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Visitenkarten gekommen :-)
visitenkarten von vistaprint
Bild und Design: Vistaprint

letzte Woche sind die Visitenkarten von Vistaprint gekommen, die ich mir für das Projekt habe machen lassen (oben Vorderseite, unten Rückseite). Das grün-weiße Baumdesign habe ich aus dem vorhandenen Angebot ausgewählt und nicht selbst entworfen.

Jetzt muss ich mir noch überlegen, ob ich die nur bei persönlichen Gesprächen verteile oder auch an verschiedenen Orten auflegen soll…

 
Siedlungsnamen in der Buckligen Welt

In der Buckligen Welt deuten viele Siedlungsnamen auf die Waldnutzung hin. Frühere Bezeichnungen für diese Region (wenn auch nicht völlig deckungsgleich mit dem, was heute unter “Bucklige Welt” verstanden wird) sind ja “Waldmark” und “silva Putinensis” – Pittener Wald. Rodungen, die den Waldbestand in der Buckligen Welt deutlich dezimierten, begannen im 11. Jahrhundert, woran heute noch Siedlungsnamen wie Geretschlag, Schlägen, Kohlreuth und Wenigreith erinnern. Dazu kommen Benennungen nach bestimmten Baumarten.

Das Beispiel links stammt aus Bromberg und zeigt gleich vier passende Ortsnamen: Stupfenreith, Forst, Holzhof und Dreibuchen 🙂 Hier einige Beispiele für Ortsteile von Gemeinden der Buckligen Welt und Umgebung, die einen solchen Bezug vermuten lassen (vorausgeschickt sei, dass ich keine etymologische Überprüfung durchgeführt habe und manchmal der erste Anschein trügt):

Aspangberg-St. Peter: Ausschlag, Außerneuwald, Innerneuwald, Neustift am Alpenwalde, Neuwald.

Aspang Markt: Ausschlag-Zöbern.

Bad Schönau: Schlägen, Wenigreith.

Bromberg: Breitenbuch, Dreibuchen, Forst, Holzhof, Schlag, Stupfenreith.

Edlitz: Baumgart.

Hochneukirchen-Gschaidt: Burgerschlag, Grametschlag, Kirchschlagl.

Hochwolkersdorf: Hackbichl.

Kirchschlag: Baumgarteck, Kirchschlag, Rehbauern, Schlag. Laut der Gemeindewebsite rührt der Name „Kirchschlag“ daher, „dass die zur Ortsgründung notwendige Schlägerung eines Waldgebietes auf Initiative der Kirche erfolgte“.

Krumbach: Buchegg, Ponholz.

Thomasberg: Unterbuchen, Ponholz, Thann.

Wiesmath: Geretschlag, Nussleiten.

Zöbern: Schlag.

Nussleiten

Siehe auch die Beiträge „Hofnamen in der Buckligen Welt“ und „Flurnamen in der Buckligen Welt“ in diesem Blog.

 
Hofnamen in der Buckligen Welt

In der Buckligen Welt deuten viele Hof-, Orts- und Flurnamen auf die Waldnutzung hin. Frühere Bezeichnungen für diese Region (wenn auch nicht völlig deckungsgleich mit dem, was heute unter „Bucklige Welt“ verstanden wird) sind ja „Waldmark“ und „silva Putinensis“ – Pittener Wald. Rodungen in größerem Umfang begannen ab dem 11. Jahrhundert.

Im Wintersemester 2006/07 habe ich eine Seminararbeit über Hofnamen in der Buckligen Welt geschrieben. Ausschlaggebend für meine Themenwahl in dem Seminar für Namenkunde bei Prof. Peter Ernst: Mir war aufgefallen, dass es das Mostwirtshaus „Stegbauer“ in Bad Schönau gibt, das unter diesem Namen beworben wurde, aber nur unter dem „richtigen“ Namen Ungerböck im Telephonbuch bzw. im Online-Herold steht – ganz schön unpraktisch! Dann wollte ich einfach mehr über Hofnamen wissen.

Lindenhof
Hofname „Lindenhof“ in Edlitz

Was sind nun aber Hofnamen? Ein Hofname wird nicht nur auf den Hof bzw. die Wirtschaftsgebäude angewandt, sondern auch auf den Bauern, die Bäuerin und ihre Familie, wie die Kinder und die Ausnehmer (Altbauern). Sogar auf die andere Personen, die am Hof wohnten, wie die Dienstleute, entferntere Verwandte und die sogenannten Inwohner oder Söllner, wurde der Hofname übertragen. Man könnte in der Buckligen Welt zum Beispiel hören (um bei dem erwähnten Beispiel zu bleiben): „Das ist der Karl, sagen tut man ihm Stegbauer, aber schreiben tut er sich Ungerböck“ bzw. „Der Ungerböck ist auf dem Steghof drauf“. Der wesentliche Grund für die Vergabe von Haus- und Hofnamen ist die Orientierung. Die Hausnummern, die wir als ganz selbstverständlich betrachten, setzten sich erst im 18. Jahrhundert auf breiter Ebene durch. Außerdem tragen Hofnamen wesentlich zur Unterscheidung von Personen gleichen Vor- und Familiennamens bei. In manchen Gemeinden funktioniert es übrigens genau umgekehrt: Hier werden Personen gleichen Namens nach ihrer Hausnummer unterschieden. Es gibt dann zum Beispiel den Zwölfer-Meier und den Einser-Meier. Hofnamen berühren die Gebiete der Volkskultur, der Regionalgeschichte, der Soziologie und der Namenkunde gleichermaßen. Deswegen sind sie – zumindest für mich – ein so interessantes Forschungsgebiet.

Man muss allerdings berücksichtigen, dass die schriftlichen Formen, wie sie beispielsweise im Historischen Ortsnamenbuch von Niederösterreich stehen, oft nichts mit der lokalen Aussprache zu tun haben und daher zu falschen Deutungen verleiten. Für die Aufnahme in die Kataster wurden teilweise Beamte in die Gemeinden entsandt, die versuchten, die dialektalen, nur mündlich verwendeten Ausdrücke schriftlich auf „Hochdeutsch“ zu fixieren und selber mit dem Dialekt nicht vertraut waren. Umso erfreulicher ist es, dass Roswitha Karpellus in ihrer umfangreichen Dissertation „Siedlungsgeschichte der ehemaligen Grafschaft Pitten auf namenkundlicher Grundlage. Die Namen der Flüsse, Siedlungen und Einzelhöfe“ (1960) – mit einem kaum zu überschätzenden Aufwand – handschriftlich die mundartliche Aussprache in Lautschrift festgehalten hat! Die Gewährspersonen, die ich damals für meine Seminararbeit interviewt habe, haben die Namen oft überhaupt erst erkannt, als ich die mundartliche Form vorgelesen habe – der „Bangartbauer“ wird zum Beispiel als „Bamba“ ausgesprochen. Karpellus schreibt dazu: „Für die Gewinnung brauchbarer Etymologien ist die Kenntnis der Mundartaussprache jedes einzelnen Namens unerläßlich. Die echt bäuerlichen Namen enthalten wohl manchmal volksetymologische Umdeutungen, nie aber solch sinnlose Entstellungen, wie sie von manchen Schreibern am grünen Tisch erfunden wurden“ (Band 1, S. 4).

Einige Beispiele für Hofnamen, die einen Bezug zu Wald, Forst und Holz (z.B. Rodungen, Baumarten, holzverarbeitende Berufe) vermuten lassen:

Bernreut, Birbaumhof, Biribauer, Birkhof, Blochberger (zu Blochwald), Buchegger, Eichbauer, Felberbauer (zu mittelhochdeutsch Velwe = Weide), Föhrenhof, Forsthof, Greuthof, Haslbauer, Holzbauer, Holzgethan, Holzhof, Lindenbauer, Micheler in der Tann, Nußbaumer, Nußleitner, Panreitterhof, Rachnerbauer (zu Ronach = liegendes Windwurfholz), Rehbauer, Rehgraber, Reiterer, Reithofbauer, Reithofer, Sagleitner, Sagmeister, Sagmühl, Schlagbauer, Stockbauer (gerodete Waldstelle mit stehengebliebenen Baumstrünken = Stöcken?), Stüber (nach dem Holzgefäß Stübich), Tannbauer, Tannhofbauer, Waldbauer, Waldfranzl, Waldseferl, Widenschneider, Wolfförstel (Förstel = Forstbeamter).


Download der Seminararbeit „Hofnamen in der Buckligen Welt. Ein Beitrag zur Namenkunde in den Bezirken Wiener Neustadt-Land und Neunkirchen“: bargmann_hofnamen_seminararbeit (pdf).


Siehe auch die Beiträge „Siedlungsnamen in der Buckligen Welt“ und „Flurnamen in der Buckligen Welt“ in diesem Blog.

 
„Herrliche, harzathmende Waldstände“

„Bucklige Welt!“ So nennt man das halbvergessene Ländchen mit seinem eigenartigen Gepräge dort im südöstlichen Winkel Niederösterreichs. Es ist ein interessanter Landstrich, in den uns die Wien-Aspangbahn bringt, für den Naturfreund sowohl, welchen die lauschigen Berggründe mit den herrlichen, harzathmenden Waldständen – denen letzteren der Zahn der Zeit in Gestalt der Holzschleifereien arg zusetzt – ferner die viehreichen Triften und reizenden Fernsichten die Mühen des Wanderns reichlich entlohnen, als auch für den Freund der Geschichte, welcher hier an den vielen, aus einer bewegten Zeit stammenden Schlössern und Burgtrümmern Gelegenheit findet, seine Gedanken hinzuleiten in die ereignisreiche Vergangenheit dieses Erdenwinkels“.

Aus: Heinrich Mose: Aus der Waldmark. Sagen und Geschichten aus dem Rax-, Semmering-,
Schneeberg- und Wechsel-Gebiete. 2., verb. und veränd. Aufl. Pottschach: Eigenverl.
1894, S. 24

 
Malerischer Blick auf die Alpen

gastein

Thomas Ender: „View of the Residence of Archduke Johann in Gastein Hot Springs“, um 1830. Quelle: Getty Center, zur Verfügung gestellt im Rahmen der Open Content-Initiative des Museums. Gastein liegt natürlich nicht in der Buckligen Welt, aber das Bild hat mich gleich angesprochen. Das Getty Center schreibt dazu:

Painter to Archduke Johann (1782 – 1859), Thomas Ender was commissioned to execute watercolors of the spectacular topography of the Austrian Alps. In this view of a mountain resort near Salzburg, the artist demonstrated a command of spatial expanse combined with effects of meticulous diminution. He delicately rendered the sublime geological elements of the Alpine landscape.

Um doch einen geographischen Bezug herzustellen, sei daran erinnert, dass Erzherzog Johann von 1807 bis 1828 Besitzer von Schloss und Burg Thernberg war. Laut Wikipedia „führte er [hier] erste landwirtschaftliche Versuche durch, legte Versuchsgärten für den Obstbau an, und begann mit seinen umfangreichen Sammlungen, die später den Grundstock des Grazer Joanneums bildeten. Er suchte als ‚Hanns von Österreich, der Thernberger‘, die Geselligkeit in der ‚Wildensteiner Ritterschaft auf blauer Erde‘ auf der Burg Seebenstein“. Mit dem Mitbegründer dieser Ritterschaft, Anton David Steiger, sind wir übrigens angeblich verwandt, über meine Großmutter mütterlicherseits.

Die Erzherzog-Johann-Dokumentation in Thernberg öffnet am 17. Mai wieder ihre Pforten, und es gibt einen Erzherzog Johann-Rundwanderweg.

 
Das Wort für Welt ist Wald

thewordforworldisforestDas Motto meines Projekts, „Das Wort für Welt ist Wald“, ist die Übersetzung des Titels eines Romans von Ursula K. LeGuin. Der Science Fiction-Roman „The word for world is forest“ wurde 1976 auf Basis eines Texts aus dem Jahr 1972 veröffentlicht, der mit dem prestigeträchtigen Hugo-Award ausgezeichnet wurde.  Das Buch habe ich bei dem Wichtelspiel SantaThing zu Weihnachten geschenkt bekommen.

Der Titel hat mich gleich fasziniert – ich habe mich gleich gefragt, ob sich jemand schon ausführlich mit dem Motiv des Waldes in der Science Fiction befasst hat. Für meine Diplomarbeit kommt der Gedanke ja zu spät, aber ein Aufsatz sollte sich schon machen lassen 😉 Auf die Schnelle hab ich im Verbundkatalog „Die denkenden Wälder“ von Alan Dean Foster und „Der gläserne Wald“ von Reinald Koch gefunden. „Girlwood“ von Claire Dean ist zwar keine Science Fiction, hat aber phantastische Elemente. Hm, ich sehe schon, da muss ich weiterrecherchieren… Das Thema „Wald und Literatur“ im allgemeinen haben wir ja auch beim Forst+Kultur-Lehrgang behandelt, allerdings hat das dort, zugespitzt formuliert, bei Stifter geendet.

Ausgangspunkt des Textes ist, dass die Menschheit die Erde zu einer „desert of cement“ (S. 14) gemacht hat. Um den Bedarf and Holz zu decken, wird ein bewaldeter Planet kolonialisiert und die dort ansässige Lebensform unterjocht. Der Welt des Waldes (genau gesagt ist die Welt der Wald!) wird der roboterunterstützte Kahlschlag ohne Rücksicht auf Tier- und Pflanzenwelt gegenübergestellt. Wie aktuell.

All the colors of rust and sunset, brown-reds and pale greens, changed ceaselessly in the long leaves as the wind blew. The roots of the copper willows, thick and ridged, were moss-green down by the running water, which like the wind moved slowly with many soft eddies and seeming pauses, held back by rocks, roots, hanging and fallen leaves. No way was clear, no light unbroken, in the forest. Into wind, water, sunlight, starlight, there always entered leaf and branch, bole and root, the shadowy, the complex…“ (S. 35)

 
Rindengewinnung für die Gerberei

In dem bereits erwähnten Photoalbum vom Kuhschneeberg wird auch ein Aspekt der Holzwirtschaft gezeigt, an den man heutzutage wohl nur mehr sehr selten denkt: die Gewinnung von Rinde für die Gerberei.

„Als Gerberlohe bezeichnet man die vom Baum getrennte, zerschnittene und fein gemahlene Rinde – meistens Eichenrinde, seltener auch Fichten– oder Tannenrinde – in der sich der Gerbstoff Tannin befindet. Dabei werden für einen Zentner Leder vier bis fünf Zentner Lohe benötigt, für kräftiges Sohlenleder (auch Pfundleder genannt) sogar acht Zentner. Insofern war für das Handwerk der Lohgerberei auch ein reicher Holzbestand vonnöten“,

so heißt es in der Wikipedia beim Eintrag „Lohgerber“. Lohgerber gerbten mit Rinde, Holz und anderen pflanzlichen Stoffen, Weißgerber im Gegensatz dazu mit Mineralsalzen und Sämischgerber mit tierischen Fetten – wieder was gelernt.

Photos der Gerbrinden-Gewinnung, Holzschlag Stadelboden
Diese Bilder von der Gerbrinden-Gewinnung am Kuhschneeberg / Stadelboden (Rundriss, Langriss, Abheben, Trocknen) sind in ähnlicher Form in unserem familieneigenen Album enthalten, diese Photographie stammt aber aus dem Album, das ich freundlicherweise am Dienstag in der Forstverwaltung Nasswald einsehen konnte und das umfangreicher ist und größere Abbildungen hat als unseres.

Zum Weiterlesen

 
Pfeiferl aus Holz

„Im Frühling, wenn die Weidenbäume austreiben, suchen die Buben schöne astlose Stücke abzuschneiden, die sie dann klopfen, die dünne Hautrinde abziehen und Pfeiferl daraus machen“.

Aus: Maria Gremel: Mit neun Jahren im Dienst. Mein Leben im Stübl und auf dem Bauernhof. Wien: Buchgemeinschaft Donauland Kremayr & Scheriau 2001 (Damit es nicht verlorengeht, 1), S. 126