regarding Holocene glacier and tree-line variability in the Alps. These dendrochronological results indicate that on average the early and middle Holocene (until about 4000 years BP) was significantly warmer than the late Holocene. To date, dendro-climatological temperature reconstructions for the Alps cover the last some 1000 years. The reconstructed temperature evolution is in accordance with the known environmental evolution, particularly with the glacier history.


 
Holzartenauswahl: verlorenes Wissen?

Beim 87. Minisymposium des Zentrums für Umweltgeschichte spricht Michael Grabner vom Institut für Holztechnologie und Nachwachsende Rohstoffe der Universität für Bodenkultur Wien über die richtige Holzartenauswahl und das Wissen darüber, das zunehmend verloren geht. Ich habe Dr. Grabner bei der Forst&Kultur-Tagung „Holz kulturell“ in Obertraun gehört. Das war sehr interessant, wieviele Holzarten mit ihren spezifischen Eigenschaften zum Beispiel bei historischen Bauten und Werkzeugen verwendet wurden! Er ist auch Herausgeber des Buches WerkHolz. Eigenschaften und historische Nutzung 60 mitteleuropäischer Baum- und Straucharten, das auf einem Forschungsprojekt im Rahmen von Sparkling Science basiert. Aus der Einladung:

48 heimische Holzarten

Holz war und ist ein elementarer Naturrohstoff – selbst heute steigt der jährliche Bedarf weltweit noch immer. Die Nutzung von Holz hat aber auch eine ausgeprägte kulturhistorische Dimension mit großer zeitlicher Tiefe. So gehört Holz seit über 400.000 Jahren – seit der archäologisch belegten Verwendung von Werkzeugen und Brennholz – zu den wichtigsten Rohstoffen, die die Menschheit begleitet haben.

In der Vergangenheit wurden die unterschiedlichsten Holzarten immer ihren Eigenschaften entsprechend eingesetzt. So wird z.B. berichtet, dass in einem Bauernhaus in Böhmen 27 verschiedene Holzarten anzutreffen waren. Das Wissen um die Eigenschaften und Einsatzmöglichkeiten auch von heute selten genutzten Holzarten wurde in manchen Publikationen – beginnend im 17. Jhdt. – zum Teil aufgezeichnet. Ungefähr ab der Mitte des 20. Jahrhunderts werden in der Literatur nur noch die wichtigsten Nutz- und Handelshölzer beschrieben bzw. werden auch außereuropäische Handelshölzer inkludiert.

Bei Holzartenbestimmungen in österreichischen Museen konnten wir 48 heimische Holzarten nachweisen. D.h. mehr als doppelt so viele als man heute im Handel finden kann. Unter diesen 48 Holzarten finden sich viele Sträucher und Kleinbäume wie z.B. die Kornelkirsche [Dirndl]. Untersuchungen der historischen Literatur bestätigten die Bedeutung dieser heute nicht mehr genutzten Holzarten. Bei diversen Prüfungen dieser Holzarten zeigte sich, warum sie verwendet wurden – sie weisen großteils hervorragende Eigenschaften wie z.B. Festigkeit auf.

Ort und Zeit
  • Mittwoch, 20. Juni 2018, 18.15 bis 20 Uhr
  • Universität für Bodenkultur, Standort Schottenfeldgasse 29, 1070 Wien
  • Präsentation: Michael Grabner
  • Moderation: Verena Winiwarter

 
Spektakulär: Vinzenzkapelle in Hernstein

Bei einem Besuch des Pecherlehrpfades in Hernstein (Niederösterreich) wurde ich von der Vinzenzkapelle überrascht. Ein so außergewöhnliches Bauwerk hatte ich einfach nicht erwartet.

DIe Kapelle wurde 2001 von Jutta Woertl-Goessler geplant und 2002 im Rahmen eines Förderprogramms für Kunst im öffentlichen Raum umgesetzt. Sie besteht aus einer  wunderschön geschwungenen Holzwand und einer Glaswand. Dass sie zum Wald hin offen ist, sieht man erst, wenn man sie betritt.

Portraits von Hernsteiner Pechern

Elke Krasny beschreibt die Kapelle im Architekturführer Niederösterreich so:

In die geneigte Holzskelettwand wurde das Bild des heiligen Vinzenz von Saragossa, des Schutzpatrons der Pecher und Holzknechte, sowie übereinander gelagerte Portraits der Pecher in Form von farbigen Gläsern, entworfen von dem Künstler Hans Woertl, eingearbeitet. Hans Woertl machte Fotos der letzten Pecher von Hernstein und überlagerte die Repros. Dieses aus vielen einzelnen zusammengesetzte, kollektive Porträt wurde in der Glaswerkstätte Geyling mit Glasfarben und färbigen Gläsern auf die einzelnen Segmente der gläsernen Bilderwand übertragen.

Über den Pecherlehrpfad selbst ein andermal mehr. Noch eine Anmerkung: Auf der großen Tafel neben der Kapelle werden weder die Architektin noch der Künstler namentlich erwähnt. Wie kommt so etwas?


 
„Farminar“ über Borkenkäfer live aus dem Waldviertel
Farmbild einer Borkenkäferlarve in einem Baumstamm
Sven Gaedtke: Borkenkäferlarve (2013), CC-BY-SA

Im Waldviertel beherrschen seit einigen Jahren die Borkenkäfer die Diskussionen an forstlichen Stammtischen. Deshalb greift das Ländliche Fortbildungsinstitut dieses Thema auf: Direkt von einem Waldstandort in Modsiedl (Gemeinde Raabs an der Thaya) wird der Forstexperte der Landwirtschaftskammer Niederösterreich, Dipl.-Ing. Karl Schuster, über Bekämpfungsmöglichkeiten des Borkenkäfers berichten. Das besondere daran: Bei diesem „Farminar“ kann man bequem vom eigenen Rechner aus zusehen und auch Fragen an den Vortragenden stellen. Themen des Seminars: Ursachen für eine derartige Kalamität, Vermehrung der Käfer, Vorbeugungs- und Abwehrmaßnahmen.

Termin und Modalitäten

Das „Farminar“ findet am Montag, dem 14. Mai 2018, von 13.30 bis 14.30 Uhr statt. Die Anmeldung ist bis 10. Mai möglich. Die Zugangsdaten und die Anleitung werden rechtzeitig per eMail zugesandt. Die Teilnahme ist kostenlos.

Das besondere am Farminar

„Farminar“ ist ein Kofferwort aus „Farm“ und „Seminar“. Entstanden sind Farminare in den USA, wo sie in erster Linie zur Vernetzung der weit auseinander liegenden Höfe eingesetzt werden. Hintergrund: Welche Bäuerin und welcher Bauer kennt es nicht? So gerne würde man an Exkursionen teilnehmen und anschauen, wie andere Betriebe Herausforderungen meistern. Aber die eigene Arbeit am Betrieb lässt dies oft einfach nicht zu. Der Weiterbildungsbedarf steigt, die verfügbare Zeit nimmt hingegen ab. Beim Farminar führt eine Fachexpertin oder ein Land-/Forstwirt durch den Stall, in den Wald oder über das Feld und präsentiert interessante Arbeitspraktiken oder Gerätschaften. Diese Erläuterungen werden live übertragen und können so von jedem internetfähigen Gerät angeschaut werden. Die Anreise entfällt. Das Farminar ist eine praktische, innovative Ergänzung als Ergänzung zum persönlichen Erfahrungsaustausch.

Erfahrung mit E-Learning am LFI

Das Ländliche Fortbildungsinstitut erweitert zunehmend das Angebot innovativer, nicht ortsgebundener Weiterbildungsformate – eLearning-Kurse, Webinare und Farminare. Ich habe selber an den Webinaren „Bauernhof der Zukunft“ (online nachzuschauen) und „Datenschutz NEU – Was ist zu tun?“ (weitere Termine verfügbar!) teilgenommen. Mir hat die Strukturierung und Moderation gut gefallen – der Input der jeweiligen Experten wurde in Abschnitte gegliedert, und nach jedem Abschnitt war Zeit für Fragen und Diskussion eingeplant. Außerdem sind über das Tool Abfragen wie „aus welchem Bundesland kommen Sie“ oder „wie sehr fühlen Sie sich schon vorbereitet“ möglich, die einen interessanten Einblick in die TeilnehmerInnenstruktur geben.

Auch einen Onlinekurs habe ich schon absolviert – „Grundlagen einer professionellen Almbewirtschaftung„.


 
Treffpunkt: Hochschule – Einführung in die Pecherei
Farbphoto, Stamm einer Foehre mit Markierungen und Schlitzen von der Pecherei
Gerwin Sturm: Used pine tree (2011), CC-BY-SA

„Bäume. Menschen. Jahresringe. Altes Handwerk und Lebensgeschichten aus Österreich“ sind das Thema des nächsten „Treffpunkt: Hochschule“, einer Veranstaltungsreihe der Hochschule für Agrar- und Umweltpädagogik. Auf dem Programm: eine praktische Vorführung der Pecherei und ein Theaterstück, das Fragen nach Heimat und Ausgrenzung stellt.

Programm
  • 16.30 Uhr: Eine Einführung in die Pecherei. Im Garten der Hochschule wird eine Schwarzföhre angepecht und Informationen zum alten Handwerk gegeben. Lange Zeit stellte die Pecherei, also die Gewinnung und Verarbeitung des Baumharzes der Schwarzföhre (Schwarzkiefer, Pinus nigra), die wirtschaftliche Lebensgrundlage vieler Familien im südlichen Niederösterreich dar. Das Pech galt als Gold der Region. Es war der Grundstoff vieler Produkte wie z.B. Leim, Geigenharz, Terpentin, Schmiermittel und Volksheilmittel wie Pechsalbe. Nach dem Niedergang der Berufspecherei in den 1970er Jahren nahm der Wert der Schwarzföhre stark ab. Heute wandelt sich das Bild: Das Interesse an traditionellem Handwerk steigt wieder an, und so wurde die Pecherei 2011 in die Liste des Immateriellen Kulturerbes der UNESCO aufgenommen.
  • 17:30 Uhr: Die andere Hälfte des Himmels. Theaterstück mit Livemusik: Berührend und sehr persönlich erzählt die Schauspielerin Barbara Gassner die Geschichte ihres Großvaters Siegfried Schwabl. In Geheimschrift hat dieser sein Aufwachsen im Pinzgau der 1930er Jahre als Sohn eines russischen Kriegsgefangenen aufgeschrieben. Barbara Gassner hat diese Aufzeichnungen gemeinsam mit ihrer Mutter übersetzt und daraus ein Theaterstück gemacht. Gedanken zu Verwurzelung und Ausgrenzung kommen darin ebenso vor wie die Frage: Was ist das eigentlich – Heimat? Kann man sich gleichzeitig zuhause und doch fremd fühlen? Begleitet wird sie dabei von Florian Kmet, Musiker aus Wien.
  • 18.30 Uhr: Publikumsgespräch
Ort und Zeit
  • 25. April 2018, ab 16:30 Uhr bis ca. 19.30 Uhr
  • Hochschule für Agrar- und Umweltpädagogik, Angermayergasse 1, 1130 Wien, Treffpunkt Foyer Hörsaal 1, Erdgeschoß. Öffentlich erreichbar mit U4 Ober St. Veit / 54A Angermayergasse.
Anmeldung

per eMail an seminare@agrarumweltpaedagogik.ac.at.