Bär: König des finnischen Waldes
Rogalin: drei legendäre Eichen

Die Steileichen im Park des polnischen Schlosses Rogalin haben eine besondere Bedeutung: Drei von ihnen erinnern an die Legende der drei Brüder Lech, Čech und Rus, die als Stammväter der slawischen Länder Lechland (Polen), Čechy (Böhmen) und Rus (Ruthenien) gelten. Die Bäume sind nicht sehr hoch, aber um die siebenhundert Jahre alt.

Die Sage der drei Brüder liegt in verschiedensten regionalen Varianten vor. Im wesentlichen geht sie von einer Zeit aus, als alle Slawen gemeinsam zwischen Weichsel und Dnjepr lebten und die gleiche Sprache verwendeten. Als Wild und Fisch für die Bevölkerung zu knapp wurde, wurde den Brüdern klar, dass sie alle wegziehen müssten. Sie trennten sich also und ließen sich mit ihrem jeweiligen Familienstamm an verschiedenen Orten nieder.

Bildquelle: magro_kr: “Lech, Czech i Rus“. Flickr, 3. Mai 2012, CC-BY-NC-ND. Weitere Information: Wikipedia, Website des Museums.


Erinnerung an kühlere Tage

Erinnerung an kühlere Tage – Bild aus dem steirischen Osterwitz, wo ich im Mai das erste Modul der Ausbildung zur Waldbadentrainerin besucht habe. Am letzten Tag des Kurses hat es sogar noch geschneit.


Internationale Forstfrauenkonferenz 2020 in Traunkirchen

Ein Pflichttermin für Frau von Wald: Von 25. bis 27. Mai 2020 findet die Internationale Forstfrauenkonferenz im Waldcampus Traunkirchen statt. Bei der Konferenz “Wald in Frauenhänden” steht die internationale Vernetzung von Frauen in der Forstwirtschaft im Vordergrund. Initiativen und Best Practice-Beispiele zur Förderung von Frauen in der Forstwirtschaft aus den unterschiedlichen Ländern sollen ausgetauscht werden. Bereits bestehende Forstfrauen-Netzwerke sollen sich untereinander vernetzen. Außerdem sollen Frauen und ihre Leistungen in der Forstwirtschaft sichtbar gemacht werden. Details in Kürze auf forstfrauen.at.


Tag der offenen Tür bei Hamburger Containerboard

Einladung Tag der offenen Tür Hamburger Containerboard PittenWer schon immer einmal eine Papierfabrik von innen sehen wollte, kann das am Freitag, den 14. Juni 2019, in Pitten im südlichen Niederösterreich tun: Die Firma Hamburger Containerboard lädt von 9 bis 16 Uhr zum Tag der offenen Tür: “Bei einer spannenden Werksführung, die einen interessanten Blick hinter die Kulissen gewährt, erfahren Sie alles über die Wellpapperohpapier-Herstellung”.

Die Firma existiert an diesem Standort schon seit 1853 – in diesem Jahr ließ Wilhelm Hamburger seine Papierfabrik ins Handelsregister eintragen, nachdem er fünf Jahre in der Werdermüller’schen Papierfabrik in Pitten gearbeitet hatte. Seit 1827 ist Papierindustrie in Pitten ansässig.

In Pitten gab es übrigens vor kurzem eine Volksbefragung, wo die Bevölkerung ihre Meinung zu einer fünfzehnjährige Sperre für Umwidmungen von landwirtschaftlichen Flächen abgeben konnte. Davon wäre auch Hamburger betroffen gewesen. Vielleicht mit ein Grund, jetzt die Türen zu öffnen.


Woher Mariabrunn seinen Namen hat

Als im XI. Jahrhundert rings noch Wald diese Gegend deckte, lustwandelte Gisela, die Witwe des großen Ungarkönigs Stephan, welche sich aus den blutigen Fehden um die Krone Ungarns an den Hof des Markgrafen von Österreich zurückgezogen hatte, in diesem Forste. Ein böses Fieber hatte sie ergriffen, jeder Heilung trotzend. Auf diesem Spaziergange fand sie einen Brunnen, auf dessen Wasserspiegel ein aus Lindenholz geschnitztes Madonnenbild schwamm. Sie zog es heraus, und ein innerer Drang hieß sie, von dem Wasser dieses Brunnens trinken. Sie folgte der geheimnisvollen Mahnung, und genas. Nun ward hier eine Kapelle errichtet, welche bald das Ziel häufiger Wallfahrten wurde.

1639 wurde neben der Ursprungsquelle ein Kloster der Augustiner-Barfüßer errichtet. Die 1805 von Franz II. gegründete k. k. Forstlehranstalt wurde 1813 von Purkersdorf in einen Teil dieses Klosters verlegt und nutzte nach der Klosteraufhebung 1829 das gesamte Gebäude.

Es bestehen zwei Lehrkurse daselbst, ein niederer, einjähriger, und ein höherer, zweijähriger, mittelst welchem der gesammte Unterricht in der Forstwissenschaft gegeben wird. Praktische Übungen werden auf das zweclmäßigste mit dem theoretischen Unterrichte verbunden. Die Zöglinge, 60 bis 70 an der Zahl, müssen zwischen dem 18. und 30. Jahre stehen, und wenigstens die Normalschulklassen zurückgelegt haben. Die Schüler des einjährigen Kurses müssen auch schon wehrhafte Jäger seyn, und wenigstens zwei Jahre praktisch gedient haben. Für die Verpflegung in der Lehranstalt werden 220 fl. bezahlt. Der Unterricht ist frei.

Mariabrunn wurde 1850 nach Hadersdorf eingemeindet und gehört seit 1938 zum Wiener Bezirk Penzing. Die Giselagasse erinnert noch heute an diese Legende.

Quelle der Zitate: Franz Carl Weidmann: Die Umgebungen Wien’s : historisch-malerisch geschildert ; mit einem topographischen Plänchen. Wien: Mayer & Compagnie 1839, Signatur A-7572, digitalisiert von der Wienbibliothek im Rathaus.


Lesetipp: The bear and the nightingale

The forest was quiet on the cusp of winter, the snow thicker between the trees. Vasilisa Petrovna, half-ashamed and half-pleased with her freedom, ate her last half honeycake stretched out on the cold limb of a tree, listening to the soft noises of the drowsing forest. “I know you sleep when the snow comes,” she said aloud. “But couldn’t you wake up? See, I have cakes.”

She held out the evidence, now little more than crumbs, and paused as though expecting a reply. But none came, between a soft, rattling wind that stirred all the trees together.

“The bear and the nightingale” ist der Debut-Roman von Katherine Arden. Die junge US-amerikanische Schriftstellerin hat nach der High-School ein Jahr in Moskau gelebt und am Middlebury College Russisch und Französisch studiert. In “The bear and the nightingale” verarbeitet Arden Elemente aus der russischen Folklore und Mythologie. Das Buch ist in der historischen Landschaft Rus (auch Ruthenien) vergangener Jahrhunderte angesiedelt. Der Wald mit seinen Bewohnerinnen und Bewohnern spielt dabei eine besondere Rolle. Das Buch hat mich sehr gefesselt.

Mittlerweile gibt es zwei weitere Bände, die gemeinsam mit dem ersten die “Winternight Trilogy” bilden und gleich als nächstes auf meine Leseliste kommen! Der Roman ist übrigens auch auf Deutsch erschienen – bei Heyne unter dem Titel “Der Bär und die Nachtigall“.

Mehr zum Buch

Burgenländische Christbäume durch Hagel beschädigt

Der ORF berichtet heute in der Sendung “Mittag in Österreich” über eine Christbaumkultur im burgenländischen Sieggraben, bei der die Hälfte der Bäume durch Hagel beschädigt wurde.


Klementikapelle: dem Schutzpatron der Waldarbeiter geweiht

Am 23. und 24. Mai habe ich an der Österreichischen Forsttagung in und bei Seckau teilgenommen. Am zweiten Tag haben wir bei einer Exkursion die Forstverwaltung Wasserberg, die zum Stift Heiligenkreuz gehört, besucht. Ich habe einige Beiträge über die Tagung geplant. Als erstes möchte ich die Klementikapelle am Ingeringsee in den Seckauer Tauern vorstellen, die wir bei unserer Exkursion besucht haben. Sie ist dem Hl. Clemens von Rom geweiht. Er gilt in Teilen der Steiermark als Schutzpatron der Waldarbeiter.

Die Klementikapelle hat eine besondere Geschichte: Am Tag vor der Feier anlässlich 100 Jahre Forstverwaltung Wasserberg stürzte ein großer Ast auf den Festplatz. Einen Tag später wären viele Leute verletzt worden. Aus Dankbarkeit wurde diese Kapelle errichtet. Der Altar wurde aus dem Stamm jenes Baumes gefertigt, von dem der Ast abgebrochen ist, eines Ahorns. Die Glocke ist dem Hl. Wolfgang gewidmet und erinnert so an den früh verstorbenen Forstdirektor Wolfgang Loidl, der die Kapelle während seiner langen Krankheit geplant hat.

Bemerkenswert ist auch die Inschrift über dem Eingang: Sie stellt ein sogenanntes Chronogramm dar. Wenn man alle römischen Ziffern zusammenzählt, erhält man das Baujahr der Kapelle (es sei verraten – 2015). Die entsprechenden Buchstaben sind der Erleichterung halber größer dargestellt. Ein “w” zählt übrigens als zwei “v”. An dem Text hat P. Walter lange gefeilt, denn es darf kein Buchstabe zu viel sein!


Einsame Eule