Holz, Rinde, Laub

Überbegriff: Gewinnung, Transport, Verwendung von Holz, Rinde, Laub

Presseaussendung: „Die Zukunft des Waldes ist weiblich“

Heute fand im Forstlichen Bildungszentrum Traunkirchen eine Pressekonferenz zum Thema „Frauenpower für die Forstwirtschaft. Die Zukunft des Waldes ist weiblich“ statt. Passt doch sehr gut zu Frau von Wald! Hier die Presseaussendung dazu (Link zu APA OTS).

Köstinger: Die Zukunft des Waldes ist weiblich

Waldcampus Österreich in Traunkirchen ist das Kompetenzzentrum für die Forstwirtschaft. Nachhaltigkeitsministerin Elisabeth Köstinger betonte bei ihrem Besuch des „Waldcampus Österreich“ in Traunkirchen die Bedeutung von Frauen für die Forst- und Holzwirtschaft. Gemeinsam mit Hermine Hackl, Leiterin der Forstlichen Ausbildungsstätte Traunkirchen des Bundesforschungszentrums für Wald (BFW), und Elfriede Moser, der ersten Landesforstdirektorin Österreichs, ermutigt sie junge Frauen eine Karriere in dieser Branche zu starten.

von links: Peter Mayer (Direktor des Bundesforschungs- und Ausbildungszentrums für Wald, Naturgefahren und Landschaft – BFW), Elisabeth Köstinger (Bundesministerin für Nachhaltigkeit und Tourismus), Hermine Hackl (Leiterin der Forstlichen Ausbildungsstätte Traunkirchen), Elfriede Moser (Landesforstdirektorin Oberösterreich). Bild: BMNT/Paul Gruber

2016 waren rund 11 Prozent der Forstarbeiter weiblich, rund 30 Prozent der österreichischen WaldeigentümerInnen sind Frauen und rund 25 Prozent der Waldflächen sind in weiblichem Besitz. Immer mehr Frauen befassen sich mit den Bereichen der Forst- und Holzwirtschaft, wovon auch die gesamte Branche profitiert. Trotz dieser positiven Entwicklungen gibt es in der Forstwirtschaft noch viele Bereiche mit Aufholbedarf. „Gemeinsam möchten wir in der Zukunft vermehrt auf Frauenpower setzen. Daher wollen wir gemeinsam ein Mentoring für junge Frauen in der Forstwirtschaft hier am Waldcampus Österreich starten“, erklärt Elisabeth Köstinger, Bundesministerin für Nachhaltigkeit und Tourismus. Unterstützt wird die Bundesministerin von erfolgreichen Frauen, die bereits eine Pionierrolle in dem Sektor haben. Hermine Hackl, Leiterin der Forstlichen Ausbildungsstätte Traunkirchen des Bundesforschungszentrums für Wald (BFW), ist eine Unterstützerin der Initiative: „Frauen in der Forstwirtschaft werden in Zukunft eine immer wichtigere Rolle spielen. Es freut mich besonders, dass der Startschuss für ein solches Mentoringprogramm hier am Waldcampus Österreich – Traunkirchen gesetzt wird“. Auch Elfriede Moser, die erste Landesforstdirektorin Österreichs, verstärkt das Vorhaben: „Wir leben in einer Zeit, in der es selbstverständlich sein sollte, dass Frauen Wälder bewirtschaften. In Kombination mit dem Waldcampus können wir das Know-how steigern und somit junge Frauen bestmöglich ausbilden und unterstützen.“

Waldcampus Österreich – Kompetenzzentrum in Traunkirchen

Im September 2018 wurde der Neubau in Traunkirchen eröffnet. Im Sinne der Nachhaltigkeit wurden 2.700 Kubikmeter Holz verbaut. Rund 120 Schülerinnen und Schüler werden pro Jahr ausgebildet, 300 Kurse werden pro Jahr abgehalten und rund 8.000 Kursteilnehmerinnen und Kursteilnehmer beleben das Gebäude Jahr für Jahr. „Mit einem Gesamtinvestitionsvolumen von knapp € 44 Mio. ist in Traunkirchen ein echter Waldcampus Österreich entstanden. Als Umweltministerin freut es mich aber auch, dass ein besonderes Augenmerk auf Ökologie, Energieeffizienz und möglichst geringe Betriebskosten gelegt wurde“, so Köstinger.

Klimawandel als größte Herausforderung in der Forstwirtschaft

Der Klimawandel war 2018 und ist in diesen Tagen in der Forstwirtschaft sehr spürbar. Die extreme Trockenheit und außergewöhnlich hohe Temperaturen setzten den österreichischen Wäldern im vergangenen Jahr enorm zu. Die Folge war ein Borkenkäferbefall, den es so in Österreich noch nie gegeben hat. „Die Bundesregierung hat schnell reagiert und ein Unterstützungspaket für die Land- und Forstwirtschaft auf den Weg gebracht. Im Rahmen der Förderprogramme „Ländliche Entwicklung“ wurden insgesamt 20 Mio. Euro für Sofortmaßnahmen bereitgestellt. Ziel war es, die Wiederaufforstung in Mischwälder voranzutreiben“, so Köstinger. Auch in den vergangenen Wochen setzte das Klima den Wäldern zu. Enorme Schneemassen sorgten dafür, dass Bäume umstürzten und Lawinen haben den Wäldern enorm zugesetzt. „Bei der Wiederaufforstung spielt vor allem das Know-how eine wesentliche Rolle. Bildung und Ausbildung garantiert, dass wir eine durchgängige Aufforstung und Verjüngung des Waldes erreichen. Große Schäden entstehen oft dort, wo wenige Maßnahmen zur Aufforstung passieren. Daher wird die Ausbildung hier in Traunkirchen in Zukunft noch wichtiger werden“, erklärt Köstinger abschließend.


Holz im Kunsthistorischen Museum, Teil 2: Seychellennuss-Kanne

Schon im zweiten Beitrag der Reihe „Holz im Kunsthistorischen Museum“ muss ich den Begriff „Holz“ etwas ausdehnen – diese Kanne, ein Hauptwerk der Prager Goldschmiedekunst, ist nämlich nicht aus Holz, sondern aus der Frucht der Seychellenpalme gefertigt.

Die Seychellenpalme, auch Seychellennuss, kommt nur auf den Seychellen vor, und auch dort nur auf zwei der Inseln. Die Frucht der Seychellenpalme enthält die größten Samen des Pflanzenreichs: zwischen 10 und 25 Kilo wiegt ein einziger Samen. Die Frucht ist bis zu 50 Zentimeter lang, sie enthält meistens einen, selten bis zu drei Samen und braucht sieben Jahre bis zur Reife. Der Bestand ist stark gefährdet, es besteht ein sehr hohes Risiko des Aussterbens in der Natur in unmittelbarer Zukunft – dass der Verkauf der Nüsse an TouristInnen eine bedeutende Einnahmequelle ist, spielt dabei sicher eine Rolle.

Das wundersame Objekt aus ungewöhnlichem Material ist über vierhundert Jahre alt: Es wurde im Jahr 1602 in Prag angefertigt. Die Fassung dieser Kanne stammt vom Hofgoldschmied Anton Schweinberger, die Schnitzerei wird dem Hofschnitzer Nikolaus Pfaff zugeschrieben.

„Die Kanne ist ein Hauptwerk der Prager Goldschmiedekunst der Zeit Kaiser Rudolfs II. Schweinberger, der seit 1587 am Prager Hof angestellt war, ging über die konventionelle Aufgabe, eine seltene Naturalie zu fassen, weit hinaus. Die Nuss wurde damals als Schwemmgut bei den Malediven gefunden und galt als Frucht des Meeres. Das erklärt die Motive aus der Welt der Seewesen, die das Werk durchziehen“ (Beschreibung in der Europeana). Der Fundort erklärt auch den botanischen Namen des Baumes, nämlich „Lodoicea maldivica“. Der französische Name ist auch schön: „Coco de mer“, Meereskokosnuss.

Angabe: Kunsthistorisches Museum Wien, Seychellennuss-Kanne. Inventarnummer „Kunstkammer, 6872“, Link zur Beschreibung in der KHM-Objektdatenbank, Link zur Beschreibung in der Europeana.

Bisher erschienene Beiträge

1: Betnuss


Holz im Kunsthistorischen Museum, Teil 1: Betnuss

Ich war in den letzten Wochen zweimal im Kunsthistorischen Museum in Wien – in der Kunstkammer, in der Sonderausstellung „Spitzmaus mummy in a coffin and other treasures„, in der Ägyptisch-Orientalischen Sammlung und der Antikensammlung. Dabei habe ich viele wunderbare Objekte aus Holz oder Baumfrüchten gesehen. Diese haben alle einen eigenen Eintrag verdient. Daher möchte ich heute die Reihe „Holz im Kunsthistorischen Museum“ starten.

Photo einer BetnussDen Anfang macht diese unglaublich detailreiche „Betnuss“ aus der Kunstkammer des Kunsthistorischen Museums. Sie wurde Anfang des 16. Jahrhunderts in den Niederlanden gefertigt und zeigt den Leidensweg Christi. Das Material ist Buchsbaumholz. Der Erhaltungszustand auch der kleinsten Teile ist wirklich faszinierend. Um sich den Detailreichtum vor Augen zuführen: Der Durchmesser beträgt knapp über sechs Zentimeter.

Was ist eine Betnuss eigentlich? Eine Betnuss wird im Reallexikon zur Deutschen Kunstgeschichte als „eine in zwei Hälften aufklappbare, kleine, meist nicht über 6 cm Durchmesser hinausgehende nuß- oder schotenförmige Kapsel aus Buchsholz, später auch aus Elfenbein, Metall und anderen Stoffen“ beschrieben. Sie sei „in jeder Hinsicht ein nur dem Begüterten zugängliches Pretiosum“. Sie wird so beschrieben: „Ihre Oberfläche ist in der Frühzeit meist von Maßwerkornamenten durchbrochen oder zu zum Teil medaillonartigen Teilflächen abgeplattet. Im Innern jeder Hälfte ist eine mehr oder weniger figurenreiche, minutiöse Reliefschnitzerei eingelassen. Dargestellt sind Heiligenfiguren und Szenen aus dem Leben und der Passion Christi, zum Teil mit alttestamentarischen Gegenüberstellungen und meist mit entsprechenden Umschriften“. Der deutsche Begriff dürfte aber erst aus dem 19. Jahrhundert stammen.

Angabe: Kunsthistorisches Museum Wien, Rosenkranz-Anhänger mit Leidensweg Christi, sog. Betnuss. Inventarnummer „Kunstkammer, 4206“, Beschreibung in der KHM-Objektdatenbank.


Am aufsteigenden Ast: Neuer Holzbau in Niederösterreich

ORTE Architekturnetzwerk Niederösterreich bietet im kommenden Jahr eine Exkursion zum Thema Holzbau in Niederösterreich an. Ich habe im letzten Jahr an der Exkursion „Historisches Niedeösterreich“ teilgenommen und war sehr begeistert über die fachkundige Begleitung, aufwendige Organisation und die Möglichkeit, auch das Innenleben von Privathäusern besichtigen zu können. Ich kann daher die ORTE-Exkursionen nur empfehlen. Eine rasche Anmeldung empfiehlt sich, da die Plätze schnell gebucht sind. Hier die Informationen und das geplante Programm:

„Bauen mit Holz ist attraktiv und liegt im Trend, zeichnet sich der nachwachsende Rohstoff doch besonders durch seine Fähigkeit aus, den Kohlendioxid-Ausstoß zu verringern. Konkret entlastet ein Kubikmeter Holz unsere Atmosphäre um 1 Tonne CO2. Aber auch seine signifikante regionale Wertschöpfung sowie die durch einen hohen Grad der Vorfertigung reduzierte Bauzeit sind Bonuspunkte für den Holzbau. Die Fach-Exkursion führt zu Bauten, die mit dem Niederösterreichischen Holzbaupreis 2018 ausgezeichnet wurden. Allesamt verbinden exzellente planerische Lösungen und vorbildliche Verarbeitungen. BauherrInnen wie PlanerInnen bieten persönlich die Gelegenheit, die prämierten Holzbauten aus nächster Nähe zu begutachten, um konstruktive Details, Planungsansätze und technische Grundlagen direkt am Objekt kennen zu lernen“.

Programm

Anmeldung und Gebühren

Programmänderungen vorbehalten! Die Teilnahmegebühr beträgt 75 EUR pro Person (einschließlich Transport, Mittagessen mit Getränk und Kaffee sowie einer Weinverkostung im Weingut Höllerer). Anmeldungen unter office@orte-noe.at. Bei Reiserücktritt bis 15. April 2019 wird keine Stornogebühr verrechnet, danach 100 % der Teilnahmegebühr, es sei denn, die/der Stornierende bringt eine Ersatzperson. Die Vormerkung der TeilnehmerInnen erfolgt in der Reihenfolge der Anmeldungen. Erst mit Einlangen der Einzahlung der Teilnahmegebühr ist die Buchung abgeschlossen und der Sitzplatz im Bus reserviert. Begleitfahrten im privaten PKW neben der Reisegruppe sind nicht möglich.

Termin und Treffpunkt

Freitag, 26. April 2019, von 8 bis 21 Uhr. Treffpunkt: U4-Station/Bahnhof Heiligenstadt. 1190 Wien, Ausgang Boschstraße, (Bus-)Parkplatz neben der Bäckerei „Anker“.


Fortbildung: Recycling von Altholz

Ein mir neuer Blickwinkel auf Holz, über den ich gerade gestolpert bin: die Wiederverwertung von Altholz und die Recyclingholzverordnung. Der Verband Österreichischer Entsorgungsbetriebe (VOEB) bietet am 20. November 2018 eine Fortbildungsveranstaltung zu den „Neuerungen rund ums Altholz“ an.

Im Juli dieses Jahres wurde die Novelle zur Recyclingholzverordnung veröffentlicht. Mit dieser Novelle wird die Recyclingquote für Altholz im Sinne der Abfallhierarchie wesentlich erhöht. Dies soll einerseits durch eine verpflichtende, getrennte Erfassung am Anfallsort (Quellensortierung) und andererseits durch die Einführung eines Recyclinggebots erreicht werden. Die vorliegende VOEB-Veranstaltung soll die Betriebe entsprechend informieren und sie auf die neue Rechtslage – die ab dem 1. Jänner 2019 gilt – vorbereiten.

Programm
  • 10:30 Uhr Möglichkeit der Werksbesichtigung bei der Firma Egger GmbH (10:15 Uhr Treffpunkt – bitte um pünktliches Erscheinen)
  • 12:00 Uhr Mittagsimbiss
  • 12:45 Uhr Begrüßung
  • 13:00 Uhr Die Recyclingholz-Verordnung – die neuen rechtlichen Vorgaben (Hubert Grech, Bundesministerium für Nachhaltigkeit und Tourismus)
  • 13:40 Uhr Quellensortierung von Altholz – der neue ÖWAV-Leitfaden als Hilfestellung (Gerald Sertschnigg, KAB Kärntner Abfallbewirtschaftung GmbH)
  • 14:10 Uhr Quellensortierung und Recyclinggebot aus Sicht der Abfallwirtschaft – Umsetzung in der Praxis und welchen Einfluss hat dies auf den Holzmarkt? (Freddy Pinteritsch, FCC Austria Abfall Service AG)
  • 14:40 Uhr Kaffeepause
  • 15:00 Uhr Quellensortierung und Recyclinggebot auf der Baustelle – ein Status quo (Alois Fürnkranz, Sillaber Muldenservice GmbH)
  • 15:30 Uhr Altholzmarkt in Österreich und international – Überblick zu Mengen, Qualität und Preis (Florian Tretzmüller, Fritz Egger GmbH & CO. OG)
  • 16:00 Uhr Sortierroboter in der Altholzaufbereitung (Thomas Baldt, Thomas Baldt e.U.)

Weitere Angaben und Anmeldung.


Holzboden auf Burg Forchtenstein

Holzboden Burg Forchtenstein
Wie alt mag dieser Holzboden aus der Burg Forchtenstein wohl sein? Die Antwort des Kastellans überrascht: aus den 1980er Jahren! Der Boden ist zwar überdacht, liegt aber im Haupteingangsbereich in die Burg, wo also jährlich zehntausende BesucherInnen drübergehen. Er stammt aber aus demselben Holz – Eichenhirnholz aus dem eigenen Forstbetrieb – wie sein Vorgänger. Auch die Abschlüsse aus Sandstein werden mit dem Stein aus dem eigenen Steinbruch in St. Margarethen ersetzt, wenn sie abgetreten sind.

Das hat mich zum Nachdenken gebracht. Was unterscheidet eigentlich diesen – neuen – Boden von seinem Vorgänger? War der Vorgänger das „Original“ oder wieviele Vorgänger hatte er? Was macht den besonderen Reiz eines alten Bodens aus? Wann ist dieser Boden alt? Würden die meisten Gäste den Boden für deutlich älter halten?


Forstgeschichtliche Tagung „European forests – our cultural heritage“ in Kärnten

Die internationale forstgeschichtliche Tagung „European forests – our cultural heritage“ findet von 4. bis 7. Dezember 2018 in St. Georgen am Längsee (Kärnten) statt. Ziel der Tagung:

The aim of the European Cultural Heritage Year 2018 is to share our common cultural heritage and its potential for identification, participation on and development of European cultural, social, economic and other values. The cultural heritage of the forests and in the forests tackles the multiple interrelationships between forests, forest management and the human society, which have changed in the course of history. It is not only confined to demonstrating historical developments, but contributes also considerably to a better understanding of the present situation of forests and the development of the cultural landscape, and provides valuable input for forest conservation and management policies.

The EU-Action Plan 2006 acknowledged cultural landscapes, traditional practise and other cultural values of forests as some of the ways of achieving local and regional sustainable development. Landscape values are also included in the new Common Agricultural Policy (CAP) and the European Landscape Convention. Cultural landscapes are considered to be a development factor. These potentials have only partly been investigated till now.

However, there is an increasing demand by forest owners related to new markets and additional income beside forestry and an increasing interest of tourisms in the utilization of forest areas and beautiful sceneries. At present numerous initiatives, collections and museums exist; however, they are often not adequately linked. Thus, a new approach for co-operation of forest and woodland history including traditional knowledge and forest and tourist enterprises is aimed and an increasing need to deepen the knowledge related to the forest related cultural heritage should be fulfilled.

Von Lettland bis Spanien

Einige Beiträge, die ich besonders interessant finde (eigentlich könnte ich jeden einzelnen anführen):

  • Mārtiņš Lūkins: Ancient forest mapping and recognition: case study from Latvia
  • Tanya Bakhmetyeva: Seeing the Nation for the Trees: The Cultural Heritage of Białowieża Forest and the Debate on Polish National Identity
  • Triin Kusmin: Presenting and Interpreting Cultural Heritage in the Visitor Management of Estonian State Forest
  • Péter Szabó: Non-timber Forest Uses in Preindustrial Central Europe
  • Elisabeth Johann: The forgotten heritage: Sustainable Forest Management and the Safeguarding of the Forestry-related Tangible and Intangible Cultural Heritage in Austria
  • D. Rus: The relation with the forest in Transylvania reflected in local fairytales and legends
  • Jiří Woitsch: The inventory of memorable trees in the Czech Republic: A potential tool for identification and safeguarding of traditional knowledge and heritage related to trees and forest management
  • Catharina de Pater: Articulation of Spiritual Values in Forest Management Plans
  • Marianne Schreck: Forest in Austria (1930-19947) – from the crisis until the reestablishment of the Federal Department of forest. Visual correspondences between the regimes, forestry institutions and cultural phenomenons
  • Nina Luostarinen: Put yourself in the picture – Art interpretations as a Tool for Deeper Connection to the Forest

Das vollständige Programm und Informationen zur Anmeldung finden Sie auf der Website des Fachausschusses Forstgeschichte im Österreichischen Forstverein.


 

Harze in der Naturkosmetik: Kurs am 22.9. in Oberwart

Am 22. September 2018 findet in Oberwart der Kurs „Harze in der Naturkosmetik – eine Wohltat für Haut und Seele“ statt.

Harze wie Weihrauch, Benzoe Siam oder Myrrhe können in der Naturkosmetik neben den hautpflegenden Eigenschaften auch beruhigende und entspannende Wirkungen auf die Seele entfalten. Wir werden in diesem Workshop verschiedene Harze kennenlernen und gemeinsam einen feuchtigkeitsspendenden Gesichtsbalsam, sprudelnde Badeperlen, ein regenerierendes Handpeeling und einen beruhigenden Roll on herstellen.

Dieser Kurs wird vom Ländlichen Fortbildungsinstitut (LFI) Burgenland veranstaltet.

  • Kursdauer: 4 Einheiten
  • Kursbeitrag: 35 EUR Kursbeitrag, 16 EUR Materialkosten (inkl. Unterlagen)
  • Zeit: 22. September 2018, 08:30 bis 12:30 Uhr
  • Ort: Landwirtschaftliches Bezirksreferat, Prinz-Eugen-Straße 7, 7400 Oberwart
  • Information: Luis Göschl, Tel. 02682/702421
  • Kursnummer: 9797
  • Trainerin: Mag. Alexandra Kleindienst. Kleindienst ist unter anderem Aromapraktikerin, Kräuterpraktikerin und Entspannungstrainerin.

Traditionelles Holzhandwerk in neuen filmischen Vermittlungsformen

Presseaussendung der FH St. Pölten: „Kulturelles Erbe neu aufbereitet. Projekt der FH St. Pölten vereint traditionelles Holzhandwerk mit neuen filmischen Vermittlungsformen

Das Holzhandwerk gilt als eines der ältesten Handwerke und wurde über lange Zeit größtenteils mündlich weitergegeben. Im Projekt „Holzhandwerk Revisited“ entwickelten Holz- und BewegtbildforscherInnen der FH St. Pölten und der Universität für Bodenkultur Wien (BOKU) gemeinsam mit Schülerinnen und Schülern und dem Österreichischen Freilichtmuseum Stübing neue Dokumentations-Formate, um ausgewählte Holzhandwerkstechniken mittels Bewegtbild für nachfolgende Generationen zu erhalten.

„Es existieren zwar historische Filmaufnahmen und Dokumentationen, diese werden allerdings oftmals den wissenschaftlichen Ansprüchen einer umfassenden Dokumentation des Handwerks nicht gerecht“, erklärt Rosa von Suess, FH-Dozentin und Leiterin des Projekts an der FH St. Pölten. „Ziel unseres Projekts ist es, traditionelles Holzhandwerk mit neuen, innovativen Vermittlungs- und Darstellungsformen zu vereinen und so dieses alte Wissen auch für nachfolgende Generationen nutzbar zu machen“, so Michael Grabner, Projektleiter vom Institut für Holztechnologie und nachwachsende Rohstoffe der Universität für Bodenkultur Wien.

Altes Handwerk, neue filmische Formate

Die ForscherInnen der FH St. Pölten und der BOKU Wien arbeiteten dabei mit Schülerinnen und Schülern der Waldorfschule Wien West zusammen. In einem partizipatorischen Ansatz wurden Handwerkstechniken definiert, die dokumentiert werden sollten, Film- und Medienarchive durchsucht und gefundenes Material analysiert. In einem Kameraworkshop erprobte das Team Aufnahmetechniken auf ihre Anwendbarkeit und entwickelte schließlich in Workshops gemeinsam mit den Schülerinnen und Schülern Konzepte für das Dokumentar-Format. Ein Format wurde auf Basis von 360-Grad-Video entwickelt, ein weiteres baut auf die Dramaturgie von State-of-the-art Educational Content und Tutorials auf.

Von der Herstellung eines Holznagels bis zum Behauen von Rundholz

In Testdrehs wurden die beiden entwickelten Formate auf die ersten vier Holzhandwerksprozesse angewandt: die Herstellung eines Holznagels und eines Birkenreisigbesens mittels Mehrkamera-Produktion, sowie die Herstellung von Zaunringen und das Behauen von Rundholz, die mit 360-Grad-Kamera umgesetzt wurden, um die räumliche Dimension des Handwerks einzubeziehen. Die so entstandenen „Edutorials“ vereinen die instruktiven Elemente von Online-Tutorials mit den Eigenschaften von Lernvideos: strukturiert, einfach zu verstehen und zusammenfassend.

Das Projekt wird im Rahmen des Forschungsförderungsprogrammes Sparkling Science unterstützt.


 

Erster Weltkrieg: militärische Bedeutung der Forstwirtschaft

Heute ein Fundstück aus der Digitalen Wienbibliothek, das die militärische Bedeutung der Forstwirtschaft illustriert. Die Österreichische Volkszeitung vom 12. Dezember 1916 veröffentlicht unter dem Titel „Enthebung von Forstwirtschaftlern“ folgende amtliche Verlautbarung:

aufgeklebter Zeitungsausschnitt„Ueber Antrag des Ackerbauministeriums hat das Landesverteidigungsministerium einvernehmlich mit dem Kriegsministerium in Anbetracht der großen militärischen und volkswirtschaftlichen Bedeutung, die der Aufrechterhaltung der forstwirtschaftlichen Betriebe zukommt, verfügt, daß landsturmpflichtige Angestellte und Arbeiter dieser Betriebe in nachstehender Weise weiter enthoben werden:

Alle seit 1. Oktober d.J. vom Kriegsministerium, beziehungsweise Landesverteidigungsministerium und von den Militärkommanden getroffenen Enthebungen für diese Betriebe werden, soweit sie Mannschaftspersonen betreffen, generell bis 31. März 1917 verlängert. Dies betrifft die bei der Produktion und beim Transport von Brennholz, Grubenholz, Bau- und Nutzholz, Kunst- und Fassonholz, Schwellen, Zelluloseholz, Holzkohle sowie bei Holzsägewerken, Großholzhackern und forstwirtschaftlichen Bauten angestellten landsturmpflichtigen Arbeiter, Forstarbeiter, Flösser, Fuhrleute und sonstigen Angestellten (Betriebsbeamte, Arbeiteraufseher, Maschinenpersonal). Die landsturmpflichtigen ungarischen Staatsangehörigen, die bereits für österreichische Betriebe enthoben sind, sind ebenfalls einzubeziehen.

Enthebungen von Gagisten werden nicht generell, sondern nur individuell auf Grund konkreter wohlbegründeter Enthebungsvorschläge wie bisher verfügt.

Die politischen Bezirksbehörden bestätigen den bisher Enthobenen auf ihren Enthebungsdokumenten die provisorische Weiterenthebung bis 31. März 1917 und verständigen hievon die zuständigen Evidenzbehörden. Die Enthobenen haben jedoch ehestens ein Ansuchen um die definitive Enthebung bis 31. März 1917 bei den politischen Bezirksbehörden einzubringen, die die Gesuche begutachtet an die zuständigen Militärkommanden zur endgültigen Entscheidung leiten“.

Zeitungsausschnittsammlung

Die Wienbibliothek im Rathaus verfügt über eine umfangreiche Zeitungsausschnittsammlung aus dem Ersten Weltkrieg. Diese ist digitalisiert und online, der Zugang ist frei. Interessierte können nach Kalender, Titelliste oder inhaltlicher Klassifikation und im Volltext suchen.

Es gibt noch zahlreiche weitere Artikel über die Forstwirtschaft im Krieg, zum Beispiel:


Von Araukarie bis Zeder: Kew Gardens

Ich hatte im Mai die Gelegenheit, die Royal Botanic Gardens, Kew (kurz Kew Gardens) zu besuchen. Wunderbar! Obwohl wir acht Stunden eingeplant hatten, haben wir bei weitem nicht alles sehen können, denn:

Kew contains the most diverse collection of living plants of any botanic garden in the world. The collection contains plants from tropical, temperate, arid and alpine climates, and are grown out in the Gardens and in controlled conditions within glasshouses and nurseries.

Das Arboretum erstreckt sich über fast die Hälfte des Areals und umfasst vierzehntausend Exemplare tausender Baumarten, die teilweise bis ins 18. Jahrhundert zurückreichen. Außerdem gibt es einen Bambusgarten mit über über tausend Sorten, eine Stechpalmenallee, eine Bonsaikollektion, ein Baumhaus, einen Baumwipfelpfad und vieles mehr.

Hier eine kleine baum-/holzbezogene Auswahl aus den *ähem* vierhundert Photos, die ich in Kew gemacht habe – von „world biggest pine cone“ über den Japanischen Schnurbaum aus dem Jahr 1760 bis zur Araukarie, einem meiner Lieblingsbäume.

Weitere Bilder aus Kew gibt es auf Flickr zu sehen.