Wald

Überbegriff

Kindberg: Wald und Wild in Zeiten des Klimawandels

Die moderne Waldbewirtschaftung und der Klimawandel verändern die Lebensbedingungen für das Wild. Mildere Winter sorgen für mehr Nahrung und für erhöhtes Deckungsangebot im Wald. Wichtige Fragen werden am Freitag, dem 28. Februar, im Volkshaus Kindberg diskutiert:

Wie entwickelt sich das Wild unter diesen Bedingungen? Ist die Fütterung von Wild Unsinn oder gibt es auch heute noch gute Gründe dafür? Wie sieht eine moderne Wildbewirtschaftung aus? Welche neuen Jagdmethoden haben unter heutigen Bedingungen Chancen auf Erfolg? Und was können JägerInnen und WaldbesitzerInnen für einen gesunden Wildbestand tun?

Die Veranstaltung findet in Kooperation mit der Bildungsinitiative INA der Steiermärkischen Landarbeiterkammer, der Waldverband Steiermark GmbH, dem Jagdamt Mürzzuschlag und den Jagdschutzvereinen Mürzzuschlag und Kindberg statt. Anmeldung über die FAST Pichl. Eintritt: freie Spende.

Programm

Auswirkungen des Klimawandels auf den Wald und seine Bewirtschaftung – Univ.-Prof. Dipl.-Ing. Dr. Manfred Lexer, Universität für Bodenkultur Wien, Leiter des Institutes für Waldbau

Was bedeutet der Klimawandel für die heimischen Wildarten? Auswirkungen auf die “Big Five” des Mur- und Mürztales: Rot-, Gams-, Schwarz-, Reh- und Auerwild – Dipl.-Ing. Dr. Hubert Zeiler, Wildbiologe der Steiermärkischen Landesjägerschaft, Buchautor und Maler

Klimawandel bedeutet: Neue Krankheiten bedrohen Wild und Weidevieh – Ing. Mag. Dr. Thomas Guggenberger MSc, Höhere Bundeslehr- und Forschungsanstalt für Land-wirtschaft Raumberg-Gumpenstein

Wald und Wild im Klimawandel: ein Beispiel aus einem Mürztaler Mittelgebirgsrevier – Dipl.-Ing. Martin Krondorfer, Forstgut Pichl der Landwirtschaftskammer Steiermark

Diskussionsrunde mit allen Referenten, geleitet von Bezirksjägermeister Ing. Hannes Fraiss, Jagdamt Mürzzuschlag.


Forstwirtschaft im Regierungsprogramm

Im Regierungsprogramm der in Aussicht stehenden Koalition aus ÖVP und Grünen kommen Forstwirtschaft, Wälder und Holzwirtschaft an mehreren Stellen vor. Ich habe das 164 Seiten starke Dokument noch nicht vollständig durchackern können, aber hier einmal ein paar relevante Abschnitte.

Forstwirtschaft

Dieser Abschnitt legt einen Schwerpunkt auf Anpassungen an den Klimawandel (S. 161-162).

  • Wälder als wesentlicher Wirtschaftsfaktor
    * Stärkung der aktiven, nachhaltigen Waldbewirtschaftung (klimafitter Wald) unter Berücksichtigung der CO2-Speicherfähigkeit und Multifunktionalität der heimischen Wälder als wesentlicher Wirtschaftsfaktor zur Sicherstellung der Schutz-, Erholungs-, Wirtschafts- und Wohlfahrtsfunktion
    * Vollständige Umsetzung des “Aktionsprogramms Schutzwald” bis 2024
    * Unterstützung bei standortgemäßer und klimafitter Wiederaufforstung und Pflege nach wetter- und klimabedingten Kalamitäten
    * Österreich (international) als Forstland positionieren
  • Ausbau eines Biotop-Verbund-Systems, Retentionsräume (in Zusammenarbeit mit den Ländern)
  • Rasche standortgemäße Wiederbewaldung von geschädigten Schutzwäldern und gezielte Aufforstung von Hochlagen zur Erhöhung des Wasserrückhaltevermögens und der Lawinenschutzwirkung und zur Verminderung der Bodenerosion
  • Naturwaldreservatenetz ausbauen und über Vertragsnaturschutz sichern
  • Fördermaßnahmen zur Umsetzung von Natura 2000
  • Umsetzung der Mariazeller Erklärung, um insbesondere ausgeglichene wald- und wildökologische Verhältnisse zu schaffen
  • Stufenweiser Ausstieg aus der Verwendung bleihaltiger Munition gemäß der REACH-Verordnung
  • Forst-Förderungen auf Auswirkungen/Anpassung Klimawandel ausrichten, um Wald klimafitter zu machen
  • Weiterführung der Unterstützung bei Schäden durch Klimawandel (Dürre, Stürme)
  • Beibehaltung der Maßnahmen zur Errichtung von Nasslagern für Schadholz
  • Forcierung von Holzbau, insbesondere Bundesgebäude (z.B. Schulen) verstärkt aus Holz errichten
  • Unterstützung der Ausweitung der europäischen Waldkonvention in Richtung östlicher Nachbarstaaten
Land- und forstwirtschaftliche Bildung und Bildungseinrichtungen stärken

Die forstlichen Ausbildungsstätten wie der Waldcampus Traunkirchen werden hier leider nicht explizit genannt.

  • Eigenständiges land- und forstwirtschaftliches Bildungs- und Forschungssystem wie Fachschulen, höhere Schulen bis hin zum hochschulischen Angebot (z.B. Hochschule für Agrar- und Umweltpädagogik oder neue Agrar-Fachhochschule) nachhaltig absichern
  • Förderung der optimalen Vernetzung zwischen Bildung, Wissenschaft und Praxis, um zukünftige Herausforderungen zu bewältigen
  • Attraktivierung des land- und forstwirtschaftlichen Bildungs- und Forschungssystems sowie der Hochschule für Agrar- und Umweltpädagogik durch gezielte Öffentlichkeitsarbeit
  • Positionierung der Schulen und der Hochschule für Agrar- und Umweltpädagogik als “Role Model” nachhaltiger Bildungseinrichtungen (Einsatz von PV-Anlagen, E-Mobilität, regionale Versorgung der Kantinen, Schulbau mit klimaaktiv-Kriterien, Umweltzeichenschulen etc.)
  • Stärkung des Bio-Ausbildung auf allen Ausbildungsebenen (HBLA, HLA, FH etc.)
Sicherstellung einer wettbewerbsfähigen, multifunktionalen und flächendeckenden österreichischen Land- und Forstwirtschaft auf der Basis bäuerlicher Familien

Hier liegt der Schwerpunkt eindeutig auf der Landwirtschaft (S. 156-158).

Bekenntnis zu folgenden Zielen: […] nachhaltige Forstbewirtschaftung, Erhalt nicht produktiver Landschaftselemente oder Landschaftsbereiche zur Verbesserung der Biodiversität, Erhalt der Bodenfruchtbarkeit, Reduktion und nachhaltiges, effizientes und optimiertes Dünge- und Schädlingsbekämpfungsmanagement […]

Artenvielfalt erhalten – Natur schützen

Themen sind u.a. Wildtiermanagement und Ausbau und Erweiterung von Schutzgebieten (S. 144-145)

  • Unterstützung der Bundesländer bei der Ausweisung neuer und Erhaltung von bestehenden Wildnisgebieten, Natura 2000-Gebieten, Biosphärenparks und Schutzgebieten
  • Gemeinsame Initiative mit den Bundesländern zur Schaffung neuer und Erweiterung bestehender Nationalparks
  • Einrichtung einer EU-weiten wildökologischen Raumplanung und Ausarbeitung von Wildtiermanagementlösungen im Einklang mit EU-Recht
  • Verstärkung der nachhaltigen Schutzwaldbewirtschaftung (Naturverjüngung des Waldes, klimafitter Wald)
Europa

Durchsetzbare Maßnahmen gegen eine Abholzung der Wälder sollen in Handelsverträgen fixiert werden (S. 176)

Handelsverträge müssen durchsetzbare Standards für soziale Rechte, öffentliche Dienstleistungen und Umwelt- und Klimaschutz sowie gegen Abholzung der Wälder, Sozialdumping und Bodenspekulation garantieren.

Entwicklungszusammenarbeit

Die Erhaltung des Regenwaldes soll mit einem Fonds unterstützt werden (S. 188).

Schaffung eines europaweiten Fonds zur Erhaltung des Regenwalds. Private und staatliche Initiativen vernetzen und auf europäischer Ebene vereinen; rasche internationale Hilfe bei Waldbränden; kurzfristig soll Österreich über den Auslandskatastrophenfonds und andere Finanzierungstöpfe Beitrag leisten

Die Digitalisierung steigert die Ressourceneffizienz und verbessert den Umweltschutz

(S. 161)

  • Finanzielle Unterstützung zur Forcierung der Digitalisierung, von zukunftsorientierten automationsunterstützten Methoden und des Datenmanagements in der österreichischen Land- und Forstwirtschaft
  • Rechtliche Absicherung der Nutzung von Farmmanagement- und Informationssystemen in der Land- und Forstwirtschaft (z.B. Datenkompatibilität und Datenportabilität)
  • Voraussetzung für Precision Farming schaffen, um umwelt- und tiergerechte Bewirtschaftungsmethoden zu unterstützen: kostenfreie Bereitstellung von (Geo-)Daten für die Land- und Forstwirtschaft (z.B. RTK-Signal), Daten im Eigentum der Betriebe […]
Phase-out-Plan für fossile Energieträger in der Raumwärme

Hier gibt es einen Punkt, der sich explizit auf Holz als Energieträger bezieht (S. 111).

Verankerung einer Verpflichtung zur Pelletsbevorratung für Produzenten und Importeure im Rohstoffbevorratungsgesetz

Gebäude: Nachhaltig und energiesparend heizen, kühlen, bauen und sanieren

In diesem Abschnitt wird der Holzbau nochmals erwähnt (S. 109).

  • Forcierung des Holzbaus und ökologischer Baumaterialien
    * Anpassung der Baunormen und Vereinbarungen mit den Ländern zur Veränderung der Bauordnungen und Förderinstrumente
    * Vorbildwirkung der öffentlichen Hand in ihren zu errichtenden Gebäuden und Schwerpunkt Holzbauforschung
Zivilrecht

Hier wird eine Evaluierung der Wegehalterhaftung angeführt (S. 30-32).

Evaluierung der haftungsrechtlichen Sorgfaltsanforderungen bei der Kontrolle und Pflege von Bäumen und Wäldern mit dem Ziel, Österreichs Bäume und Wälder zu erhalten und unnötiges Zurückschneiden oder Fällen von Bäumen zu verhindern (Wegehalterhaftung)


Call for Papers: Der Wald in der Literatur des Mittelalters

Der Wald in der Literatur des Mittelalters. Konzepte – Funktionen – Deutungen” ist das Thema eines Workshops, der im Oktober 2020 in Bonn stattfinden wird. Dafür werden derzeit Beiträge gesucht.

Abstracts bis 12. Jänner 2020

Abstracts im Umfang von ca. einer Seite sind bis zum 12. Januar 2020 erbeten. Die Vorträge sind auf 30 Minuten plus fünfzehn Minuten Diskussion ausgelegt. Ansprechperson ist Dr. Simone Schultz-Balluff vom Institut für Germanistik, Vergleichende Literatur- und Kulturwissenschaft der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn.

Im Rahmen des Workshops soll ein Panorama von Konzepten, Funktionen und Deutungen des Wal­des in der Literatur des Mittelalters entfaltet werden; geplant ist eine Publikation (Sammelband) als Themenheft der Beiträge zur mediävistischen Erzählfor­schung.

Ausrichtung

Der Wald begegnet in allen erzählenden Textgattungen und Texten der mittelalterlichen Zeit: Er wird als Durchgangsraum ebenso wie als Handlungsraum inszeniert, er ist Ort der Liebe, des Mordes und der Jagd. Der Wald ist “Wildnis”, hortus conclusus, locus amoenus – er gehört zur Anderswelt und bildet ein Gegenkonzept zu umfriedeten Bereichen wie Hof, Kloster und Stadt. So vielfältig die Kon­zeptuali­sierungen des Waldes sind, so vielfältig sind auch seine Funktionen und dementsprechend komplex ist sein Deutungspotential.

Immer wieder ist der Wald perspektiviert worden: als wilder Wald (Schmid-Cadalbert 1989, Schulz 2003), als hand­lungsloser Raum bzw. als Durchgangsraum (Brin­ker-von der Heyde 2005), als Raum des Mythos und des Erzäh­lens (Schnyder 2008). Zuletzt erfolgte eine syste­matisie­rende Auswertung auf breiterer Quellenbasis (Lieber­mann 2019). Die literarische Gestaltung, Verar­bei­tung und Funktionalisierung des Waldes finden im­mer wie­der Berücksichtigung, allerdings bleiben die Auswertun­gen zumeist punktuell (eine noch immer erhellende Ausnahme bildet die romanistische Studie von Stauffer 1958). Der Band “Der Wald im Mit­telalter. Funktion, Nutzung, Deutung” (Vavra 2008) ver­sammelt Beiträge unterschiedlicher Disziplinen und bietet neben allge­meinen Grundlagen auch vertiefende Beiträge.

Die Ausstellung “Unter Bäumen. Die Deutschen und der Wald” (2011 im Deutschen Historischen Museum Berlin) unterstreicht das allgemein kulturhistorische Interesse, der zahlreiche Essays enthal­tende Ausstellungsband beleuchtet Aspekte vom Mittelalter bis zur Gegenwart (Breymeyer/ Ulrich 2011). Von germanistisch-mediävistischer Seite liegt bislang keine umfassende Studie oder ein mög­lichst viele Facetten bündelnder Sammelband vor, insbesondere vor dem Hintergrund der wie­der­erstarkenden Raumtheorie (Gerok-Reiter/ Hammer 2015, Hammer 2019) er­scheint eine Zusam­men­führung bestehender Ansätze, aber auch eine Neuperspektivierung dringend geboten und äu­ßerst lohnenswert (Stichpunkte: Heterotopie, Chronotopos, Schwellenraum, Episode vs. Modul).

Themenbereiche und Zugänge

Der Workshop möchte ein Forum bieten, um Strategien zu entwickeln und Ansätze zu erproben, mit denen Konzeptualisierungen, Funktionen und Deutungen des Waldraumes in der Literatur des Mit­telalters (neu) aufgearbeitet werden können. Die Vorträge sollen erste Annäherungen bieten und Überlegungen zur Diskussion stellen. Mögliche Themenbereiche und grundlegende Zugänge könnten sein:

Textsorten und Gattungen. Impulse: einzelne Texte und Textgruppen (gattungsbezogen oder -übergreifend), neben der Epik auch Ly­rik und nicht-epische Texte

Zeitstufen und Sprachräume. Impulse: Raumspezifika: z.B. der Wald in den südlichen Teilen des deutschen Sprachraums (Tirol, Bayern) und im Norden; Zeitspezifika: z.B. der Wald in früh-, hoch- und spätmittelalterlichen Texten

Semantisches Profil und sprachliche Realisierung. Impulse: unterschiedliche Waldbezeichnungen (tan, walt); semantische Felder (z.B. Modifikation als grüen, groz, vinster, wild); Konzeptualisierung (Wald als “Wildnis”)

Raum – Zeit – Figuren. Impuls: Anschluss an neueste theoretische Zugänge spezifische Analysen von Raum- und Zeitstrukturen sowie des Personals und der Figurenzeichnung

Weiterführende Perspektiven. Impulse: Der Wald in Text und Bild; Walddarstellungen in der deutschsprachigen Literatur im Verhältnis zur Vorlage; Ausdifferenzierung in der parallelen Überlieferung; Konzeptualisierungen in angrenzenden Philologien.

Quelle: h-germanistik. Gesamter Text.


Freundschaft im Wald

zwei Mädchen auf Weg neben Bäumen

Bild von Jamie Taylor auf Unsplash. Auf der Plattform Unsplash werden Bilder zur freien Verwendung, auch für kommerzielle Zwecke, bereitgestellt. Die Photograph*innen müssen nicht einmal genannt werden; es wird aber gebeten, es bei Möglichkeit zu tun. Die Beschreibung und Beschlagwortung der Bilder ist nicht so großartig, deswegen ist eine professionelle Suche schwierig, aber der Zufall ermöglicht schöne Funde wie diesen hier.


Outdoor-Erste-Hilfe-Kurs am Waxriegelhaus

Im August habe ich einen Outdoor-Erste-Hilfe-Kurs besucht, der von der Bezirksstelle Gloggnitz des Roten Kreuzes angeboten wurde. Ich bin immer noch begeistert davon, ich habe noch von keinem Erste-Hilfe-Kurs so profitiert! Ich habe den Kurs einerseits als Auffrischung meiner Ausbildung zur betrieblichen Ersthelferin und andererseits für meine kommenden waldpädagogischen Führungen besucht. Der Kurs hat am Waxriegelhaus im Raxgebiet stattgefunden.

“außerhalb der gewohnten Infrastruktur”

Sie erlernen in diesem Kurs alle Möglichkeiten der Hilfeleistungen nach Unfällen oder bei Eintritt plötzlicher Erkrankungen, damit Sie auch außerhalb der gewohnten Infrastruktur eine optimale Versorgung von verletzten und erkrankten Personen sicherstellen können.

Das Besondere daran: Abwechselnd mit theoretischen Informationen haben geschminkte DarstellerInnen bestimmte Übungssituationen simuliert. Und das in einer realistischen Übungsumgebung, zum Beispiel auf einem schmalen abschüssigen Waldweg. Außerdem hat die Bergrettung teilgenommen und eine “Verletzte” abtransportiert, so haben wir das auch einmal gesehen. Wir haben unter anderem Schürfwunden, stark blutende Wunden, Herzinfarkt, Schlaganfall, Bewusstlosigkeit, verletzte Gelenke und Knochen behandelt. Auch wenn wir natürlich gewusst haben, dass die Situationen gestellt sind, waren sie doch sehr eindrucksvoll – zum Beispiel der im Handteller einer Wanderin steckende Zweig, brrr.

Die Bedeutung der Basismaßnahmen, die wirklich alle durchführen können sollten, wurde uns auch vermittelt. Die psychische Betreuung und Beruhigung von Kranken und Verletzten ist beispielsweise besonders wichtig. Gleichzeitig ist sie aber gar nicht einfach für die ErsthelferInnen, vor allem am Berg, wo es Stunden dauern kann, bis professionelle Hilfe kommt. Uns wurde nahegelegt, dass wir bestimmte Situationen immer wieder im Kopf durchspielen sollen, um beim Eintreten eines Notfalls gerüstet zu sein und die “Schrecksekunde” zu verkürzen.

Ich kann so einen Kurs wirklich nur empfehlen – für alle, die gerne wandern oder sich in der Natur aufhalten!

Weitere Termine

Auf den Geschmack gekommen? Die nächsten Termine findet man auf der Kurs-Website des Roten Kreuzes – einfach bei Kursart “Erste-Hilfe-Outdoor-Kurs” auswählen. Auch die Naturfreunde und der Alpenverein (und sicher noch weitere Organisationen) bieten solche Kurse für Mitglieder an. Spezialisierte Kurse für Erste Hilfe im Forst werden gelegentlich von den Forstlichen Ausbildungsstätten angeboten bzw. sind Teil der verschiedenen Ausbildungen.


Die “naschhaften Waldverderber”. Über die Waldweide

In einer älteren Ausgabe der Schweizerischen Zeitschrift für Forstwesen habe ich einen interessanten Artikel über die landwirtschaftliche Formen der Waldnutzung in der Schweiz entdeckt: “Agrarische Waldnutzungen in der Schweiz 1800–1950. Waldweide, Waldheu, Nadel- und Laubfutter“, verfasst vom Historiker Martin Stuber und vom Ökologen Matthias Bürgi. Aus dem ausführlichen Text möchte ich drei Punkte herausgreifen, die für mich besonders interessant waren:

Agrarische Nutzung neben Holzproduktion

Im Mittelalter und in der Frühen Neuzeit war die landwirtschaftliche Waldnutzung ein integraler Bestandteil der Waldnutzung. Die Holzproduktion hatte keinen Vorrang:

Waldweide, Waldfeldbau, Viehfutter- und Streuentnahme sowie Gewinnung von weiteren hauswirtschaftlichen oder nebengewerblichen Produkten wie Harz, Gerberlohe, Wildkräutern und Beeren standen im ‘landwirtschaftlichenb Nährwald’ gleichberechtigt neben der Holzproduktion und wurden erst im Zuge der aufkommenden Forstwissenschaft als ‘Nebennutzungen’ bezeichnet. (S. 490)

Sozialer Aspekt

Es gibt auch einen wesentlichen sozialen Aspekt: Vereinfacht gesagt, war die arme Bevölkerung der Bergregionen von der Waldweide und der Futtergewinnung abhängig. Dagegen hatten die Waldbesitzer die Holzproduktion im Auge. Die Ziegen galten als “Kuh des kleines Mannes” und waren sehr wichtig für die Ernährung ärmerer Schichten. Sie richteten im Wald aber besonderen Schaden an. Als “Die naschhaften Waldverderber” wurden sie daher von Elias Landolt in seinem “Bericht an den hohen schweizerischen Bundesrath über die Untersuchung der Schweizerischen Hochgebirgswaldungen” (1862) bezeichnet (S. 497). Karl Kasthofer fragte in seinem Buch “Der Lehrer im Walde” (1828):

Was helfen Verbote und Polizeydiener und Bannwarten, wenn sie die Bevölkerung nicht nähren, ihr nicht Milch, Fleisch, Felle und Dünger verschaffen können ohne Geissen?” (S. 496)

Neubewertung aus ökologischer Sicht

Stuber und Bürgi stellen fest, dass die agrarische Nutzungen heute eine Neubewertung erfahren, “weil sie tendenziell zu vorratsärmeren und lichteren Wäldern führen, was aus artenschützerischer Sicht durchaus positiv gesehen wird” (S. 506).

Farbphoto: Ziegen auf der Waldweide, die naschhaften Waldverderber Andreas Rockstein: Capra aegagrus hircus. Hausziege auf einer Waldweide im Schwetzinger Hardt, 18. September 2016, Flickr, CC-BY-SA

 

Waldarbeit: Forstliche Sperrgebiete beachten

Gerade im Sommer können die Erholungs- und die Nutzfunktion des Waldes in einem Konflikt zueinander stehen. Die Land&Forst Betriebe Österreich erinnern daher alle Waldbesucher_innen daran, auch im eigenen Interesse die forstlichen Sperrgebiete zu beachten:

Der Sommer ist für die Forstarbeiter eine wichtige Zeit, da umfangreiche Waldpflegemaßnahmen zum Erhalt eines gesunden Waldes durchgeführt werden müssen und zudem Schadholz aufgearbeitet werden muss. “Gerade heuer ist viel zu tun – Windwürfe, Schneebruch und massiver Borkenkäferbefall fordern unsere gesamte Arbeitskraft. Es ist ein Wettlauf gegen die Zeit. Bei diesen Arbeiten kommen oft auch Maschinen zum Einsatz. Die forstlichen Tätigkeiten sind gefährlich, deshalb werden zum Schutz der Waldbesucher forstliche Sperrgebiete errichtet, die unbedingt beachtet werden müssen. Waldflächen, die etwa wegen Waldarbeiten nicht betreten und befahren werden dürfen, sind durch entsprechende Schilder gekennzeichnet. Ein Missachten dieser Sperren kann im schlimmsten Fall Lebensgefahr bedeuten”, warnt DI Felix Montecuccoli, Präsident der Land&Forst Betriebe Österreich.

Was ist erlaubt, was ist verboten?

Durch das Netz an Forststraßen und Waldwegen – das für die Bewirtschaftung und Pflege des Waldes unumgänglich ist – haben die Waldbesucher auch eine gute Infrastruktur für ihre Erholungsbedürfnisse. Aber Achtung, dabei müssen einige Regeln beachtet werden:

  • Nach dem Forstgesetz ist das Betreten des Waldes – also zu Fuß – für Erholungszwecke für jedermann freigegeben. Das Gesetz sieht jedoch auch lokale und zeitliche Sperrgebiete vor.
  • Freizeitaktivitäten wie zum Beispiel Mountainbiken oder Reiten dürfen nur auf gekennzeichneten und freigegebenen Wegen sowie mit Zustimmung des Grundeigentümers ausgeführt werden. Forststraßen und Wege sind grundsätzlich nicht für Mountainbiken, Reiten etc. freigegeben. Fahrverbote müssen eingehalten werden.
  • Forstliche Sperrgebiete müssen unbedingt beachtet werden.
  • Wieder- und Neubewaldungsflächen (Jungwald), deren Bewuchs noch niedriger als drei Meter ist dürfen nicht betreten werden. Dies gilt auch ohne Hinweisschilder.

Die gesamte Presseaussendung kann auf der Website von APA OTS nachgelesen werden.


Vortrag: Warum uns ein Waldbad gut tut

Warum uns ein Waldbad gut tut“, erzählt Dr.in Daniela Haluza am 26. November 2019 bei einem Vortrag in der Wiener Volkshochschule.

Regelmäßige Waldspaziergänge sind nachhaltig gesund – sie entspannen Körper, Geist und Seele und halten uns fit. In diesem Vortrag erfahren Sie, warum Sie sich nach einem Aufenthalt im Wald entspannt und glücklich fühlen.

Die Vortragende studierte Medizin und Angewandte Medizinische Wissenschaften und ist Fachärztin für Hygiene und Mikrobiologie. Sie unterrichtet und forscht in den Bereichen Gesundheitsvorsorge und Umweltmedizin an der Medizinischen Universität Wien und ist Autorin zahlreicher Fachpublikationen.

Kurszeit: 26. November 2019, 18 bis 20 Uhr. – Kursort: VHS Mariahilf/Neubau/Josefstadt, Damböckgasse 4, 1060 Wien. – Kursgebühr 8 EUR. – Buchung hier.


Mit Kindern im Wald – meine ersten Schritte

Wie aufregend – letzte Woche hab ich meine ersten waldpädagogischen Führungen gemacht! Meine Kurskollegin Maria Linortner hat bei den Projekttagen der Volksschule Strobl einen Wald-Ausgang angeboten, und ich konnte mich erfreulicherweise anhängen. Am Mittwoch hatten wir zwölf Kinder von der ersten und zweiten Klasse, am Donnerstag zwölf Kinder von der dritten und vierten Klasse. Fazit: Diese Gruppengröße bewältigt man wohl auch alleine noch gut. Für den Anfang fühlt man sich zu zweit aber doch sicherer, die Aufregung war auch so groß genug!

Was mir besonders gefallen hat: dass viele Kinder Vorwissen oder spezielle Interessen eingebracht haben. Das kann man dann gleich für die ganze Gruppe nutzen. Beispielsweise hat ein Bub die Jahresringe auf einem Baumstumpf gezählt und auf unsere Einladung dann gleich der ganzen Gruppe erklärt, was das ist und wie das geht. Ich war auch begeistert, mit welchem Einfallsreichtum die Kinder für die Zwerginnen und Zwerge Geschichten erfunden und Häuser gebaut haben. Interessant war für mich, dass etliche Kinder bei der Abschlussrunde das gemeinsame Jausnen hervorgehoben haben.

Jetzt freue ich mich schon auf meine zwei eigenen Führungen, die ich im September und Oktober für die ersten Klassen der Volksschule Sta. Christiana in Frohsdorf anbieten kann. Das sind jeweils 22 Kinder. Eine Freundin, die Kindergärtnerin ist, unterstützt mich dabei.

Für die Zulassung zum Ausbildungsmodul B, das ich im Oktober absolvieren möchte, sind drei dokumentierte Führungen erforderlich. Ich möchte auch gerne einmal eine Führung für PÄDAK-Studierende oder -MitarbeiterInnen anbieten.


Lesetipp: The bear and the nightingale

The forest was quiet on the cusp of winter, the snow thicker between the trees. Vasilisa Petrovna, half-ashamed and half-pleased with her freedom, ate her last half honeycake stretched out on the cold limb of a tree, listening to the soft noises of the drowsing forest. “I know you sleep when the snow comes,” she said aloud. “But couldn’t you wake up? See, I have cakes.”

She held out the evidence, now little more than crumbs, and paused as though expecting a reply. But none came, between a soft, rattling wind that stirred all the trees together.

“The bear and the nightingale” ist der Debut-Roman von Katherine Arden. Die junge US-amerikanische Schriftstellerin hat nach der High-School ein Jahr in Moskau gelebt und am Middlebury College Russisch und Französisch studiert. In “The bear and the nightingale” verarbeitet Arden Elemente aus der russischen Folklore und Mythologie. Das Buch ist in der historischen Landschaft Rus (auch Ruthenien) vergangener Jahrhunderte angesiedelt. Der Wald mit seinen Bewohnerinnen und Bewohnern spielt dabei eine besondere Rolle. Das Buch hat mich sehr gefesselt.

Mittlerweile gibt es zwei weitere Bände, die gemeinsam mit dem ersten die “Winternight Trilogy” bilden und gleich als nächstes auf meine Leseliste kommen! Der Roman ist übrigens auch auf Deutsch erschienen – bei Heyne unter dem Titel “Der Bär und die Nachtigall“.

Mehr zum Buch

Einsame Eule


Was der Wolf im Nationalpark Wigry frisst: vor allem Reh

Polnische Forscher_innen haben anhand von 149 Kotproben untersucht, was die drei Wolfsrudel im Nationalpark Wigry fressen. Ergebnis: 39,6% Reh, 18,7% Rothirsch, 8,3% Wildschwein, 10,9% Biber, 15,1% Nutztiere inkl. illegal im Wald entsorgte Haustiere 😮 Elch, Hase, kleinere Nagetiere und Vögel wurden nur selten verspeist. In einer Probe wurden Plastikteilchen gefunden.

Quelle: Robert W. Mysłajek / Sabina Nowak / Maciej Romański / Katarzyna Tołkacz: “Composition of the wolf’s Canis lupus L. diet in the Wigry National Park“. In: Forest Research Papers 79 (2019) 2, S. 119-124

Bildquelle: Chris: “Wolf Białowieża Forest (Poland)“, Flickr, 29. September 2012, CC-BY-NC-SA [nicht aus dem Nationalpark Wigry, aber zumindest aus Polen 😉]