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Schlagwort: Weißtanne

Heilpflanzen und Hausmittel in der Buckligen Welt

1990 hat Kornelia Fromwald an der Universität Wien eine Diplomarbeit über Heilpflanzen und Hausmittel in der Buckligen Welt eingereicht. Dafür hat sie im Sommer 1988 rund 300 Personen befragt und die Angaben von 55 Personen in die Arbeit aufgenommen. Diese Befragten verfügten auch über altes, mündlich überliefertes Wissen.

Menschen, die über Wirkung und Anwendung von Volksheilmitteln Bescheid wissen, haben sich durch die Beschäftigung mit Heilpflanzen eine gewisse Naturverbundenheit bewahrt. Sie sind vorwiegend in der Landwirtschaft beschäftigt. Beim überwiegenden Teil der Auskunftspersonen handelt es sich um Frauen. (…) Menschen mit altem Volkswissen sind im Durchschnitt schon über 50 Jahre alt. Bei Jüngeren waren oft erst das Auftreten schwerer körperlicher Leiden oder einelange erfolglose schulmedizinische Behandlung Anlaß, auf überlieferte Heilverfahren zurückzugreifen. (S. 11)

Die Arbeit enthält zunächst eine Liste von Pflanzen(teilen), bei der angegeben wird, in welcher Zubereitung sie wofür verwendet werden. Die Liste ist nach den lateinischen Namen geordnet. Beispiele aus der Welt der Bäume: Maiwipferl der Tanne oder Fichte werden als wässriger Auszug für Sitzbäder gegen Blasenkatarrh verwendet oder als Sirup gegen Husten gereicht. Tannenharz kann man auf Wunden streichen. Im Mixer pürierte und mit Eiweiß vermischte Nadeln dienen für Umschläge bei Verstauchungen. Kastanienschnaps und Kastanienblütenschnaps dienen der Einreibung, Rosskastanien unter dem Leintuch sollen „die Schmerzen herausziehen“. Lärchenharz oder Föhrenpech wird bei eitrigen Wunden verwendet und nach dem Trocknen wie ein Film abgezogen. Wässriger Auszug von Birke wirkt blutreinigend und entschlackend, jener der Robinie sei „gut für den Darm“.

Lärchenharz und Tannenwipferl

Im nächsten Kapitel finden sich verschiedene Zubereitungen, geordnet nach der Art des Auszuges. Ein Beispiel ist ein Rezept für eine Wund- und Heilsalbe, die unter anderem Wipferl von Weißtanne, Fichte und Föhre und Lärchenharz enthält.

Das nächste Kapitel behandelt Hausmittel aus nicht-pflanzlichen Produkten, zum Beispiel Schweineschmalz, Topfen, Kuhfladen, Katzenfell oder Sauerteig. Beispielsweise soll man bei einem Asthmaanfall ein Bad in Wasser, in dem Holzasche 30 Minuten gezogen hat, nehmen. In der Einleitung zu diesem Abschnitt schreibt Fromwald:

Heute werden die Zubereitungen vor allem zur Behandlung leichter Krankheiten, die noch keinen Arztbesuch erfordern, verwendet. Einige der angegebenen Heilverfahren bezeichnen die InformantInnen selbst als veraltet oder kurios, doch wird die Wirksamkeit selten in Frage gestellt. (S. 101)

Die Diplomarbeit „Volksmedizinische Verwendung von Heilpflanzen und Hausmitteln in der Buckligen Welt (Niederösterreich)“ ist nicht online abrufbar, sie kann aber auf der Universitätsbibliothek Wien ausgeliehen werden. Es wäre interessant, die Erhebung dreißig Jahre danach zu wiederholen.


 
Steirische Christbäume für die Hofburg
Farbphoto, Menschen beim Schmücken der Christbäume
Bundespräsident Alexander Van der Bellen und seine Frau Doris Schmidauer beim Schmücken der Christbäume. Bild: Peter Lechner/HBF

Die Christbäume für die Hofburg stammen heuer aus der Steiermark, aus einem Revier der Bundesforste. Hier die Presseaussendung zur feierlichen Übergabe:

„Zwei stattliche Weißtannen aus der Hochsteiermark, einer der waldreichsten Regionen Österreichs, schmücken dieses Jahr die Räumlichkeiten des Bundespräsidenten in der Weihnachtszeit. Die beiden Prachtbäume mit der imposanten Höhe von jeweils 4,50 bzw. 5 Metern kommen aus dem Bundesforste-Revier Mürzsteg. Die Baum-Übergabe an Alexander Van der Bellen und Doris Schmidauer erfolgte am 6. Dezember … in der Präsidentschaftskanzlei durch die Vorstände der Österreichischen Bundesforste (ÖBf), Rudolf Freidhager und Georg Schöppl, sowie dem Bürgermeister von Neuberg, Peter Tautscher, der ebenfalls samt Gemeinderatsmitglieder nach Wien gereist kam.

Gemeinsames Baumschmücken

Für den Bundespräsidenten waren der Höhepunkt der feierlichen Aktion die glänzenden Augen der Kinder der Volksschule Neuberg [Anm. Korrektur: gemeint ist die Neue Mittelschule]. Sie sangen Weihnachtslieder und durften den Baum nach Herzenslust schmücken. ‚Die Freude der Kinder ist so ansteckend! Ich glaube, man kann gar nicht anders, als sich selbst einfach mitzufreuen und das vorweihnachtliche Zusammensein zu genießen‘, so das Staatsoberhaupt. Continue reading „Steirische Christbäume für die Hofburg“

 
Produkttest: Waldschokolade von Zotter

Der steirische Schokoladenmacher Zotter hat derzeit einige Sorten an „Waldschokolade“ im Sortiment – sprich Schokolade, in der Waldprodukte wie Weißtannenzweige oder Kiefernadelöl verarbeitet wurden. In einer völlig subjektiven Verkostung (die leider, leider nicht von Zotter gesponsert wurde) haben wir vier davon ausprobiert. Setting: zwei schokoladeerprobte Frauen mittleren Alters mit Waldfaible, mit Zuckerbedarf nach drei Stunden des Lernens. Eine davon, nämlich Frau von Wald höchstpersönlich, wusste Bescheid, welche Sorte dran ist. Die andere verkostete blind. Es war zwar bekannt, dass die Schokolade etwas mit Wald zu tun hatte, es hätten aber schließlich auch Borkenkäfer aus dem essbaren Tiergarten sein können 😉 Hier unsere Bewertung.

Harzig im Abgang: Weiße Tannen

Verpackung einer Tafel SchokoladeName: Weiße Tannen
Beschreibung des Herstellers: „Edeltannenrausch: eine wunderbar duftende, fein schmelzende Pralinenganache, getränkt in einen hellgrünen Weißtannen-Schnaps, den wir mit Zweigen und Zuckerrohrbrand angesetzt haben, in einer Ganache aus Milch, Honig und Karamellschoko; veredelt mit Macis, den orangefarbenen Blüten der Muskatnuss –überzogen von dunkler Milchschokolade mit rassigen 60 % Kakaoanteil“.
Preis für 100 Gramm: 5,14 EUR
Waldzutaten: Weißtannenzweige, aus kontrolliert biologischer Landwirtschaft

Kommentar: Die erste Assoziation war Harz oder Rinde: „Das schmeckt wie Wald riecht“. Der Waldgeschmack zeigte sich nur im Abgang und beim genaueren Hinschmecken, da aber recht angenehm. Ob wir das zuordnen hätten können, wenn wir nicht gewusst hätten, dass die Schokolade etwas mit Wald zu tun hat? Platz 2. Continue reading „Produkttest: Waldschokolade von Zotter“