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Schlagwort: Forstschädling

„alle Arten von Tieren, Pflanzen und Mikroorganismen, die in Wirtschaftswäldern das Wachstum oder die Gesundheit des Baumbestandes negativ beeinflussen“ (Wikipedia)

Auch Stadtwälder brauchen Förster

Martin Behr und Eva Hammerer berichten in den Salzburger Nachrichten über die Stadtwälder von Graz und Salzburg. Die Förster Peter Bedenk in Graz und Manuel Kapeller in Salzburg und ihre vielfältigen Aufgaben von der Jagd bis zur Waldpädagogik werden vorgestellt.

Es ist ein Job, bei dem man viel Zeit in der freien Natur verbringt: Stadtförster stoßen unerwartet auf Trüffel, müssen den Borkenkäfer und das Eschentriebsterben bekämpfen und sorgen sich um Wildtiere wie Dachs, Wildschwein und Fuchs.

Weiterlesen in den Salzburger Nachrichten vom 12. Oktober 2017.

 
Ö1-Sendung: Wie viel Wildnis verträgt ein Wald?

Die Sendung „Wie viel Wildnis verträgt ein Wald? Ein Streifzug durch den Nationalpark Kalkalpen“ von Lukas Tremetsberger wurde am 18. Oktober im Rahmen der Ö1-Sendereihe „Dimensionen“ ausgestrahlt. Mit einem Download-Abo kann die Sendung noch zwei Wochen lang heruntergeladen werden. Beschreibung:

Der Nationalpark Kalkalpen feiert heuer sein 20-jähriges Bestehen. Ein Großteil des 200 Quadratkilometer großen Gebietes im südöstlichen Oberösterreich ist Wald. In der Kernzone wird seit zwei Jahrzehnten keine Forstwirtschaft mehr betrieben: Keine Bäume gefällt oder gepflanzt, abgestorbene Bäume nicht weggeräumt. Das Resultat ist eine naturnahe und vielfältige Waldgesellschaft mit jungen und alten Bäumen verschiedener Arten.

Angrenzende Waldbesitzer befürchteten eine starke Zunahme der Borkenkäferpopulation. Der sechs Millimeter große Forstschädling lebt in Fichten und vermehrt sich unter anderem in von Stürmen entwurzelten Bäumen. Zum Schutz der Nachbarwälder wurden an den Rändern des Nationalparks Bekämpfungszonen eingerichtet, in denen die Entwicklung der Käfer beobachtet und notfalls eingegriffen wird. Mittlerweile sind jedoch Wälder entstanden, die dem Borkenkäfer weniger Nahrung bieten als reine Fichtenbestände.

 

 
Bibliotheken ohne Bücher: Xylotheken

„Bibliotheken ohne Bücher“ war der Titel meiner Kolumne, die ich im Jahr 2015 für die österreichische Bibliothekszeitschrift „Büchereiperspektiven“ schrieb. Einer der Texte befasste sich mit Xylotheken und passt daher sehr gut in dieses Blog.

Reinhard Stiksel: Ein Stück aus der „Xylothek“ – Aus der Sammlung der Sternwarte im Stift Kremsmünster, Wikimedia Commons, CC-BY-SA 3.0.

Dass Bibliotheken und Bücher mit Bäumen zu tun haben, ist bekannt – nicht nur wegen des Wortes „Buch(en)stabe“, sondern auch weil Papier ja aus Holzschliff beziehungsweise Zellstoff hergestellt wird. Es gibt aber Bücher, die einfach holziger sind als andere – diese sollen hier vorgestellt werden.

Es gibt wohl kaum Bibliotheken, bei denen die äußere Form so sehr mit dem Inhalt korrespondiert wie bei den „Xylotheken“.

Die Bände dieser Holzbibliotheken bestehen nämlich aus jenen Materialien, mit denen sie sich beschäftigen: Jeder Holzkasten ist aus einer anderen Baumart gefertigt. Vorder- und Rückdeckel der Kästen sind aus Holz, der Buchrücken wird mit Rinde, Moos, Schwämmen oder Flechten verziert. Im Inneren verbergen sich übersichtlich arrangierte Zweige desselben Baumes mit Blättern oder Nadeln, Blüten und Früchten, teilweise auch mit Holzwürfeln und Sägespänen. In kleinen Döschen können Blütenstaub, Samen oder Holzasche aufbewahrt werden. Manchmal wurden sogar die für den jeweiligen Baum typischen Forstschädlinge beigegeben – als Beispiel seien die so passend benannten Käferarten „Buchdrucker“ und „Kupferstecher“ genannt, die Fichten bevorzugen. Abgerundet wird der Inhalt der „Buchattrappen“ durch die lateinische und deutschsprachige Bezeichnung der dargestellten Pflanze und eine Kurzbeschreibung. Diese Holzbücher richten sich vor allem an Menschen, die in der Forstwirtschaft und der Holzverarbeitung tätig sind, und zeigen ihnen anschaulich die wichtigsten Eigenschaften und Nutzungsmöglichkeiten von Baum und Holz. Gleichzeitig ist jeder Band in einer Xylothek ein kleines Kunstwerk, dessen sorgfältige und detailreiche Verarbeitung auch Nicht-Forstleute beeindruckt.

Xylotheken sind ein Phänomen der Wende vom 18. zum 19. Jahrhundert. Da die Herstellung aufwendig und der Preis hoch war, wurden die meisten Exemplare von großen Forstbetrieben und forstlichen Ausbildungsstätten erworben. Umfangreiche Beispiele sind unter anderem im Biologiezentrum des Oberösterreichischen Landesmuseums, in der Botanik-Abteilung des steirischen Landesmuseums Joanneum, in der Sternwarte im Stift Kremsmünster, im Naturhistorischen Museum des Stifts Admont und im Museum für das forstliche Versuchswesen in Wien-Mariabrunn erhalten.

Links

Verzeichnis von Holzbibliotheken: www.specula.at/adv/monat_9712.htm
Aufbau eines Holzbuches: www.naturkundemuseum-kassel.de/museum/wissenswert/holzbuch/index.php
Hohenheimer Xylothek digital: www.uni-hohenheim.de/uniarch/Xylothek%20_%20Seite/Xylothek_index.html