Bäume und Masten durch die Windschutzscheibe im Scheinwerferkegel – das zeigt der Holzstich „Through the windscreen“ der britischen Künstlerin Gertrude Hermes. Gefunden habe ich dieses wunderbare Bild auf dem sehr empfehlenswerten Twitter-Account „Women’s art“ von PL Henderson.
„Das Verkohlen von Holz ist ein uraltes Handwerk, das in Mitteleuropa nur noch bei historischen Festen und Veranstaltungen als alte Tradition vorgeführt wird. Es gibt zwei unterschiedliche Verfahren, Holzkohle zu erzeugen: zum einen im Kohlemeiler und zum anderen – seltener – im Kohlwerk. In diesem Kurs erlernen Sie das traditionelle Handwerk eines Köhlers von der Errichtung eines Kohlwerks bis hin zur Ernte der Holzkohle. Beim zweiten Teil wird das Kohlwerk geöffnet, und die TeilnehmerInnen können „ihre“ gewonnene Kohle mit nach Hause nehmen!“
Organisatorisches
Dieser Kurs ist ein Wahlmodul D der WaldpädagogInnenausbildung.
Die Köhlerei wurde übrigens im Jahr 2011 als immaterielles Kulturerbe der UNESCO anerkannt. Auf deren Website kann man lesen: „Traditionell hat sich das Köhlergewerbe vor allem in jenen Regionen entwickelt, wo durch die Montanindustrie erhöhter Bedarf an Holzkohle bestand. Die österreichischen Köhlereien sind über das ganze Bundesgebiet verstreut, wobei das niederösterreichische Rohr im Gebirge mit derzeit sechs Köhlereibetrieben ein regionales Zentrum der österreichischen Köhlerei bildet. Das Köhlereigewerbe ist üblicherweise im bäuerlichen Umfeld angesiedelt, wobei es sich um ein Nebengewerbe handelt. Das Wissen wird praktisch erworben und von Generation zu Generation weitergegeben. Die Technik der Köhlerei ist zwar seit ihren Ursprüngen die gleiche geblieben, aber in der heutigen Zeit wird das Handwerk durch moderne technische Hilfsmittel unterstützt. Heute wird die durch die Köhlerei erzeugte Holzkohle insbesondere beim Grillen eingesetzt“.
Der Ankündigungstext des Kurses stimmt übrigens nicht ganz: Es sind zwar nur mehr sehr wenige, aber es gibt durchaus noch KöhlerInnen – auch in Österreich – und sogar einen Europäischen Köhlerverein! Zwei der noch Aktiven sind Kurskolleginnen von mir. Also, wer erstklassige Grillkohle aus heimischer Erzeugung beziehen will, wendet sich an Köhlerei Wieser, Rohr im Gebirge, Köhlerei Hochecker, Michelbach, oder die anderen Mitglieder im Verein! Und wer das Wissen um dieses traditionsreiche Handwerk bewahren will, besucht den Kurs.
Das Regierungsprogramm 2017-2022 der ÖVP-FPÖ-Koalition enthält in den Abschnitten „Umwelt“ und „Landwirtschaft und ländlicher Raum“ einige Punkte zum Thema Wald und Forstwirtschaft. Im Bereich „Energie“ kommen erneuerbare Energien und Biomasse vor, aber z.B. Hackschnitzel werden nicht dezidiert angeführt. Einfluss werden sicher auch andere Punkte haben, bei denen Wald und Forst nicht explizit angeführt werden. Es empfiehlt sich, auch jeweils die einführenden Texte zu den jeweiligen Kapiteln zu lesen. Die „Reduktion des Schilderwaldes“ im Straßenverkehr sei zum Schluss auch noch erwähnt 😉
Umwelt
Forcierter Schutz vor Naturgefahren: Ausbau des Hochwasserschutzes und Verstärkung der nachhaltigen Schutzwaldbewirtschaftung (Naturverjüngung des Waldes); Bündelung der Kompetenzen und des Managements zum Schutz vor Naturgefahren (Wildbach- und Lawinenverbauung, Bundeswasserbauverwaltung und Via Donau)
Schaffung geeigneter Rahmenbedingungen für öffentliche Gebäude zur Umstellung der Wärmeversorgung auf erneuerbare Energien (einschließlich Fernwärme)
Einsatz von heimischen Baustoffen (z.B. Holz) im öffentlichen Raum forcieren
Landwirtschaft und ländlicher Raum
Die Bundesregierung bekennt sich zu einer multifunktionalen, wettbewerbsfähigen und flächendeckenden Land- und Forstwirtschaft auf Basis einer ökosozialen Agrarpolitik.
Exportinitiativen für Agrarprodukte, Lebensmittel, Zuchtvieh, Forst– und Umwelttechnologie
Umsetzung der österreichischen Waldstrategie 2020 und Stärkung der aktiven, multi-funktionalen nachhaltigen Waldbewirtschaftung forcieren
Österreich als Forstland positionieren
Unterstützung der nachhaltigen Nutzung (klimafitter Wald) und Multifunktionalität der heimischen Wälder durch Sicherstellung der Schutz-, Erholungs-, Wirtschafts- und Wohlfahrtsfunktion
Ausarbeitung einer österreichischen Sektorstrategie für die Forstwirtschaft, um bei den Querschnittsmaterien bessere Synergien zu schaffen
Schutz der Eigentumsrechte gewährleisten
Öffnung der Forststraßen im Wald für Mountainbikes nur auf vertraglicher Basis
Ausweitung des Versicherungsschutzes in der Land- und Forstwirtschaft, um Klimawandel, Seuchen und Wetterextreme besser abzudecken
Die Pilzarten im österreichisch-deutsch-tschechischen Dreiländereck werden im Rahmen des EU-Interreg-Projekts „Funga des Böhmerwalds“ genau erforscht und kartiert. Das Gebiet umfasst auch die Nationalparks Bayerischer Wald und Šumava (Böhmerwald). Für den bayerischen Nationalpark konnte heuer eine erfolgreiche Bilanz gezogen werden:
Die Böhmische Tramete wurde 2017 erstmals in Bayern nachgewiesen (Peter Karasch / Nationalpark Bayerischer Wald)
„Insgesamt wurden heuer sechs Pilzarten erstmals in Bayern nachgewiesen. Zwei davon wurden zuvor in ganz Deutschland noch nicht gesichtet. ‚Das zeigt, welch hohe ökologische Qualität der Nationalpark aufweist‘, resümieren die Nationalparkmykologen Claus Bässler und Peter Karasch. So konnte etwa nahe Altschönau die äußerst seltene Böhmische Tramete (Fibroporia bohemica) nachgewiesen werden – erstmals im Freistaat. Diese Art benötigt alte, von Forstnutzung ungestörte Habitate als Lebensraum. Auch die Wiederbeweidung des Ruckowitzschachtens nahe Zwieslerwaldhaus hat positive Effekte. So wurde dort der bislang nur aus Skandinavien bekannte Helmling (Mycena pasvikensis) erstmals in der Bundesrepublik entdeckt. Auch der in Deutschland als echte Rarität geltende Gelber Kreiselblätterpilz (Stereopsis vitellina) wurde erstmals im Nationalpark gefunden. Der dottergelbe Moosbewohner wurde zuletzt 1975 in Franken gesichtet“, heißt es in der Presseaussendung des Nationalparks.
Die angrenzenden Teile des Wald- und des Mühlviertels sind an sich nicht Teil des Projektantrags, werden aber von assoziierten Partner_innen aus Österreich miterforscht. Außerdem werden zahlreiche ehrenamtliche Pilzinteressierte aus lokalen Vereinen im Rahmen von „Citizen Science“ eingebunden.
Projektpartner_innen
Nationalparkverwaltung Bayerischer Wald
Nationalparkverwaltung Šumava
Biologiezentrum Linz mit der angegliederten Mykologischen Arbeitsgemeinschaft
Universität Regensburg, Lehrstuhl für Ökologie und Naturschutzbiologie
Deutsche Gesellschaft für Mykologie
Österreichische Mykologische Gesellschaft
Quellen
N.N.: „Im Bayerischen Wald gibt es neue Pilzarten“. In: Salzburger Nachrichten, 12. Dezember 2017
Trockenstress stellt vermutlich die für den Wald und sein Wachstum schwerwiegendste Folgeerscheinung der globalen Erwärmung dar. Im Sommer 2015 gab es in Österreich einen Vorgeschmack. Wie die Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) berichtet, war 2015 das zweitwärmste Jahr der 248-jährigen Messgeschichte, in den hochalpinen Regionen sogar überhaupt das wärmste. Außerdem wurde eines der zwanzig trockensten Jahre (seit Beginn der flächendeckenden Niederschlagsaufzeichnung im Jahr 1858) verzeichnet. In Teilen Oberösterreichs und Niederösterreichs gab es bis zu 22 und 40 Prozent weniger Niederschlag als im langjährigen Mittel. Die höchste Lufttemperatur wurde am 19. Juli in Krems mit 38,3°C gemessen, es gab eine außergewöhnliche Zahl an extrem heißen Tagen.
Die Meteorologen Alexander Orlik und Rainer Kaltenberger schilderten die Auswirkungen auf den Wald so:
Die Auswirkungen von Hitze und Trockenheit in Österreich waren signifikant. Während etwa Tourismus, Freibäder und Brauereien über Rekordumsätze jubelten, musste die Feuerwehr alleine in Niederösterreich in den Sommermonaten insgesamt 470 Wald- und Wiesenbrände löschen, was einen Rekord in ihrer Einsatzgeschichte darstellte. Hitze und Trockenheit setzten insbesondere Kiefer- und Fichtenbeständen zu, in den kommenden Monaten wird regional eine Borkenkäferplage befürchtet. Durch Trockenstress warfen viele Laubbäume bereits Mitte August ihre Blätter ab, insbesondere innerstädtisch gepflanzte Flachwurzler waren davon betroffen.
Zum Weiterlesen
Alexander Orlik / Rainer Kaltenberger: „Der extreme Sommer 2015„. In: ZAMG Newsletter Herbst/Winter 2015, S. 14
Sandra Collin: „Trockenheit im Wald„. In: waldwissen.net Informationen für die Forstpraxis, 18. Jänner 2016
Quelle: Franz Carl Weidmann: Andeutungen zu Ausflügen von einem halben bis zu vier Tagen mittelst der beiden von Wien auslaufenden Eisenbahnen. Wien: Verlag der Kunsthandlung H. F. Müller 1842, S. 70 (Digitalisat bei der Wienbibliothek)
Der 5. Ausflug galt dem Schneeberge, welchen der Verf. durch die Schlucht zwischen den Felswänden des Feichtenberges und Saurüssels in einer Holzriese hinanstieg, über die Knofelebene und die Krumbachschwaig.
Quelle: Freiherr von Augustin: „Augustin’s Streifzüge durch die norischen Alpen“. In: Österreichische Blätter für Literatur und Kunst II (1845) 82, 10. Juli 1845 (Digitalisat bei Google Books)
„Maria durch ein Dornwald ging“ zählt zu meinen allerliebsten religiösen Liedern. In dieser Aufnahme der Freiburger Spielleyt gefällt es mir besonders gut.
Text dieser Fassung
Maria durch ein Dornwald ging,
Kyrie eleison.
Maria durch ein Dornwald ging,
der hat in sieben Jahrn kein Laub getragen.
Jesus und Maria.
Was trug Maria unter ihrem Herzen?
Kyrie eleison.
Ein kleines Kindlein ohne Schmerzen,
das trug Maria unter ihrem Herzen.
Jesus und Maria.
Da haben die Dornen Rosen getragen,
Kyrie eleison.
Als das Kindlein durch den Wald getragen,
da haben die Dornen Rosen getragen.
Jesus und Maria.
Zur Entstehung des Lieds
Das Lied wird heute als Adventlied bzw. Weihnachtslied verstanden, war aber ursprünglich ein Wallfahrtslied. Der Ursprung ist unklar, die älteste gedruckte Fassung stammt aus dem Jahr 1850.
Hermann Kurzke / Christiane Schäfer: „Eigentlich ein Lied aus der Wandervogelbewegung„. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 22. Dezember 2011, S. 6 („Im Bild der erblühenden Rosen wird in diesem Lied, das lange in keinem Gesangbuch stand, der Bogen vom Advent zur Auferstehung gezogen“)
Bundespräsident Alexander Van der Bellen und seine Frau Doris Schmidauer beim Schmücken der Christbäume. Bild: Peter Lechner/HBF
Die Christbäume für die Hofburg stammen heuer aus der Steiermark, aus einem Revier der Bundesforste. Hier die Presseaussendung zur feierlichen Übergabe:
„Zwei stattliche Weißtannen aus der Hochsteiermark, einer der waldreichsten Regionen Österreichs, schmücken dieses Jahr die Räumlichkeiten des Bundespräsidenten in der Weihnachtszeit. Die beiden Prachtbäume mit der imposanten Höhe von jeweils 4,50 bzw. 5 Metern kommen aus dem Bundesforste-Revier Mürzsteg. Die Baum-Übergabe an Alexander Van der Bellen und Doris Schmidauer erfolgte am 6. Dezember … in der Präsidentschaftskanzlei durch die Vorstände der Österreichischen Bundesforste (ÖBf), Rudolf Freidhager und Georg Schöppl, sowie dem Bürgermeister von Neuberg, Peter Tautscher, der ebenfalls samt Gemeinderatsmitglieder nach Wien gereist kam.
Gemeinsames Baumschmücken
Für den Bundespräsidenten waren der Höhepunkt der feierlichen Aktion die glänzenden Augen der Kinder der Volksschule Neuberg [Anm. Korrektur: gemeint ist die Neue Mittelschule]. Sie sangen Weihnachtslieder und durften den Baum nach Herzenslust schmücken. ‚Die Freude der Kinder ist so ansteckend! Ich glaube, man kann gar nicht anders, als sich selbst einfach mitzufreuen und das vorweihnachtliche Zusammensein zu genießen‘, so das Staatsoberhaupt. (mehr …)
Die Oberösterreichischen Nachrichten haben eine wunderbare Bildreportage über das Leben in einem Forsthaus veröffentlicht. Der Nationalpark-Ranger Michael Kirchweger und seine Frau Erni Kirchweger wohnen im Bodinggraben im Nationalpark Kalkalpen.
Im Spätherbst gibt der Wald einen tiefen Einblick in seine Anatomie frei. Alle Blätter sind bereits abgefallen. „Als würden Golddukaten vom Himmel fallen“, beschreibt Erni das Schauspiel, wenn der Wind die bunten Blätter von den Bäumen abtransportiert und diese im Sonnenlicht zu Boden segeln. Dann ragen die nackten Bäume ihre von einer Eispatina überzogenen Äste wie ein auf den Kopf gestellter Kronleuchter in die Höhe.
Die perfekte Handtasche für Frau von Wald – ein Einzelstück, angefertigt von Anita Dominek aus Oberdrosen, gefunden im Dorfladen im südburgenländischen Minihof-Liebau. Alles dabei: Hirsch, Schleiereule, Fasan… Wird ab jetzt zu allen forstlichen Veranstaltungen getragen.
Und jetzt hängen die Kinder ihre Wunschzettel in die immergrünen Pomeranzenbäume im sieben Hektar großen Garten des Königspalasts Alcázar. Glyzinien, Jasmin, Palmen und Pfaue bilden hier die Kulisse. Die Wunschzettel hängen zwischen reifen Orangen, ihr Duft sei für sie der Duft der Weihnacht, erklärt Guide Mercedes Miguez…
Wälder sind vom Klimawandel stark betroffen, sind aber auch gleichzeitig Teil der Lösung, indem sie der Atmosphäre während ihres Wachstums Kohlendioxid entnehmen.
Das Bundesforschungszentrum für Wald hat gemeinsam mit mehreren Partner_innen das Projekt „Wald im Klimawandel“ und die Initiative „Wald nützen = Klima schützen“ ins Leben gerufen. In dem folgenden Video geben Expertinnen und Experten eine Einführung in das Thema, und zwar:
Peter Mayer, Leiter des BFW – Wald im Klimawandel?
Gerald Steindlegger, Nachhaltigkeitsberater ISS Consulting – Gibt es den Klimawandel überhaupt?
Peter Weiss, Klimaschutz & Emmissionsinventuren, Umweltbundesamt – Und wie geht es weiter?
Christian Lackner, Kommunikation und Bibliothek BFW – Wie wirkt sich das auch den Wald aus?
Anna-Maria Walli, Projektleiterin Wald im Klimawandel BFW – Und auf die Tiere und Pflanzen?
Gerald Steindlegger, Nachhaltigkeitsberater ISS Consulting – Der Wald ist somit Hauptbetroffener?
Hermine Hackl, Generalsekretärin Forst-Holz-Papier – Was raten Sie Waldbesitzer_innen?
Im „Standard“ vom 1. Dezember 2017 beschreibt Wojciech Czaja den Klavierbau im Hause Steinway in Hamburg. Die Methode zur Herstellung des „Rim“, der Außenkontur des Korpus, aus verleimten Hartholzlagen stammt von Theodor Steinweg, dem Sohn des Firmengründers Heinrich Engelhard Steinweg:
Die Geburtsstunde des Flügels ist – und das ist eine Besonderheit von Steinway – die Fertigung des sogenannten Rims. Denn im Gegensatz zu anderen Klavierproduzenten, die zunächst das mechanische Innenleben bauen und es anschließend ins Holzgehäuse heben, werden im Hause Steinway Gussplatte, Saitenwerk und Klaviatur direkt in den fertigen Holzkorpus eingearbeitet. (…) Erst werden, je nach Flügeltyp und Größe, bis zu 20 Hartholzlagen aus Ahorn und Mahagoni, sogenannte Dickten, durch die Leimmaschine und über den Leimtisch gejagt und übereinandergeschichtet, anschließend tragen vier Mann das klebrig-feuchte Holzpaket zum Biegebock, wo es mit gigantischen Burzenschrauben und Stempelklammern unter Hochdruck eingespannt wird. Nach drei bis sechs Stunden bei 65 Grad Celsius und tonnenschwerem Druck ist der Rim ausgehärtet.