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Kategorie: Literatur

Wald, Holz, Forst in der Belletristik – Lyrik, Epik, Dramatik

Neuerscheinung: Idyllische Ländlichkeit. Eine Kulturgeographie der Landlust

Cover von Christoph Baumanns Buch "Idyllische Ländlichkeit. Eine Kulturgeographie der Landlust"Eine interessante Neuerscheinung ist für Ende Mai angekündigt: „Idyllische Ländlichkeit. Eine Kulturgeographie der Landlust“ von Christoph Baumann. Ich bin gespannt, ob auch der Wald darin eine größere Rolle spielt.

Die Lust am Ländlichen

Verlagstext: „In Zeiten sinkender Auflagen erfreuen sich Magazine und Zeitschriften, die sich mit dem Leben auf dem Land beschäftigen, großer Beliebtheit – allen voran die Zeitschrift ‚Landlust‚. Ausgehend von neueren Überlegungen der Sozial- und Kulturgeographie geht Christoph Baumann dieser Lust am Ländlichen nach. Unter Zusammenführung einer historischen Auseinandersetzung, einer medienanalytischen Detailstudie sowie einer gesellschaftsdiagnostischen Interpretation der spätmodernen idyllischen Ländlichkeit zeigt seine Studie, inwiefern sich eine positive Bezugnahme auf das Ländliche historisch herausgebildet hat und welche Rolle sie in unserer Gegenwartsgesellschaft, in der immer mehr Menschen in Städten wohnen, einnimmt“.

Christoph Baumann ist Kulturgeograph und seit 2014 Mitarbeiter des Instituts für Geographie der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg.

Das Buch erscheint am 27. Mai 2018 im Bielefelder transcript Verlag. Es hat 268 Seiten und kostet 30,90 EUR. ISBN 978-3-8376-4333-6 (gedruckte Ausgabe), ISBN 978-3-8394-4333-0 (eBook/PDF).

Landlust und Landliebe

„Der Erfolg des Magazins Landlust ist nach wie vor phänomenal und stellt Zeitschriftenmacher vor ein Rätsel“, schreibt Stefan Winterbauer im Artikel „Welches Land-Heft macht die meiste Lust?“ auf meedia.de. Schon interessant, dass in Zeiten zunehmender Entfremdung vom Landleben und der Landwirtschaft diese Zeitschriften so boomen. Aber vielleicht liegt das eben gerade daran. Nur einige Zeitschriften dieser Art: Landidee, Landliebe, Servus Magazin, Liebes Land, Mein schönes Land… Mir persönlich sagen die „Landlust“ (das hochwertige Original) und das „Servus Magazin“ (qualitativ vergleichbar, starker Österreich-Bezug) am meisten zu.


 
Wo die Föhren sausen. Aus Adalbert Stifters „Katzensilber“

Sie gingen an den Gebüschen der Schlehen und Erlen dahin: da waren die Käfer die Fliegen die Schmetterlinge um sie, es war der Ton der Ammer zu hören oder das Zwitschern des Zaunkönigs und Goldhähnchens. Sie sahen weit herum, und sahen den Hühnergeier in der Luft schweben. Dann kamen sie zu den weißen Birken, die die schönen Stämme haben, von denen sich die weißen Häutchen lösen, und die braune feine Rinde zeigen, und sie kamen endlich zu den Eichen, die die dunkeln starren Blätter und die knorrigen starken Äste haben, und sie kamen zulezt in den Nadelwald, wo die Föhren sausen, die Fichten mit den herabhängenden grünen Haaren stehen, und die Tannen die flachzeiligen glänzenden Nadeln auseinander breiten.

Aus der Erzählung „Katzensilber“ (im Original „Kazensilber“) von Adalbert Stifter, die erstmals 1853 als Teil der zweibändigen Sammlung „Bunte Steine“ erschien. Eine aktuelle Ausgabe ist u.a. bei der Bibliothek der Provinz (nur diese Erzählung) und bei Reclam (Sammlung) erhältlich. Außerdem kann der Text im Projekt Gutenberg nachgelesen werden.


 
Su Blackwell: Papierskulpturen

Die britische Künstlerin Su Blackwell arbeitet vor allem mit Papier: „Paper has been used for communication since its invention; either between humans or in an attempt to communicate with the spirit world. Su employs this delicate, accessible medium and uses irreversible, destructive processes to reflect on the precariousness of the world we inhabit and the fragility of our life, dreams and ambitions“. Ein Schwerpunkt ihrer Papierskulpturen liegt auf Märchen und Natur.

Bemerkenswert finde ich die Serie „Literary Houses“, z.B. Brontë Parsonage. Gemeinsam mit Wendy Jones hat sie das Buch „Fairytale Princess: Seven Classic Stories from the Enchanted Forest“ veröffentlicht. Mehr auf www.sublackwell.co.uk.


 
Seminar „Im Wald sind viele Worte – Waldpädagogische Textwerkstatt für Kinder und Jugendliche“

Seminar „Im Wald sind viele Worte – Waldpädagogische Textwerkstatt für Kinder und Jugendliche“

Mit dem Wald lernen Kinder und Jugendliche einen neuen Lebens- und Erfahrungsraum kennen. Die schriftliche Schilderung des Erlebten ist sinnstiftend für das einzelne Kind und gemeinschaftsbildend, wenn in einer Gruppe ein Text gemeinsam erarbeitet wird. Dabei entwickelt sich vor allem auch eines: der emotionale Bezug der Kinder und Jugendlichen zum Wald. In diesem waldpädagogischen Seminar wollen wir unter besonderer Berücksichtigung des Lebens- und Erfahrungsraums Wald Möglichkeiten kennenlernen, mit Kindern Wörter zu finden, Ideen zu haben und Geschichten zu schreiben.

Programm

9.00 bis 9.10 Uhr Begrüßung. DI Martin Krondorfer, Forstliche Ausbildungsstätte Pichl
9.10 bis 12.30 Uhr Impulsreferate:

Ein kurzer Überblick über die Grundlagen der Sprach- und Schreibförderung bei Kindern
Mögliche Inhalte und Themen zum Wortefinden, Dichten und Schreiben mit Kindern im Wald.
Kreative Dicht-, Schreib- und Arbeitstechniken im waldpädagogischen Umfeld.

13.30 bis 17.30 Uhr Praxis im Forstgut Pichl:

Erproben von verschiedenen für waldpädagogische Führungen geeignete Wort- Schreib- und Zeichenübungen.
Im Austausch mit den anderen Kursteilnehmer/innen konkrete, für die eigenen Interessen geeignete Spiel- und Schreibsituationen entwickeln.

ReferentInnen

Dr. Susanna Harringer, Lektorin und Übersetzerin
Wolf Peterson, Verlag Guthmann- Peterson, Wien
Julia Pfeiffer, BA, Skandinavistin und Übersetzerin von Kinderbüchern

Organisatorisches:

Seminarbeitrag*: € 60,00 (gefördert), € 100,00 (ungefördert).
Verpflegung: € 16,30 (inkl. Getränke)
Termin: Freitag, 4. August 2017
Ort: Forstliche Ausbildungsstätte Pichl, St. Barbara im Mürztal
Dieses Seminar ist auch Bestandteil der Waldpädagogikausbildung und wird als Modul D (10 Stunden) anerkannt.


 
Ich liebte den Wald

Ich liebte den Wald, die Wiese, die Blumen ebenso sehr wie das Lesen, und wenn man mir die Natur durch das Lernen verständlich gemacht hätte, hätte ich sicher daraus ebenso viele Eingebungen geschöpft wie aus der Welt der Fiktion.

Malwida von Meysenbug: Memoiren einer Idealistin (1876)


 
Ein Stück Rinde, eine Blume, einen Fels

Ein Stück Rinde, eine Blume, einen Fels kann ich ertasten, geistig begreifen. Der Wald ist mir etwas Greif- und Begreifbares. Zwar ändert er auch jedes Jahr sein Gesicht, ob unter den Händen des Forstmannes, durch Naturereignisse oder durch sein Wachstum, das langsam menschliche Generationen überdauert. Aus Kulturen werden Dickungen, Stangenhölzer, Baumhölzer, die nach ihrer Umtriebszeit wieder den Platz der Jugend räumen müssen. Das ist das ewige Werden und Vergehen. Die Berge sind mir greif- und begreifbar in ihrer Entstehung vor Urzeiten, mit dem Wissen, dass sie irgendwann durch Verwitterung und Erosionen verschwinden werden.

Aus: Gerhard Berger: Gedanken im Herbst: Ein Harzer Forstmann und Jäger erinnert sich. Schmidt-Verlag 2013