ZOOM Kindermuseum: Mitmachausstellung “Alles Holz” eröffnet

Die von Christian Ganzer kuratierte Mitmachausstellung “Alles Holz” ist seit 16. Februar 2021 im ZOOM Kindermuseum zu sehen.

Mädchen in Museum zeigt auf großen liegenden Baumstamm - Ausstellung Alles Holz

“In der neuen Mitmachausstellung erfahrt ihr jede Menge Wissenswertes zum Thema Holz: Wie wird aus einem Baum eigentlich Holz und wie kommt es aus dem Wald heraus? Wie sieht Holz unter dem Mikroskop aus? Welche Eigenschaften hat Holz und sind alle Holzarten gleich? Welche Berufe gibt es rund ums Holz? Was kann alles aus Holz hergestellt werden? Und warum ist Holz nicht nur für das Raumklima, sondern für das Klima auf der ganzen Welt gut? Außerdem könnt ihr in einer Werkstatt Holz bearbeiten, verschiedene Werkzeuge ausprobieren und selber etwas aus Holz herstellen”.

Als Highlight der Ausstellung nennt Museumsdirektorin Andrea Zsutty “das begehbare Baumstammkunstwerk des international renommierten Künstlers Hans Schabus. Mit 3m Durchmesser und einer Länge von 30m ist die Holzröhreninstallation das größte Kunstwerk, das bisher für das Kindermuseum geschaffen wurde!”

Bild: ZOOM Kindermuseum/Gianmaria Gava


Holztechnologin in Amstetten gesucht

Bei doka in Amstetten, einem Teil der Umdasch-Gruppe, wird eine Holztechnologin (m/w/d) mit abgeschlossener Hochschulausbildung mit Schwerpunkt Holz oder HTL-Abschluss Fachrichtung Holz und Berufserfahrung in der Holzindustrie gesucht. Hier die Ausschreibung:

Als Holztechnologe (m/w/d) sind Sie Teil unserer Produktionseinheit “Trägerfertigung”, die sämtliche Vollholzkomponenten unseres Schalungsträgers herstellt. In Ihrer Rolle tragen Sie maßgeblich zur optimalen Nutzung unseres Rohmaterials bei und fungieren als Ansprechpartner zum Thema Holztechnologie für andere Unternehmensbereiche. Ihr Aufgabenfeld:

Scanner:

  • Laufende Überwachung der korrekten Funktionsweise der Festigkeitssortierung mittels Scanner
  • Einleiten von Maßnahmen zur Optimierung der Anlagen
  • Ansprechpartner für QA und F&E in allen Bereichen betreffend Festigkeitssortierung
  • Gegebenenfalls Anpassung von Parametern, Dokumentation der Veränderungen und Wirksamkeitskontrolle
  • Erkennen und Umsetzen von Maßnahmen zur Ausbeuteerhöhung und/oder besseren Fehlererkennung

Datenanalyse:

  • Konzipieren und Erstellen von Datenauswertungen
  • Laufendes Monitoring von Ausschuss, Nacharbeit, Ausbeute
  • Überprüfen der Produktionsdaten auf Plausibilität/Richtigkeit und ggf. Ursachenanalyse und Problembehebung
  • Simulation von veränderten Scanner-Einstellungen
  • Ansprechpartner für Qualitätssicherung, Entwicklungsabteilung und externe Prüfinstitute
  • Optimierung von Arbeitsabläufen
  • Mitarbeit in Projekten von Produktion, Qualitätssicherung, F&E etc.

Weitere Informationen auf der Website des Personalbeschaffers bzw. auf der doka-Karriereseite.


Über explodierende Bäume und brennende Wälder

Die Aussagen des US-amerikanischen Präsidenten Donald Trump über Waldstädte und explodierende Bäume in Österreich haben in kürzester Zeit eine unglaublich große Zahl an kreativen, treffenden und amüsanten Bildern entstehen lassen. Und sie haben dazu geführt, dass ich gestern von Manuel Escher für den Standard interviewt wurde. Das Gespräch wurde heute unter dem Titel “Wald-Expertin: ‘Ich würde mich nicht vor einem explodierenden Baum fürchten’” veröffentlicht.

Da leider auch online der Platz begrenzt war, möchte ich hier ein paar Dinge ergänzen, die ich gerne gesagt hätte, die sich aber nicht mehr ausgegangen sind. Und dann möchte ich auch auf einige häufige Fragen im Kommentarforum eingehen.

Die Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik bietet einen Waldbrandindex an, der die rein meteorologische Waldbrandgefahr anhand von Lufttemperatur, Luftfeuchtigkeit, Windgeschwindigkeit und Niederschlagsmenge berechnet. Die jeweilige Vegetation kann dabei nicht berücksichtigt werden.

Die Anlaufstelle für alle, die mehr über Waldbrände in Österreich wissen wollen, ist die Waldbrand-Datenbank der BOKU, verbunden mit dem Waldbrand-Blog. Hier erklärt Harald Vacik zum Beispiel, wie das ist mit den explodierenden Bäumen. Die Datenbank enthält homogenisierte Daten seit 1993.

Waldbrände sind für die Natur nicht prinzipiell schlecht. Die meisten Ökosysteme sind daran angepasst. Manche Tier- und Pflanzenarten sind sogar darauf angewiesen. Der Schwarze Kiefernprachtkäfer legt Eier in noch glimmende Bäume und kann Waldbrände auf sehr große Distanz wahrnehmen. Manche Baumarten brauchen sogar Hitze, die die Samenkapseln sprengt. Außerdem kommen bestimmte Pflanzen ohne Unterwuchs leichter auf.

Wichtige Maßnahmen für den Fall, dass es doch brennt, sind die Anlage von Löschteichen im Wald und der Bau zusätzlicher Waldwege bzw. die Erhaltung der bestehenden Waldwege, damit die Feuerwehr zufahren kann. Besonders wichtig ist das bei Schutzwäldern, deren Schutzfunktion nach einem Brand beeinträchtigt sein könnte.

Mensch und Waldbrände

Die US-amerikanische Wissenschaftlerin Jennifer Balch spricht vom Menschen als “fire species” – einerseits ist unsere Wirtschaft von Verbrennung abhängig, andererseits verursacht der Mensch in den USA mittlerweile über 84 Prozent der Waldbrände. Durch Blitze entstehen Waldbrände vor allem in den Sommermonaten, durch den Menschen wird dieser Zeitraum aber verdreifacht. Das geschieht nicht nicht nur durch unachtsam weggeworfene Zigaretten (my pet peeve), sondern auch Feuerwerk, Waldarbeiten, Brauchtumsfeuer, Funkenflug – und natürlich Brandstiftung.

“Ich würde mich nicht vor einem explodierenden Baum fürchten” – ja, ich weiß mittlerweile, dass ich sagen hätte müssen “ich würde mich nicht davor fürchten, dass ein Baum explodiert”. Vor einem tatsächlich explodierenden Baum würde ich mich auch ein bissi fürchten 😉 Ich würde das aber in sicherer Distanz gerne einmal sehen.

Steiermark und Kärnten sind mit 61% bzw. 60% die Bundesländer mit dem höchsten Waldanteil.

Wer mehr über den Wald in den USA erfahren möchte, findet auf waldwissen.net den ausführlichen Beitrag “Wald und Forstwirtschaft in den USA“.

Ausbildung und Qualifikation

Zum Begriff “Waldpädagogin” gibt es im Forum relativ viel Kritik und Unverständnis. Zur Bezeichnung: Seit Abschluss der Ausbildung bin ich “zertifizierte Waldpädagogin” und darf mich so nennen, das ist kein erfundener Titel. Wir unterrichten keine Bäume in der Baumschule oder in der Wald-orfschule. Ich finde zwar auch, dass die Ausbildung auf der pädagogischen Seite etwas schwachbrüstig ist, aber ich hab im forstlichen Teil und für meine “Prüfung forstfachlicher Kenntnisse” sehr viel gelernt und gezittert, und das obwohl ich in meinem Leben schon sehr viele Prüfungen gemacht habe. Ich denke außerdem, dass ich, wenn ich einer ganzen Klasse von Sechsjährigen den Lebensraum Wald näherbringen kann, es auch mit den Standard-Leser*innen schaffen werde 😉 Waldpädagogik oder forstliche Umweltbildung ist kein Hokuspokus. Mehr dazu auf waldpaedagogik.at.

Die “Waldameisenhegerin” habe ich ja sehr bewusst in meine Bio geschrieben – ich gebe ja zu, den Kurs schon auch wegen der Bezeichnung besucht zu haben. Dennoch war er ein Highlight unter den vielen Kursen, die ich schon besucht habe. Was lernt man da? Biologie, Ökologie und Bestimmung von Waldameisen; Kartierung und Schutz; rechtliche Grundlagen; Rettungsumsiedelung von Ameisennestern in der Praxis (das ist manchmal erforderlich, z.B. beim Bau von Forststraßen). Wenn ich nicht kurz danach einen Fledermauskurs gemacht hätte, wäre ich heute noch davon überzeugt, dass Ameisen die interessantesten Tiere auf der Welt sind 😉 Der nächste Durchgang dieses Kurses beginnt übrigens am 23. und 24. Oktober an der Forstlichen Ausbildungsstätte Pichl. Also, der Kommentar “Hab mich gerade für den ‘Waldameisenheger’ beim Humboldt angemeldet!” geht ein bisschen in die falsche Richtung 🙂

Andere Wiener Bezirke sind zubetoniert mit ganz wenig grün – ja, stimmt, und ich habe auch nirgends das Gegenteil behauptet.

P.S. Mein Lieblingskommentar ist: “Jaja, sagt die Frau Bargmann – und das nächste mal drunt im dichten Fichtendickicht: Ka-Wummm!


Blumen nach dem Waldbrand

Am 7. April 2020 ist im Föhrenwald bei St. Egyden (Bezirk Neunkirchen, Niederösterreich) ein Waldbrand ausgebrochen. Das Feuer erfasste eine Fläche von insgesamt 30 Hektar, begünstigt durch Wind und die starke Trockenheit. Ich besuche seitdem die Fläche regelmäßig, um die Veränderungen zu beobachten und zu dokumentieren.

Beim letzten Mal hatte sich eine bis dahin aschgraue Fläche in ein Blumenmeer verwandelt.


Termin für Internationale Forstfrauenkonferenz 2021 steht fest

Die Internationale Forstfrauenkonferenz “Wald in Frauenhänden” musste aufgrund der Corona-Krise verschoben werden. Der neue Termin steht bereits fest: Die Tagung wird von 12. bis 14. April 2021 am WALDCAMPUS in Traunkirchen stattfinden.

Bei der Konferenz steht die internationale Vernetzung von Frauen in der Forstwirtschaft im Vordergrund. Die Teilnehmenden lernen Initiativen und Best Practice-Beispiele zur Förderung von Frauen in der Forstwirtschaft aus den unterschiedlichen Ländern kennen und können Verbindungen zwischen Forstfrauen-Netzwerken herstellen und vertiefen. Außerdem sollen Frauen und ihre Leistungen in der Forstwirtschaft sichtbar gemacht werden.

Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Forschung und Ausbildung sowie Privatwaldbesitzerinnen werden bei der Konferenz sprechen. Eine Exkursion wird Beispiele aus der Praxis liefern und einen Einblick in die multifunktionale Waldkompetenz Österreichs geben.


Webinar: Forest and Farm Producer Organizations and Smallholders in Time of COVID-19 crisis

The pandemic has put a strain on forests as places of leisure and refuge from urban life, increased pressure on ecosystem preservation services, and delivered a shock to the timber industry.

Am 23. Juni 2020 von 13 bis 14 Uhr CEST findet das Webinar “Solutions for Resilience. How are Forest and Farm Producer Organizations and Smallholders responding to COVID-19?” statt. Es wird von der Forestry and Farm Facility der FAO organisiert und ist Teil der Veranstaltungsreihe “COVID-19 Forestry Week”. Sprecher*innen u.a. aus Ghana, Nepal und Ecuador werfen einen internationaler Blick auf Maßnahmen zum Aufbau von Resilienz in Krisenzeiten:

“Solutions and strategies to be discussed in this session include managing risks and maintaining the functionality of smallholder production systems, improving market access, diversifying livelihoods, developing social and cultural services, forming financial building blocks such as savings and loans, improving access to finance, and building on traditional knowledge. For example, one innovative solution that will be presented is the landscape scale branding of baskets of products based on indigenous management systems in Ecuador, also known as the ‘Chakra’ label.”

Anmeldung und weitere Information, mehr zur COVID-19 Forestry Week.


Vierzigtausend Bäume aus der British Library

Die British Library stellt auf der Photoplattform Flickr Millionen von urheberrechtsfreien Bildern zur Verfügung. Die Bibliothek lädt explizit dazu ein, die Bilder zu verwenden und zu teilen. Alleine mit der Suche nach “tree” bekomme ich über 44.000 Treffer! Ich habe nicht alle durchgeschaut – hier eine minimale Auswahl:
Fünfzehn Zeichnungen von Bäumen aus dem Bestand der British Library
Es gibt nicht nur Bäume, sondern auch andere Pflanzen, Tiere, Holzfäller, Flößer, und das nicht nur aus dem britischen Empire, das ja für sich alleine genommen schon groß genug wäre, sondern aus verschiedensten Ländern. Ein Schatz, bei dem man Stunden zubringen kann!


Wien 1950: 31.804 Schilling für Klaubholz

Die Digitale Bibliothek der Wienbibliothek im Rathaus wurde grundlegend erneuert. Ich blättere mich gerade durch verschiedene historische Quellen. Interessant zum Beispiel die Einnahmen der Städtischen Forste in den Jahren 1950 und 1951:

Von 1850 auf 1851 blieben die Einnahmen aus Klaubholz fast gleich, während die Einnahmen aus Gras und Laubstreu sich von 16.289 auf 43.230 Schilling fast verdreifachten. Das “Ergebnis aus der Einhebung von Abgaben” auf Waldpflanzen und Beeren wurden von 11.446 auf 23.137 Schilling verdoppelt.


Quelle: Die Verwaltung der Bundeshauptstadt Wien vom 1. Jänner 1950 bis 31. Dezember 1951. Verwaltungsbericht. Wien 1953


Jagd in Zeiten des Corona-Virus

Seit wenigen Tagen dürfen ausländische JagdpächterInnen nach Österreich einreisen, um ihren Aufgaben nachzukommen, meldet der Dachverband Jagd Österreich in einer Presseaussendung vom 30. April 2020. Der Burgenländische Landesjagdverband hat in der ersten Aprilhälfte einige wesentliche Verhaltensregeln für die Jagd in Zeiten des Corona-Virus zusammengestellt (Wiedergabe mit freundlicher Genehmigung). Durch die sogenannte COVID-19-Lockerungsverordnung ist manches vielleicht mittlerweile einfacher, aber die Regeln sind immer noch sinnvoll:

Einzelansitz

* Wahrnehmung der Jagdaufsicht (Achtung bei Personenkontakt! Mindestabstand! Mundschutz empfohlen!)
* Bau von Reviereinrichtungen bzw. Revierarbeiten (Allein! oder mit Personen aus dem eigenen Haushalt!)
* Beschickung von Salzlecken u. Kirrungen (im Rahmen der jagdgesetzlichen Bestimmungen!!)
* Direktvermarktung von Wildbret (Mindestabstand! Mundschutz! Einweghandschuhe)

NICHT erlaubt:

* Gemeinsamer Ansitz in einer Ansitzeinrichtung (z.B. Jagdgast) – ausgenommen Personen aus dem eigenen Haushalt
* Gemeinsame Anfahrt zum Ansitz – ausgenommen Personen aus dem eigenen Haushalt
* Abhaltung von Gesellschaftsjagden
* Versammlungen, Stammtische

Auf das Händeschütteln und das Zusammenkommen nach erfolgreichem Weidmannsheil sollte bis auf weiteres verzichtet werden.

Alle Aktivitäten sind in Eigenverantwortung vor dem Hintergrund der Maßnahmen der Bundesregierung (Mindestabstand, Personen aus dem eigenen Haushalt, Händewaschen, Desinfektion, Mundschutz) selbst zu hinterfragen und zu beurteilen!

Dies betrifft vor allem Jagdschutzorgane, die in Ausübung ihrer Tätigkeit in vermehrtem Personenkontakt kommen können.

Probeschuss im Revier

Vor Beginn der Schusszeit sollte die Jagdwaffe und die eigene Schießfertigkeit im Sinne der Weidgerechtigkeit überprüft werden. Da aktuell die Schießplätze geschlossen sind, ist dies nur im Revier möglich. Probeschüsse oder ein Einschießen sind im Revier unter folgenden Voraussetzungen zulässig:

* Man führt die Probeschüsse allein oder mit Personen aus dem eigenen Haushalt aus
* Sämtliche Sicherheitsbestimmungen und -vorkehrungen wie Kugelfang, etc. werden eingehalten
* Nicht in der Nähe von Ortschaften, öffentlichen Anlagen, Einzelgehöften
* Keine Erregung ungebührlicherweise störenden Lärms

Idealerweise findet man eine Örtlichkeit im Revier, bei der sich Sicherheit der Schussabgabe und Lärmschutz ergänzen, wie bei Wällen oder Geländegegebenheiten, die in einiger Entfernung von bewohnten Objekten liegen.

Zu beachten ist, dass die Maßstäbe für die Störungen durch Lärm und die Rücksicht auf andere Menschen örtlich unterschiedlich sein können, jedenfalls aber die Mittags- und Nachtstunden sowie die Wochenenden und Feiertage ein höheres Maß an Rücksichtnahme verlangen als andere Tageszeiten.

Warum jetzt überhaupt Jagd? Dazu führte das Sozialministerium im März 2020 aus:

* Die Jagd ist in allen Bundesländern nicht nur als Recht gestaltet sondern ist auch mit zahlreichen Verpflichtungen verbunden, insbesondere die Erfüllung von Mindestabschüssen bei mehreren Wildarten.
* Die Jagdausübung ist zur Vermeidung von Wildschäden geboten. Dies gilt verstärkt in Wäldern, wo Kahlflächen auf Grund von Borkenkäferschäden, Wind- oder Schneeschäden vorliegen und die Wiederbewaldung mit “klimafitten” Baumarten, auch durch Naturverjüngung, erforderlich ist.
* Weiters ist die Bejagung von Schwarzwild auch zur Verhinderung der “Afrikanischen Schweinepest” notwendig.
* Die Aufrechterhaltung der Jagdausübung dient zudem zur Versorgung der Bevölkerung mit dem Lebensmittel “Wildfleisch“.